Entscheidung des Vermittlungsausschusses im Fall Salzberg

Nachdem es bei dem BMM-Mannschaftskampf am 8. März 2015 in der Landesliga zwischen Weiße Dame und SF Nordost Berlin zu sehr unschönen Szenen gekommen war - der Spieler Salzberg beschimpfte den Schiedsrichter Hendrik Möller als "Wichser" und Weiße Dame als "Drecksverein" - verhängte das Präsidium des Berliner Schachverbandes nach Kenntnisnahme von den verbalen Entgleisungen gegen den Spieler Salzberg gestützt auf § 12 Abs. 1 Nr. 2 und 3 sowie Absatz 2 Nr. 4 der Satzung am 15. März 2015 eine Spielsperre für alle BSV-Turniere bis zum 31.12.2015. Da diese Entscheidung den Schachfreunden von Nordost Berlin als zu "hart" erschien, riefen diese schließlich den Vermittlungsausschuss an, vor welchem der Streitfall am 26. Mai 2015 verhandelt wurde.

Der Vermittlungsausschuss wies einleitend darauf hin, dass er einerseits die unverzügliche Entschuldigung des Vereins SF Nordost bei SF Möller wie auch dem Verein "Weiße Dame" ausdrücklich begrüßt, zugleich aber auch das Ausbleiben einer persönlichen Entschuldigung des Spielers Salzberg für sein Fehlverhalten bedauert.

Ferner bestand Einigkeit, dass es nicht nur das selbstverständliche Recht, sondern sogar die Pflicht des Verbandes ist, seine ehrenamtlich tätigen Schiedsrichter vor Angriffen jeglicher Art - seien sie verbal beleidigender oder gar körperlicher Natur - zu schützen, so dass tatsächlich eine empfindliche Strafe angezeigt schien. Auch sieht es der Vermittlungsausschuss nicht als seine Aufgabe an, die Autorität des Präsidiums zu untergraben, indem es grundsätzlich die Auffassung des Präsidiums von einer angemessenen Strafe durch seine eigene ersetzt. Sofern das Präsidium in nicht zu beanstandender Weise von seinem Ermessen Gebrauch gemacht hat, ist das Ergebnis im Regelfall auch vom Vermittlungsausschuss hinzunehmen. Lediglich wenn - was vorliegend nicht der Fall war - die Ermessensentscheidung auf sachfremden Erwägungen beruht oder die Grenzen der Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt scheinen, hat es einzugreifen.

Vorliegend erschien es beachtlich, dass es sich bei SF Salzberg insoweit um einen "Ersttäter" handelte, als dass gegen ihn bislang in der Vergangenheit noch keine Sanktionen verhängt worden waren.

Vor diesem Hintergrund erlaubte sich der Vermittlungsausschuss dem Protestführer und dem Berliner Schachverband eine Reduzierung der Spielsperre bei gleichzeitiger Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung nebst Erstattung der hälftigen Protestgebühr vorzuschlagen.

Schließlich kam es zwischen dem Berliner Schachverband und dem Protestführer zur folgenden sachgerechten und sportlichen Einigung "auf Augenhöhe":

Gegen den Spieler Gregor Salzberg wird eine Spielsperre bis zum 26. September 2015 (einschließlich) verhängt (- wobei die Parteien sich jedoch einig sind, dass der Spieler auch im Fall einer etwaigen [Vor-]Verlegung der Blitzmannschaftsmeisterschaften für diese melde- und spielberechtigt sein soll).

Die Reststrafe von 3 Monaten und 3 Tagen wird für die Dauer von 2 Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Sollte der Spieler während dieser Zeit keinen Anlass bieten, die Aussetzung zu widerrufen, erlischt sie mit dem 26. September 2017. Andernfalls, d.h. im Fall eines erneuten ahndungswürdigen Fehlverhaltens vor Ablauf der Bewährungszeit, wird die Aussetzung widerrufen und die zu verhängende neue Sanktion, um den Strafrest verschärft.

Die Protestgebühr wird den SF'en Nordost zur Hälfte erstattet.

