Aktuelle Kommentare zu Nachrichten

17.01.2020 16:33 Adrian Sitte

Wie Andreas Lange richtig bemerkt war das Verlassen des Turniers eine weitere Unsportlichkeit, die hier noch gar nicht diskutiert wurde.
Übrigens haben sich bei mir andere Spieler beschwert, dass sie, im Gegensatz zu mir, gegen die FMs spielen mussten und ich dadurch einen Vorteil gehabt hätte.
Als Teilnehmer fand ich die ganze Situation unschön. Ich hatte mich schon auf die Partien gegen die beiden Dirks gefreut. Die Situation hätte sich bestimmt klären lassen, wenn beide Seiten weniger emotional reagiert hätten.

17.01.2020 14:28 Stefan Weigel

Hallo,

für die morgige Anfahrt bitte beachten:

- Demonstrationszug durch Berlin (möglichst U-Bahn nutzen: U2 Hausvogteiplatz oder Fußweg ab Alexanderplatz bzw. S-Bhf Hackescher Markt
- Parkraumbewirtschaftung
- Infotelefon bei Verzögerungen: 0173/9662850

VG
Der Veranstalter

16.01.2020 21:50 Christian Syré

@Werner Berger
Glücklich mit der Bedenkzeitregelung bin ich auch nicht. Hat man keine Zeit aufsparen können, geht es nach der Zeitkontrolle quasi im Rapid-Modus weiter, also 30 Sekunden pro Zug.

Für eine ELO-Auswertung sind "mindestens 2 Stunden Bedenkzeit pro Spieler insgesamt für eine Partie" erforderlich.
"Wenn ein Bonus pro Zug gutschrieben wird, wird bei der Berechnung der Bedenkzeit für die gesamte Partie davon ausgegangen, dass die Partie 60 Züge dauert."
https://www.schachbund.de/turnierhinweise.html

Bei o.g. Bedenkzeit kommt man nach 60 Zügen auf
90 min. + 60*0,5 min. = 120 min., erfüllt also genau die Mindestvoraussetzung der FIDE für eine ELO-Auswertung.
.
Angeblich sollen weltweit 80% aller Turniere diese Bedenkzeit haben für klassische Partien.
Und das 1. Berlin Open vom 1.-4.8.2019 hatte es schon praktiziert.

16.01.2020 13:22 Werner Berger

Eine Bedenkzeitregelung "90 min + 30 Sekunden pro Zug" würde ich nicht als "klassisch" bezeichnen.

15.01.2020 19:34 Andreas Lange (SCK)

Die angegebene Regel 12.2.7 greift nicht, da sie nur Schummeln mit elektronischen Hilfsmitteln bekämpft, nicht sonstige Spielabsprachen; aber Regel 12.3 kommt dazu (Durchsetzung von Entscheidungen).

15.01.2020 18:48 Andreas Lange (SCK)

Nach der Schilderung wurde speziell gegen FIDE-Regel 5.2.3 verstoßen, denn Übereinkünfte auf Remis können nur während einer Partie getroffen werden, nicht davor.

15.01.2020 18:18 Andreas Lange (SCK)

Für in den FIDE-Regeln wenig Bewanderte scheinbar +-. Aber die FIDE-Regeln 11.1, 11.2.3.1, 11.6, 11.7, 11.8, 12.2.1, 12.2.2, 12.2.5, 12.2.7 und 12.9.6 greifen hier. Kann man mal lesen.

15.01.2020 17:56 Jan Müller

Zumindest einer der Spieler scheint ja einen Zug ausgeführt ("Ich gab die Bretter frei und während FM Maxion sich hinsetzte und wohl (nach seiner Aussage) den ersten Zug spielte, verließ FM Paulsen den Raum.") und insofern keine Regelverletzung begangen zu haben!?

15.01.2020 17:19 Andreas Lange (SCK)

