Website-Upgrade von Contao 3 auf 4

Ich habe heute unser Content Management System (CMS) Contao von der Version 3.5.35 auf die 4.5.10 angehoben. Durch Upgrades mehrerer anderer Webseiten von Version 3 auf 4 konnte ich schon reichlich Erfahrung sammeln und habe jetzt nach entsprechender Vorbereitung in den letzten Wochen, den Sprung auf die neue Version gewagt. Sollten Probleme bei der Darstellung unserer Website auftreten und ist das Login im Backend (Administration) nicht mehr möglich, dann solltet ihr einfach mal Cache bzw. Cookies im Browser löschen.

Da wir weiterhin unser 2004 eingeführtes Layout im Frontend "fahren", dürften Besucher kaum etwas vom Upgrade merken. Es sei denn es treten Fehlermeldungen auf oder irgendetwas sieht seltsam aus. Dann bitte einfach bei mir () melden.

Für Backend-Benutzer, also unsere Redakteure, hat sich visuell so einiges getan. Doch auch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Technisch gibt es nämlich in der Version 4 gravierende Veränderungen. So wird Symfony als Framework und Composer als Versionsverwaltung für Erweiterungen verwendet. Die Liebe der Kernentwickler von Contao zu diesen externen Tools ist grenzenlos, die der Anwender wurde allerdings auf eine harte Probe gestellt. So stellen beide Tools hohe Anforderungen an die Serverarchitektur. Das fängt an mit der nicht überall verfügbaren intl-Erweiterung, der quasi-Pflicht eines SSH-Zuganges, der Nutzung symbolischer Links und endet mit einem geradezu riesigen Ressourcenhunger beim Arbeitsspeicher. An Letzterem ist der Composer schuld, doch ich habe auch schon mit einer Contao-Installation allein die 1-GB-Marke geknackt. Composer selbst braucht noch viel mehr, abhängig davon wieviel Erweiterungen (oder neudeutsch: Bundles) installiert sind. Da machen die meisten Hostingtarife schlapp. Besonders unrühmlich tut sich da ein bekannter Berliner Hoster hervor, bei dem wir bis etwa 1999 Kunde waren. In anderen Tarifen (256 MB RAM ist fast immer Grundvoraussetzung) anderer Hoster knirscht es nicht ganz so laut. Doch auch ManagedServer sind betroffen. So läßt sich Contao 4 auf unserem Server nur über SSH updaten.

Bei soviel Kritik wundert sich der Leser, warum ich noch auf Contao setze. Das hat vor allem den Grund das es ein geniales System ist, welches man bis zur Version 3 super verwalten und erweitern konnte. Das gilt aber auch noch für Contao 4, da Erweiterungen aus Contao 3 auch noch in 4 laufen. Ein Pluspunkt kommt auch noch hinzu: Der Contao Manager, ein externes Tool - sozusagen eine Konsolen-GUI, hat Mitte Juni die Installation und die Updates für Contao deutlich verbessert. Dank einer externen Cloud in einem Rechenzentrum in Stuttgart, das von der Contao Association für 80 Euro im Monat angemietet wurde, kann der Contao-Manager die Abhängigkeiten zwischen den Erweiterungen nun in der Cloud auflösen, statt auf den hardwareschwachen Servern des Kunden (wie unser ManagedServer, wo uns zwar 16 GB RAM zur Verfügung stehen, die aber nicht von Composer genutzt werden können/dürfen). In Stuttgart warten jeweils vier "Worker" auf Arbeit und sie haben dabei jeweils 7 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Der Support für Contao 3 läuft übrigens in diesen Wochen aus und für ein Jahr werden noch Sicherheitsupdates bereitgestellt. Danach ist Schluß.

Frank Hoppe

Bearbeiter: | | Archiv: BSV - Nachrichten | ID: 3237

Kategorie: Homepage

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