Sollte nun beim geneigten Leser der Eindruck entstanden sein, dass durch die Einigung der Parteien etwas Vernünftigeres herauskam, als wenn der Vermittlungsausschuss den Streitfall entschieden hätte, so soll dem von hier aus nicht entgegengetreten werden.

Dr. Ferenc Toth
Vermittlungsausschuss

Bearbeiter: | | Archiv: BSV-Nachrichten | ID: 1718

Kategorie: Vermittlungsausschuss

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Kommentare

Kommentare

Holger Niese am :

Man muss die Entscheidung des Vermittlungsausschusses akzeptieren, aber ich persönlich finde die Spielsperre bis zum 26.09.2015 für derartige "ungehobelte" Beleidigungen gegenüber dem Schiedsrichter als zu milde. Im Fußball würde es sofort die rote Karte - gefolgt von mindestens 2-4 Mannschaftspunktspielen Sperre geben. Wenn man berücksichtigt, dass die kommende BMM-Saison wahrscheinlich wieder im Oktober beginnt und somit die Entscheidung faktisch eine Spielsperre von "Null" BMM-Wettkämpfen bedeutet, kann man Nordost nur beglückwünschen! Trotzdem finde ich es lobenswert, dass sich der Verein entschuldigt hat!

Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass Sportfreund Salzberg kein "Ersttäter" ist. Ich persönlich habe die Beleidigung "Wichser" schon einmal von ihm nach einer Niederlage gegenüber unserem mittlerweile nicht mehr aktiven Schachfreund Nabel Hadj Sassi bei einer Berliner Blitzmannschaftsmeisterschaft vernommen (das Jahr ist mir aber leider entfallen).

olaf bandsom am :

Ich bin erstaunt das ein Verein wie Nord ost an so ein Spieler fest hält .
Ich hätte ihn aus den Verein geschmissen.

Marc Rüther am :

Ich finde es auch daneben, wenn so etwas gesagt wurde. Andererseits kennen wir die genauen Umstände nicht und schlecht verloren hat auch schon jeder von uns. Ich finde es eher ein bisschen fragwürdig, eine einzelne Person hier öffentlich an den Pranger zu stellen. Das ist Rachejustiz und vielleicht schlimmer als die eigentliche Strafe. Präsidiumsberichte dürfen nicht kommentiert werden, aber eine einzelne Person darf jetzt jeder hier anspucken?

Jürgen Federau am :

Bedauernswert finde ich die Veröffentlichung des Falles im Internet. Durch die Veröffentlichung wird massiv in das "gesellschaftliche" Leben eines Menschen eingegriffen. Beispielsweise ist es heutzutage bei Neueinstellungen in einer Firma üblich, dass der Personalchef sich zuvor im Internet über den Bewerbungskandidaten informiert. Ein Personalchef, der den vorliegenden Artikel liest, wird niemals den Bewerbungskandidaten zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Durch Negativdarstellungen kann das "gesellschaftliche" Vorankommen eines Menschen vernichtet werden. Man sagt, das Internet vergisst nie, trotzdem plädiere ich dafür, den Artikel sofort aus dem Internet zu löschen!

Thomas Binder am :

Was Schachfreund Federau schreibt, ist bedenkenswert. Andererseits brauchen wir (mehr) Transparenz, was vom Präsidium verhängte Strafen (Sperren) betrifft und natürlich auch bei Beschlüssen des Vermittlungsausschusses. SF Niese hat den Vergleich zum Fußball gezogen. Auch da werden Vergehen wie "Schiedsrichterbeleidigung" öffentlich - durch Internet und Lokalpresse keineswegs nur bei Profis, sondern bis in die untersten Klassen. Es gibt keinen Grund, warum im Schach dann eine andere Norm gelten sollte.

