A-Klasse 2019 bei ChWe

Update 23.05.2019 (22:15 Uhr)

Am langen Himmelfahrtswochenende findet vom 30.05.-02.06.2019 bei guter Verpflegung wieder die A-Klasse bei ChWe statt.

Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 23.05.2019. Das Turnier wird DWZ- und ELO-ausgewertet.

Spieler mit B-Klassenberechtigung können das Feld auffüllen, wenn bis 23.05.2019 nicht alle Plätze besetzt sind.

23.05.2019: Aktuell haben wir 5 Anmeldungen (ab 5 können wir spielen).

Bearbeiter: | | Archiv: BSV-Nachrichten | ID: 5800

Kategorien: Spielausschuß, Turniere

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Kommentare

Kommentare

Jan-Daniel Wierzbicki am :

Uwe Arndt = A-Klassen Spielberechtigung auf "Lebenszeit" ???
Letztes Jahr 2018 tauchte der Spieler Uwe Arndt als Teilnehmer im A-Klassenturnier bei ChWe auf mit dem Ergänzungskommentar "darf mitspielen unter der Voraussetzung das er beim QT 2018 die Qualifikation für die A-Klasse schafft" (das QT lief zu diesem Zeitpunkt noch); Herr Arndt hat dort die A-Klassen Spielberechtigung NICHT (!!) erreicht und dürfte trotzdem beim A-Klassen Turnier 2018 bei ChWe mitspielen! Er wurde dort mit 0,5 aus 6 Letzter und ist in die B-Klasse abgestiegen!

Jetzt ein Jahr später steht Uwe Arndt wieder als Teilnehmer beim A-Klassenturnier 2019 bei ChWe drin, mit dem Vermerk "Spieler mit B-Klassenberechtigung können das Feld auffüllen ...".

FRAGE: Während andere Spieler absteigen und selbst sportlich wieder aufsteigen müssen, erhebt sich mir hiernach die Frage ob Herr Uwe Arndt trotz allen "sportlichen Misserfolges" dennoch scheinbar eine "lebenslange" Dauer-Spielberechtigung" für die A-Klasse zu haben scheint.

Ich halte daher eine Zulassung von Herrn Arndt zum A-Klassenturnier für äußerst bedenklich und finde es gelinde gesagt all den anderen Schachfreunden gegenüber, die fair und sauber um den sportlichen Aufstieg kämpfen mehr als ungerecht.
Jan-Daniel Wierzbicki

Andreas Lange (SCK) am :

Uwe Arndt hat keine lebenslange A-Spielberechtigung, er erhält nur öfters eine A-Spielgenehmigung, was ein großer Unterschied ist.
Die Vereine richten, nach dem "offiziellen" Lichtenrader Qualifikationsturnier A-D, eigenverantwortlich selbst weitere Klassenturniere aus. In Kreuzberg wurden z.B. in diesem Jahr, aus Besetzungsschwierigkeiten alle D-Anmeldungen in die Gruppen C1 und C2 verschoben.
Wenn ChWe seine A-Gruppe auffüllt, ist das regelgerecht. Wenn dabei Uwe Arndt der "Nutznießer" ist, werfe man ihm vor, dass er ein Glückspilz sei. Unfaires und unsauberes Spiel kann ich daraus nicht ableiten.
In Lichtenrade kann einem A-Spieler sogar ein D-Spieler zugelost werden. Wo ist die Schachpolizei, die das verhindert?

Jan-Daniel Wierzbicki am :

Dann kann man sich aber auch fragen, wozu gibt es überhaupt noch Klasseneinteilungen, das QT, BEM-Spielberechtigungen und Abstiegsregelungen! Wenn einerseits aufgestellte Normen (z.B. für die A-Klasse beim QT) sportlich nicht erreicht werden oder man sogar in einer A-Klasse spielt, in der man eigentlich gar nicht hätte spielen dürfen, dann klar (als Tabellenletzter) absteigt und prompt nur ein Jahr später (ohne Wiederaufstieg) einfach dort nochmal mitspielen darf.