Die Abweichung von einigen FIDE-Regeln ist bei Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, üblich.
"Der erste falsche Zug verliert" entspricht nicht der aktuellen FIDE-Regel (beim ersten Mal nur noch Zeitstrafe). Um absichtlich falsch gespielten Zügen zur Gewinnung von kostenloser Bedenkzeit entgegen zu wirken, wird diese (hoffentlich bald wieder abgeschaffte) Regel von Schiedsrichtern und Spielern bei Blitz-und Schnellturnieren in den Vereinen in keinem mir bekannten Fall unterstützt. Die Ausführung eines Strafzuges mit dem König wurde jedoch auch in einer Partie mit langer Bedenkzeit auf Bundesliga-Ebene schon von einem Spieler gefordert. Mangelnde Regelkenntnis auf hohem Niveau.
Beim Spaß-Blitz der Schachfreunde Berlin 1903 werden Bretter gedreht oder Figuren ändern ihre Gangart. Lustig!
Das FIDE-Verbot während des Turniers Alkohol zu konsumieren wird nicht geahndet, wenn dies allgemeiner Konsens ist. Dieser Punkt ist jedoch schon von Spielleitern (nicht erst Schiedsrichtern) kritisch zu sehen, wenn z.B. der Jugendschutz oder die Anwesenheit "trockener Alkoholiker" Nachteile für einzelne Spieler erkennen lassen.
In einem Fall, in dem ich in Kreuzberg ein Monats-Schnellturnier schiedsrichterte, konnte ich in gleichgearteter Situation zwei Spieler mit der nachdrücklichen Darlegung der Regel und ihres Sinns zurück an das Brett bringen und einen Zug ausführen lassen. SR wollen das Schachspiel unterstützen, nicht das Nichtschachspiel.
Wenn aber dem eingesetzten und uneigennützig tätigen SR absichtlich und uneinsichtig auf die Finger geklopft wird, endet das Fingerspitzengefühl. Das Verhalten der Spieler in diesem Einzelfall war weder untadelig noch sportsmännisch. Schachanfänger wissen nichts von bestehenden jahrzehntelangen Freundschaften. Der SR schützt solche Anfänger vor irritierenden Beispielen. Wenn ein Spieler sich zu einem neuen Turnier anmeldet, muss er seine Spielstärke auch in jeder einzelnen Partie neu unter Beweis stellen. Das ist der Zweck jedes Turniers.
Privaten Schachturnieren OHNE SR widerspreche ich nicht. Da darf der befreundete Gegner auch gern einmal folgenlos einen unmöglichen Zug zurücknehmen, etc.
Nicht zu vergessen: Glückwunsch an Adis!

15.01.2020 17:07 André Buttkus

Das fiktive Geburtsagsturnier ist dann so: Alle Spieler sind gut befreundet, kennen sich viele Jahre und einigen sich auf Remis.

15.01.2020 16:09 Georg Adelberger

Zweischneidige Sache, wie ich finde. Die Aufforderung "Spielt, sonst Null" ist in diesem Rahmen unangemessen, da setzt sich der geschätzte Kollege etwas zu sehr in Szene.

Umgekehrt: ist es so unzumutbar, sich dann in Gottes Namen brav ans Brett zu setzen, 3x Springer rein, Springer raus zu ziehen und dann zum gemütlichen Teil überzugehen?

Ich mag das als Schiedsrichter auch nicht, wenn ich entscheide, und der Betroffene diese Entscheidung einfach ignoriert. Oder mit Abbruch der Veranstaltung / "Ich komme nie wieder" droht.

15.01.2020 13:30 Rabiega, Robert

Ich kenne viele Schiedsrichter und habe immer die nötige Achtung vor ihnen.Es geht mir um das nötige Fingerspitzengefühl.Hat sich denn während der Runde irgendein Spieler beim Schiedsrichter über diese " skandalöse "
Remisabsprache beschwert??? Muss der Schiedsrichter so handeln oder verliert er ansonsten seine Lizenz?Hätte eine erhobener Zeigefinger nicht gereicht?Die Sache hätte man an auch ganz entspannt angehen können. Hoffentlich haben die Herren Paulsen und Maxion ihre Lektion auch gelernt.Ansonsten möchte ich festhalten,dass ich gerade diesen beide Spieler als untadelige Sportsmänner schätzen gelernt habe.

15.01.2020 12:57 Jan-Daniel Wierzbicki

Bei all der (korrekten) Regeldarlegung, darf im Zuge dieser Diskussion immer noch nicht die ursprüngliche Intension der Veranstaltung vergessen werden. Ich wiederhole noch mal:

Ohne Startgeld, mit kleinen Sachpreisen, ein gemütliches Zusammensein in freundschaftlicher Atmosphäre, wo ein Wohlgefühl zum Neujahr klar im Vordergrund steht (so war es sinngemäß vom SKT avisiert worden).

Das in der Schachbundesliga, bei der BMM, bei einem x-beliebigen Open und ähnliches Regeln gelten, die einzuhalten sind, steht doch hier völlig außer Frage (darüber brauchen wir nicht zu diskutieren).

Wenn ich jedoch zu meinem Geburtstag ein gemütliches Schachturnier unter Freunden veranstalte, besteht gewiss kein einziger Teilnehmer darauf hier die FIDE-Paragraphen akribisch genau bis zum letzten Absatz einzuhalten! (dann wäre ich in den nächsten Jahren auch alleine auf meiner Geburtstagsfeier!)

Fazit: Wenn SO (!!) lockere Turniere in freundschaftlicher Atmosphäre ablaufen sollen, was für eine Atmosphäre herrscht dann dort in regulären Turnieren!

Zwei sehr starke Spieler (die sich seit Jahrzehnten und dies können mit Sicherheit hunderte von Schachfreunden bezeugen im Turniersaal immer fair, freundlich und korrekt verhalten haben) werden "vergrault" und werden dieser Veranstaltung mit Sicherheit so bald nicht mehr beiwohnen. Dies kann weder im Sinne des SKT noch der übrigen dort anwesenden Schachfreunde zielführend gewesen sein!

In diesem Sinne wäre eine Zurückhaltung und Toleranz bei dieser Veranstaltung wohl die bessere Wahl gewesen!