Reinhard Giese am :

Ich schließe mich der Auffassung an, vorsichtig mit persönlichen Diskreditierungen zu sein. Im Fussball ist eine rote Karte allerdings auch bis in die unterste Klasse öffentlich. Insoweit begrüße ich hier die öffentliche
Diskussion. Der Schutz gegenüber Ehrenamtliche wiegt auch staerker.
Zumal Hendrik niemand ist der polarisierend wirkt.
Die Strafe umfasst NICHT die BMM, was ich sehr bedauere, denn eineStrafe wirkt nur dann, wenn sie weh tut. Und hier waere eine Signal-Wirkung
gegenüber anderen"Verdaechtigen" angebracht gewesen.wir wissen genau,
Dass hier war kein Einzelfall.

Sven Schüle am :

Die Bedenken von SF Federau teile ich, kann aber auch die Antworten von Thomas und Reinhard nachvollziehen. Daher rege ich an, den Namen des gesperrten Spielers sofort aus dem Artikel und den Kommentaren zu entfernen (oder durch "S." zu ersetzen) und ihn in weiteren Kommentaren zu diesem Thema nicht mehr zu verwenden.

Thomas Binder am :

@Reinhard bzgl. BMM: Da haee ich zunächst den gleichen Gedanken. Aber: Die Sperre würde dann die ganze Mannschaft bestrafen. Das Vergehen war aber offenbar "sehr individuell". Außerdem würde eine Strafe, die vielleicht eine halbe BMM-Spielzeit abdeckt auch zur Wettbewerbsverzerrung für unbeteiligte Mannschaften führen - je nachdem, wann man gegen das Team des gesperrten Spielers spielt.
@Sven: Die auch sonst oft übliche Verkürzung des Namens wäre ein guter Kompromiss. Wer der Sache nachgehen will, findet sicher auch heraus, um wen es geht. Die von SF Federau beschriebene Bloßstellung z.B. über eine einfache Google-Suche hingegen wird vermieden.

Frank Hoppe am :

Als ich vom VA via Bettina die Meldung zwecks Veröffentlichung bekam, wollte ich alle Vereins- und Spielernamen anonymisieren. Ich habe mich dagegen entschieden, weil dem Spieler eine Spielsperre ausgesprochen wurde. Wenn niemand von einer Spielsperre weiß, außer der VA, einige Funktionäre oder der Spieler, ist die Spielsperre ja praktisch wirkungslos. Insofern konnte ich den Namen schon mal nicht anonymisieren.

Kurz nach der Veröffentlichung gab es ein Telefonat von mir mit dem Präsidenten. Weil der VA daß aber so veröffentlicht wissen wollte, haben wir das auch mit den Schimpfwörtern so gelassen.

Ilja Köppen am :

Solche verbalen Entgleisungen sind nicht hinnehmbar und muss sanktioniert werden. Man kann von einen Schachspieler erwarten, dass er nachdenkt und nicht einfach drauf los beleidigt. Die ehrenamtlichen Schiedsrichter müssen wie im Fußball so üblich ist immer eine Aufwandsentschädigung erhalten. Dann würden wesentlich mehr Schachfreunde den Schritt zum Schiedsrichter zu wagen. Dazu gehört es auch dass in der BMM die Schiedsrichter auch entlohnt werden müssen. Entlohnt heißt hier, dass der übliche Schiedsrichterbetrag hier angesetzt wird. Wenn der Verband es vorschreibt, dass der Gastgebene Verein den Schiedsrichter stellen muss, dann ist der Verband hier in der Pflicht. So wie es im Berliner Fußball so üblich ist. Bei allen Punktspielen wird der Schiedsrichter bezahlt. Ist auch nur eine kleine Aufwandsentschädigung. In der BMM reicht ja ein Schiedsrichter für alle Mannschaften, die Heimspiel haben völlig aus. Dieses Entgelt müsste dann vom Verband erstattet werden. Der Vorschlag wäre, dass zur Hälfte der Verband und die andere der Verein trägt. Dann ist es

Reinhard Giese am :