Ich übertreibe jetzt mal (absichtlich): Ich mache ein schönes M-Klassenturnier, vorzugsweise an einem BL-2BL-OL-Wochenende, an dem alle Top-Leute (die überregional spielen) nicht teilnehmen können und erkläre dann kurzer Hand, dass die 12 A- und B-Klassen Spieler die dann "zufällig" vor Ort sind jetzt zu M-Klassespielern erklärt werden (und einfach mal M-Klasse spielen dürfen) und dann nehme ich noch einen "Gerademacher" aus der C-Klasse dazu!

Was hat das noch mit sportlicher Qualifikation und Klasseneinteilung zu tun. Die meisten Schachfreude dürfen "brav" absteigen und können dann "x-Jahre" lang wieder versuchen aufzusteigen und andere (die "Connection" oder GLÜCK oder sonst was haben), die können trotz NICHT Erreichung der Norm, trotz (KLAREM !!!) Abstieg einfach wieder (und wieder und wieder) in ihrer "Lieblingsklasse" (A-Klasse) mitspielen (wie am Beispiel von Herrn Uwe Arndt wunderbar ersichtlich).

Wie sagt man doch so schön: "Da ist was faul im Staate Dänemark". Nichts gegen Andreas Rehfeldt, nicht gegen Chemie Weißensee (der Verein ist super, die Homepage ist absolut Klasse und vorbildlich), aber das Klassensystem ist auf dieser Basis bzw. anhand des Beispiel-Falles Uwe Arndt UNGERECHT-HOCH-ZEHN !!!
Jan-Daniel Wierzbicki

Achim Schilly am :

Daniel Wierzbicki hat recht. Eine Klasseneinteilung die nicht gilt ist wertlos. Entweder ich bin in einer Klasse eingestuft oder nicht. Selber werde ich wohl die Klassenturniere nicht mehr mitspielen. Es gibt sehr wenig Ausrichter und deshalb nur einen begrenzten zeitlichen und örtlichen Rahmen. Mir ist es nicht möglich alle 3 Jahre die B-Klasse zu verteidigen und die genannten "Ausnahmeregelungen" finde ich zweifelhaft.

Andreas lange (SCK) am :

Gerechtigkeit ist ein religiös-philosophischer Begriff. Dass erlittene Unbill in der Wirklichkeit durch geheime Kräfte irgendwann einen mildtätigen Ausgleich erfährt, ist eine bloße Illusion.
Das Beispiel mit dem M-Klassenturnier ohne M-Spieler überzeugt mich auch nicht. Spielen wir demnächst bei Chemie um den WM-Titel, obwohl Magnus Carlsen versäumt hat sich anzumelden?? Das Klassensystem des BSV ist nicht perfekt. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, in welchem Turnier er sich anmeldet. Uwe Arndt meldet sich bei seinem Verein zum Turnier an und fährt damit gut. Das ist nicht verwerflich! Wenn er das A-Turnier gewönne, dürfte er dann "aus Gerechtigkeitsgründen" im nächsten Jahr nur A-Klasse spielen?
@G. Müller: Nicht Großmeister, sondern "Gerademacher" steht im Text.

Achim Schilly am :

Auch wenn es keine absolute Gerechtigkeit gibt, halte ich diesen Wert nicht für einen religiös-philosophischer Begriff, sondern für einen wichtigen Bestandteil unserer Gemeinschaft. Wenn wir keine Gerechtigkeit wünschen können wir die Turniere ja auch anstatt nach Wertungszahlen nach dem Alphabet oder dem Gutdünken des Ausrichters ansetzen.
Unabhängig von einer „Gerechtigkeitsdiskussion“ sollten auch die Klassenturniere nach festen Regeln stattfinden. Wenn das alles zu beliebig ist wird auch das Interesse an den Turnieren weiter erlöschen.

Andreas Lange (SCK) am :

Es gibt eine VORberechtigungsliste zur BEM, keine ALLEINberechtigungsliste. Mit 465 Namen nennt die Liste nur rund ein Viertel der BSV-Mitglieder.
Es wird also, hoffe ich, auch in Zukunft nach Einschätzung durch Landesspielleitung und Vereinsspielleitung, für Spielwillige über eine Teilnahmemöglichkeit an Klassenturnieren entschieden. Das hat nichts mit einer Beliebigkeit der Kriterien zu tun, sondern folgt der Turnierordnung des BSV.