15.01.2020 12:29 Andreas Lange (SCK)

Den "schwarzen Peter" darf man nicht dem SR zuschieben. Was hier verlangt wurde, waren unfaire Sonderregeln für Einzelne. Wer kein Schach spielt, und sei es nur einen einzigen Zug, bekommt auch keine Punkte. Eigentlich logisch.
Sekt gibt es überall im 24/7 verfügbaren Getränkehandel. Mit dem Hinweis auf früheres meisterliches Schachspiel wird man auch dort wohl keine Flasche gesponsert bekommen.
Aus dem Vorwort der FIDE-Schachregeln: "Die Schachregeln setzen voraus, dass Schiedsrichter das notwendige Sachverständnis, gesundes Urteilsvermögen und absolute Objektivität besitzen." Jan Engelmann hat dies in einer SR-Prüfung bewiesen. Ich vertraue, gegen alle geäußerten Meinungen, auf seine angemessene und für mich nachvollziehbare Bewertung der Situation.
Andreas Lange (SCK), RSR.

15.01.2020 11:48 Jan Engelmann

@Robert Rabiega: Ich finde es schade, dass besonders jemand wie Sie, der auf einem so hohen Level spielt, die Funktion des Schiedsrichters so grundlegend falsch versteht. Die Funktion des Schiedsrichters ist es, darauf zu achten, dass die Regeln von allen Spielern eingehalten werden um einen fairen Wettkampf für alle Spieler zu garantieren.
Zu sagen: 'Wir haben das schon immer so gemacht und der Schiedsrichter soll gefälligst die Klappe halten und die Regeln missachten' finde ich als Argument ziemlich traurig.
Glauben Sie mir bitte, wenn ich sage, dass das Ergebnis nicht meine präferierte Wahl war. Ich hätte es auch lieber gehabt, wenn das Turnier normal weiter gelaufen wäre.
Aber wenn man mit solch einer Selbstverständlichkeit und Respektlosigkeit die Regeln und 2 Warnungen des Schiedsrichters missachtet, dann sehe ich mich leider zu dem Nullen des Ergebnisses gezwungen.
Wenn Ihre Einstellung zur Einhaltung der Regeln allerdings augenscheinlich von so vielen (vor allem leider auch hochklassigen) Spielern hier geteilt wird, dann kann man erahnen, woher diese Selbstverständlichkeit kommt.

15.01.2020 10:16 Rabiega, Robert

Ich finde die Entscheidung völlig übertrieben.Es hätten für niemanden einen Unterschied ausgemacht, wenn man darüber hinweggesehen hätte.Ich habe so etwas zigmal bei Blitztunieren erlebt,egal was die Regel besagt.Ein Schiedsrichter sollte sich vor allen Dingen im Hintergrund verhalten. Das macht einen guten Schiedsrichter aus....

13.01.2020 22:16 Christian Syré

Vielen Dank an die Ausrichter und Sponsoren!
Für ein neues Turnier war es sehr, sehr gut.
Soviel Herzblut der Organisatoren und Sponsoren – beispielhaft.
Drei Turniere (Klassisch, Rapid, Blitz) liefen reibungslos, Top-Preisfond, Räumlichkeit prima, Versorgung zum Selbstkostenpreis ist nicht zu toppen.

Die Rundenergebnisse und Tabellen sind m.E. im Laptop von Hauptschiedsrichter Martin Sebastian, warum nicht auf der Homepage?
Ich hoffe, das passiert noch?!

Beispielhaft für mich ist die Homepage vom Lichtenberger Sommer. Dort sogar mit Partien aller (!) Teilnehmer.
Im nächsten Jahr soll das Neujahrsturnier noch größer werden. Ich wünsche den Organisatoren viel Erfolg!

13.01.2020 15:23 Heinz Uhl

Ich schließe mich meinem Vorredner vollumfänglich an:

Bis auf den genannten einzigen Kritikpunkt eine rundum gelungene Veranstaltung. Vielen Dank dafür an alle, die das ermöglicht haben!

13.01.2020 14:15 Lars Vollbrecht

Der Teufel besucht Petrus und fragt ihn, ob man mal ein Fußballspiel Himmel gegen Hölle planen sollte.

Petrus hat dafür ein Lächeln übrig: "Glaubst du, ihr habt auch nur die geringste Chance? Alle guten Fußballspieler kommen in den Himmel: Pele, Beckenbauer, Müller, Maradonna, Ronaldo, Ballack,..."

Der Teufel lächelt zurück: "Aber wir haben die Schiedsrichter!"

13.01.2020 12:31 Robert Draheim

Danke für die Aufklärung. Wenn nicht beide Spieler mindestens einen Zug ausgeführt haben sollten, scheint die Entscheidung formal richtig gewesen zu sein.
Ob sie bei solch einem Turnier angemessen war, ist wiederum eine andere Frage.
Vielleicht hilft beim nächsten Mal etwas mehr Gelassenheit. Regeln und Vorschriften generell sollen in erster Linie ein Hilfsmittel für ein gutes Miteinander sein.
Einen guten Turnierleiter und Schiedsrichter zeichnet nicht übermäßige Paragraphentreue aus, sondern Augenmaß und die Fähigkeit, Konflikte zu lösen, anstatt selbst welche zu erschaffen.