@Thomas,
eine individuelle Sperre im Mannschaftssport trifft IMMER die ganze Mannschaft. Im Fußball, im Handball und eben auch im Schach. Wir haben eine sehr starke Spielerin vor Jahren verloren, weil es keine Konsequenzen gab, nachdem sie während eines BMM Kampfes sehr beleidigt wurde in einer anderen für sie als Baltin verständlichen Sprache. Sie hatte die Lust verloren, sich solchen Situationen auszusetzen. Warum sollte die leidende Mannschaft darunter mehr leiden als die des Täters?
In diesem Jahr gab es den Fall in Kreuzberg gegen uns, wo sich der Verein für das ungebührliche beleidigende Verhalten eines Spielers entschuldigte und den Täter vereinsintern sperrte. So geht es auch. Hier noch einmal öffentlich mein Respekt vor Kreuzberg!
Ein unsportliches Verhalten muss konsequent Sanktionen nach sich ziehen im Interesse aller fairen Spieler. Jeder Spieler weiß dann den Zusammenhang zwischen Handlung und Folge. Berühre ich eine Figur, muss ich sie ziehen, auch wenn ich eine Figur einstelle oder matt gehe. Beleidige ich, werde ich gesperrt z.B. für ein Spiel. Nutze ich mein Handy zum Analysieren, werde ich disqualifiziert und gesperrt. Ich sehe darin nichts Schlimmes, keine Wettbewerbsverzerrung. Im Gegenteil, wer will denn auf Dauer mit solchen Charakteren in einer Mannschaft spielen? Kein Fußballprofi wird lange in einer Mannschaft bleiben, wenn er wiederholt wegen unsportlichem Verhalten die Mannschaft schwächt.

Olaf Kreuchauf am :

"Anonymisieren" müsste man meines Erachtens auf jeden Fall, was konkret vom zu bestrafenden Spieler gesagt wurde. Es reicht völlig aus, wenn man darauf hinweist, dass es außergewöhnliche Beleidungen in Richtung Schiedsrichter und Gastgeberverein gab. Vielleicht kann man das ändern.

In Internetforen werden solche Ausdrücke schließlich vom Administrator mit *** versehen. (Und nur mal nebenbei: Wenn jemand hier schriftlich so entgleisen würde im Kommentar, würde unser Webmaster mit Sicherheit auch was machen.)

Gregor Salzberg am :