Jan-Daniel Wierzbicki am :

Werter Schachfreund Lange,
wer wie wo eingeschätzt und eingestuft und in irgendwelchen Listen geführt wird steht auf einem Blatt (dort stehen ja auch Spieler mit IM-Stärke in der C-Klasse drin), auf dem anderen steht jedoch das es auch Qualifikationsnormen und Abstiegsregularien gibt !!! Dann kann man ja gleich sagen: Du hast C-Klasse, machst beim QT 3 Punkte um meldest dich dann "schnell, günstig" und möglichst "unauffällig" am besten beim deinem Heimatverein in der A-Klasse an (da kannst dann mal ein tolles Turnier spielen!).

Herr Uwe Arndt wurde 2018 bei ChWe als Teilnehmer der A-Klasse unter der "Auflage" und Maßgabe gelistet, das er beim (wie gesagt seinerzeit noch laufenden QT 2018 die entsprechende Punktenorm dafür mach, was er wie gesagt NICHT geschafft hat), dann darf er trotzdem (hat eben "Glück" gehabt) dort mitspielen und macht 0,5 aus 6 und steigt klar und deutlich als Tabellenletzter in die B-Klasse ab (da hilft nun mal auch keine "Grauzone" mehr) um einfach ein Jahr später "mir nichts dir nichts" wieder "freudestrahlend" in der A-Klasse mitzuspielen; hier werden ja wohl einige Turnierregularien ausgehebelt.

Man kann doch nicht ein A-Klassenturnier ausschreiben, dann melden sich eben nur drei B-Klassen und ein C-Klassen Spieler (oder ähnliches) und dann einfach sagen: "Na ja - da rücken dann eben alle in die A-Klasse nach". Wenn eben überwiegend nur B-Klassen Spieler zur Verfügung stehen, dann muss man auch ein B-Klassen-Turnier machen!

Ansonsten kann man das ganze BEM-Klassensystem doch gleich abschafften, es gibt dann NUR NOCH die Landesmeisterschaft von Berlin (besser bekannt unter M-Klasse) und das QT, was man dann zu einer Art Hauptturnier machen kann, wo beispielsweise die ersten drei oder vier in die M-Klasse aufsteigen.

Wozu braucht man doch noch Klassifizierungen und Auf- und Abstiegsregeln (auch diese stehen übrigens in der Turnierordnung), wenn sich eh niemand daran zu halten und jeder scheinbar nach "gutdünken" dort mitspielen kann wo er will.
Jan-Daniel Wierzbicki

Matthias Pröschild am :

Da Herr Uwe Arndt ja augenscheinlich in der A-Klasse überfordert ist (schließlich ist er letztes Jahr nicht nur abgestiegen, sondern, wie wir jetzt erinnert wurden, sogar KLAR), betrachte ich seine Nominierung als freundliche Geste des Ausrichters, welcher auf diesem Wege allen anderen Teilnehmern (einschließlich der GM=Gerademacher) einen aufwandslosen DWZ-Zuwachs ermöglichen möchte.

Andreas Rehfeldt am :

Nachrücker kommen zum Zuge, wenn am 23.5. noch freie Plätze vorliegen und sie somit das Teilnehmerfeld auffüllen. Zudem erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gruppe überhaupt erst zustande kommt. Die ersten Anmeldungen sind so oder so immer die Eisbrecher. Aktuell sehen wir eh, dass erst eine A-Klasse (bei Kreuzberg) voll geworden ist.

Jonatan Schenk am :

Ein Aufstieg durch die Einstufung nach DWZ ist in der Turnierordnung nach einem sportlichen Abstieg explizit ausgeschlossen. Ich würde doch annehmen, dass das dann analog auch für den in den letzten Jahren zugelassenen, in der Turnierordnung allerdings bislang nicht geregelten außerordentlichen Aufstieg zum Auffüllen einer höheren Klasse gelten soll.

Natürlich kann auch einfach jeder machen was er will, aber dann können wir die Turnierordnung als gemeinsamen Rahmen für die Klassenturniere auch abschaffen.