Wer von den Schachfreunden, die sich erdreisten ein Urteil für mich zu fällen- hat die Anklage gelesen und nicht nur das Urteil???
Wer war beim Zwischenfall zugegen???
Ich wollte mich gar nicht zu der Lappalie äußern, aber wenn ich den ganzen Humbug und die Quervergleiche zum Fußball lese wird mir schlecht.
Der Tathergang (Ich werde hier nichts verschönen):
Ich war sehr frustriert von meiner Partie und habe mir an der Bar außerhalb des Spielsaals ein Bier bestellt und wollte meinen Ärger runterspülen (kennt der ein oder andere vielleicht).Ich wurde dann vom Schiedsrichter darauf hingewiesen, dass ich kein Alkohol während der Partie trinken darf. Das war mir neu- ich wusste nur das im Turniersaal das Trinken verboten sei. Uneinsichtig und lapidar fragte ich ihn darauf hin, ob er mich deswegen Nullen will und er antwortet mit Ja. Weswegen fragte ich und er sagte wegen Unsportlichkeit. Ich ließ meine Flasche dann stehen und ging zur Toilette und als ich wieder kam, stand die Null im Spielbericht. Muss man sich abmelden, wenn aufs Klo muss?
Perplex wollte ich vom Schiedsrichter wissen, wo in der Turnierordnung stand, dass ich kein Alkohol trinken darf. Er wollte oder konnte mir so schnell keine Antwort geben. Plötzlich mischte sich eine dritte Person von Weiße Dame in die Diskussion ein, die ich leider nicht nicht zuordnen konnte und gab seinen Senf dazu und dann kamen von mir die bekannten Worte. Ich weiß bis heute nicht warum ich genullt worden bin.
Wenn man während der Partie keinen Alkohol mehr trinken darf, sollte man auch während der Partie nicht rauchen dürfen!!! Es geht natürlich um die Vorbildfunktion beim Trinken, aber die ist weder beim einen noch beim anderen geben. Es sind beides Süchte. Es ist immer wieder schön, wenn die Raucher ans Brett zurückkommen den ekelhaften Rauchgeruch mitkommen und bei vielen noch andere wunderbare Gerüche und dann soll man sich konzentrieren ????? Sehr unsportlich- alle nullen!!
Meine genullte Partie konnte auch aus dem Gegenstand rühren, dass ich eine Partie weiterspiele, die ich nicht mehr gewinnen kann, aber zum einem spielen wir BMM und zum anderen wurde im gleichen zwischen Nordost und Weiße Dame II bis ein Zug vorm Matt gespielt. Unsportlich????
Zum Schluss das Thema Fußball und Schach.
Ich habe über 15 Jahre Fußball im Verein gespielt und habe erfolgreich einen Schiedsrichterlehrgang absolviert (Leider nur als Zweitbester, weil Herr FM Breier 100% der Fragen richtig beantwortet hatte).
Wenn man nun die Aufgaben der beiden vergleichen möchte, sollte man sich zuerst überlegen wie das Match ohne Schiedsrichter verlaufen würde und dann wird einem ganz klar das zu 99% der Fälle es im Schach ohne geht- ich bin mir ganz sicher und beim Fußball- geht es nicht mal ansatzweise ohne (Wir uns da einig oder??)). Also konnte man grob sagen, dass der Schachschiedsrichter eine passive Rolle hat und der Fußballschiedsrichter eine aktive.
Nun wieder zu mir. Während der Partie hat sich mein Gegner wiederholt beschwert, dass es eine große Unruhe im Turniersaal herrsche- wo war da der Schiedsrichter???
Mir wurde außerdem in der Anklage vom Schiedsrichter vorgeworfen, ich hätte nur noch 4 Minuten auf, was richtig wäre, aber wenn er zugegen wäre, hätte er bestimmt gewusst, dass die 30 min Zusatzzeit noch nicht auf der Uhr sind. Das sind für mich alles Ungereimtheiten.
Ich will auch klar stellen, dass ich nichts verherrlichen möchte, Es ist ganz klar, dass ich eine Strafe verdient habe, aber dreht es sich um die Höhe. Veranschlagt wurden 9,5 Monaten- muss man sich mal auf der Zungen zergehen lassen. Wenn man mit dem Handy betrügt und erwischt wird gibt es 24 Monate- das steht zu keinem Verhältnis. Jetzt wieder zum Fußball; rote Karte in der Liga, meinetwegen 4 Spiele Strafe, aber nur in der Liga- Championsleague und DFB darf man weiterspielen. Ich werde, aber für alle Wettbewerbe(letzte Runde der BMM verpasst, M-Klasse verpasst, Schnellmeisterschaft verpasst, Pokaleinzel verpasst, Blitzeinzel verpasst,...) gesperrt. Wenn man sich das durchrechnet sind das eine Menge Partien.
Es sind leider zu viele Figurenrücker unterwegs, die sukzessive den Sport kaputtmachen.

Olaf Ritz am :

Es ist sehr schade, dass bei uns noch immer ein solch unterschiedliches Verständnis vorherrscht, was die Homepage unseres Dachverbandes aller Berliner Schachvereine für eine Aufgabe hat! Sie ist das Schaufenster unseres Verbandes nach außen! Der BSV erfüllt hierdurch zusammen mit seinen Mitgliedsvereinen die Lobby-Arbeit Pro Vereinsschach im Land Berlin! Die sachliche Mitteilung über den hier diskutierten Fall gehört nicht dazu! Sie gehört ausschließlich in das BMM-Skript zu all den anderen Nachrichten über Spieler-Sperren, über Verbandsstrafen fürs Nicht-Antreten und/oder falsche Aufstellungen der Vereine. Siehe z.B. Runde 9 der BMM 2014/15: http://www.mattzug.de/bmm/archiv/1415/runde9/Bericht

Welche der dort genannten Vereine hätte die ihm ggü. verhängten Ordnungsmaßnahmen gerne als Nachricht auf der BSV-Homepage gelesen? Niemand, aber Insider hätten so auch das Urteil im o.g. Vorfall finden können, ohne dass sich der Schachsport in Berlin auch durch die in den Kommentaren angedeuteten sonstigen Vorfällen nach außen hin teils lächerlich macht. Das soll Schach in Berlin im Schachverein sein? Natürlich nicht, nur ein Zeichen, wie wenig wir offenbar unser Hobby Schach lieben, sonst würden wir es vor einer solchen Außenwirkung besser schützen!

Und wer das anders sieht und hier sogar den Fußballsport als Vergleich bemüht, der sollte einmal im "Schaufenster" aller Berliner Fußballvereine prüfen, ob es dort eine solche Negativnachricht jemals auf die Startseite des Verbandes schafft. http://berliner-fussball.de/

Natürlich nicht! Es ist ein Trauerspiel, warum nur stellen wir unser schönes Hobby Schach so schlecht nach außen hin dar? Mir als Schachspieler ist das peinlich und ich bitte das Präsidium eine einheitliche Meinung darüber herzustellen, was unsere Verbands-Homepage (auch im im Unterschied zum BMM-Skript!) für eine Aufgabe hat!

Christopher Sell am :

Ich gebe Herrn Ritz vollkommen Recht. Diese Mitteilung als auch ein Teil der Diskussion gehören nicht direkt auf die Verbandsseite unter der Überschrift " Aktuelle Meldungen". Es wäre besser, wenn man die Mitteilung im BMM Skript, auf einer Seite des Vermittlungsausschusses oder in einem Bereich für Schiedsrichterentscheidungen veröffentlicht. Auch dann würde es im Übrigen ausreichen, wenn man die verletzte Norm und die entsprechende Sanktion nennt. Im Übrigen wäre es sinnvoll, wenn man in § 9 der Satzung des BSV die Veröffentlichung der Entscheidungen des Vermittlungsausschusses genauer regelt.

Falls es von Interesse ist: Die "Alkoholregelung" findet sich in § 1 Absatz 8 der Turnierordnung.

Lutz Reichert am :

Ist schon kafkaesk, wenn die Berichterstattung über ein Fehlverhalten mehr gemaßregelt wird, als das Fehlverhalten selber.

Wir können die Berichterstattungen, die alle Schachspieler angehen, natürlich vollkommen sein lassen und uns zukünftig von Nachrichten mit umgefallenen Vereins-Reissäcken zu Tode langweilen lassen.

So schafft sich die BSV-Homepage ab.

Update: das B paßt nicht mehr.

Felix Engers am :

Ich für meinen Teil wäre sehr froh, wenn hier der Fokus auf dem (ich zitiere) "langweiligen" Vereinsleben der Vereine des BSV liegt und nicht auf einzelnen Entgleisungen einzelner. Eine Lösung solche Strafen, die Einzelspieler betreffen, über das BMM-Skript zu veröffentlichen fände ich sehr begrüßenswert. Auch ist nicht ganz klar, warum bei einer Veröffentlichung hier dann auch noch die Kommentarfunktion aktiviert sein muss, denn eine so ausschweifende Diskussion, die letztlich zu Lasten des Spielers geht finde ich spätestens über das Ziel hinausführend.

Um nochmal auf den vorherigen Post einzugehen: Meiner Meinung ist ist dem auch nicht zuzustimmen, dass Strafen Einzelner "alle" angehen. Es muss lediglich dafür gesorgt sein, dass bei Veranstaltung von Turnieren die Ausrichter eine Möglichkeit haben einzusehen, wer gesperrt ist, damit diese Sperre gegebenenfalls durchgesetzt werden kann.

Frank Heller am :

Das hier ist und bleibt ein Pranger und m.E schlimmer als die Beleidigung des Bestraften.

Georg Adelberger am :

Eine Anonymisierung wäre hier angebracht, sowohl was Namen als auch Vergehen betrifft ("Der Spieler wird wegen grober Schiedsrichterbeleidigung gesperrt..."). Kenntnis des Klarnamens brauchen nur die betroffenen Ausrichter (hier der BSV) und allenfalls die zwei involvierten Vereine. Eine Googlesuche mit dem Namen liefert nun den Artikel aber bereits auf S. 1. der Suchergebnisse und anders als Profi-Fussballspieler sind Amateur-Schachspieler keine Personen von öffentlichem Interesse.

Eine anonyme Veröffentlichung ist dennoch sinnvoll, da die Ahndung des Fehlverhaltens an sich sehr wohl von allgemeinem Interesse ist, sowohl wegen der Transparenz als auch prophylaktisch. Ob hier oder auf der Skriptseite sei dahingestellt. Wieso aber manche meinen, die Berichterstattung schade dem Sport (mehr als das Ursprungsvergehen), kann ich nicht nachvollziehen.

Ich würde aber Diskussionen hier generell unterbinden und ins Forum verlagern bzw. verweisen (dann wäre
Da auch etwas mehr los). Das ist dafür da, und grundsätzlich ist eine Diskussion auch völlig legitim.

Was die Strafhöhe betrifft, entstand in der Tat zu Beginn der Eindruck, dass hier im Endeffekt nur eine Verwarnung stehengeblieben ist. Dies war offenbar nicht der Fall, hätte aber in der Darstellung des VA auch nochmal angesprochen werden sollen.

Eine Beschränkung auf den jeweiligen Wettbewerb halte ich aber für nicht sinnvoll, allein schon weil Sperren, anders als beim Fussball, nicht (zwangsläufiger) Teil des Spielgeschehens sind (Notbremse o. Ä.), sondern eh nur in besonderen Ausnahmefällen, wie dieser zweifelsohne einer ist, ausgesprochen werden.

Ferenc Tóth am :

Die Forenbeiträge, die ich - insbesondere den von Gregor Salzberg - mit großem Interesse zur Kenntnis genommen habe, zeigen auf, dass ein wesentlicher Aspekt ein wenig untergegangen ist: Der Vermittlungsausschuss hat nicht eine Verbandsstrafe ausgesprochen, sondern der Verein des betroffenen Spielers, der den Protest auf eigene Kosten eingelegt hatte und der Verband haben auf der Grundlage eines Vergleichvorschlages des Vermittlungsausschusses auf Augenhöhe einen sehr vernünftigen Kompromiss geschlossen und damit eine durchaus leidige und unangenehme Angelegenheit würdig aus der Welt geschafft.

Ich denke, dass dies sowohl dem Verein, als auch dem Verband gut zu Gesicht steht und eher geeignet ist, den Respekt vor den Beteiligten zu fördern, als zu mindern.

Ferner wurde und wird durch die Veröffentlichung niemand an den "medialen Pranger" gestellt und es sollte sich auch niemand aufgerufen fühlen, - zumal ohne Kenntnis aller Einzelheiten - über den Spieler zu urteilen oder gar zu richten - es sei denn er selbst ist gänzlich frei von Schuld.

Eine Veröffentlichung gerade der uns wesentlichh erscheinenden Gesichtspunkte erschien aber nicht zuletzt zur Information derjenigen, die sich zu Recht dafür interessieren, welches (Fehl-)Verhalten zu welchen Folgen führen kann, geboten. Gerade in diesem Bereich dürfte Transparenz besonders wichtig sein, um der Sorge vor willkürlichen Reaktionen entgegenzuwirken.

Ich kann gut nachvollziehen, dass die nicht erfolgte Anonymisierung Bedenken auslöst. Im konkret vorliegenden Fall gebe ich aber zu bedenken, dass auch die Beleidigung des Schiedsrichters und des gastgebenden Vereins im öffentlichen Raum erfolgten, so dass die Veröffentlichung auch dem Ehrenschutz des Schiedsrichters und des Vereins dienten. Der Spieler Salzberg selbst scheint sich im Übrigen, seinem Forums-Beitrag nach zu urteilen, nicht an der Benennung von "Roß und Reiter" zu stoßen.

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