Carsten Haase am :

Tatsächlich drückt sich der Eindruck auf, dass hier "billig" eine M-Klassenberechtigung für das nächste Jahr möglich gemacht werden soll. Von den derzeit nur drei angemeldeten Spielern haben laut veröffentlichter "aktueller Klassenliste" (vom 1.5. auf den Seiten des Berliner Schachverbandes) zwei die Spielberechtigung für die B-Klasse und einer nur die Spielberechtigung für die C-Klasse (!). Und das soll ein A-Turnier sein?

Insbesondere der auf der Turnierseite dieses Klassenturniers getätigte Bezug zu §6 (letzter Satz) der TO zeigt sehr deutlich, dass hier tatsächlich jemand "macht was er will". Schade, dass es sich dabei ausgerechnet um den Landesspielleiter handelt und er laut unseren Statuten dies daher tatsächlich darf. Im Sinne unseres Sports ist dies aber sicherlich nicht. Und ein Vorbild für die Klassenturniere der anderen Vereine stellt unser Landesspielleiter damit auch nicht dar.

Nun ja: direkt zuständig im Spielausschuss für die Klassenturniere ist ja Hr. Christian Kuhn. Dieser ist nebenbei noch Vizepräsident unseres Landesverbandes.
Man darf gespannt sein, wer sich hier durchsetzen wird.

Olaf Kreuchauf am :

Hallo Jonatan, wo liest du das „explizit ausgeschlossen“? Ich sehe lediglich: "Der Landesspielleiter kann Spieler auf begründeten Antrag in eine höhere Klasse einstufen." (§6)

2 Intentionen dieser Kann-Bestimmung sind einerseits das Auffüllen von Klassen, um die Klassenturniere überhaupt durchführen zu können bzw. auf 8 aufzustocken, oder das Wiederhochstufen, wenn beispielsweise jemand mit einer DWZ über 2000 jahrelang passiv war und er nun in D oder C antreten müsste. Auch hatte ich mal erlebt, dass sich in der B-Klasse eines Vereins nur einer anmeldete, daraufhin wurde er hochgezogen in A.

Ich finde alle drei Fälle okay.

Olaf Kreuchauf am :

Hallo Carsten, Christian Kuhn entscheidet dies nicht, sondern er führt die Klassifizierungsliste. (Das müsste an und für sich jemand aus dem Spielausschuss machen.)

Olaf Kreuchauf am :

Aller guten Dinge sind drei: Die ganze Aufregung verstehe ich nicht. Ich habe mir das Streitobjekt, die Teilnehmerliste A68, jetzt mal angesehen. Uwe Arndt spielt demnach mit, wenn nicht alle Plätze besetzt sind bis zum 23.5.19. Davon abgesehen ist die DWZ über 1900 A-Klassen-tauglich. Und der „GM“ verhindert (gegebenenfalls!) die „spielfrei“-Ansetzungen. Wie das Teilnehmerfeld letztendlich aussehen wird, ist somit abhängig von den weiteren Anmeldungen. Ich sehe bei unserem LSL zuvörderst das Bemühen, die bei Chemie ausgeschriebenen Klassenturniere zur Durchführung kommen zu lassen.

Jonatan Schenk am :

@Olaf: die zitierte Passage gehört nach meinem Verständnis zu den Freiplatzregelungen unter §6.3, und dort ist direkt der erste Satz "Wer noch keine Klassenberechtigung besitzt oder diese nicht durch einen in den letzten drei Jahren erspielten Abstieg hat [kann einen Antrag stellen]". SF Arndt hat aber eine Klassenberechtigung, nämlich für die B-Klasse, und zwar durch den im letzten Jahr erspielten Abstieg. Im vom dir zitierten Fall eines 2000ers wäre es ja so, dass er den Abstieg nicht erspielt hätte, sondern durch Inaktivität herabgestuft worden wäre.
Natürlich kann man auch Fälle konstruieren, in denen eine Ausnahme sinnvoll wäre. Ein Jugendlicher erspielt sich in der 3. Klasse der BMM eine Erst-DWZ von 1600, spielt C-Klasse, steigt ab und hat zwei Jahre später 1800. Da könnte man sicherlich begründen, warum der Spieler für die B-Klasse eingestuft wird. Es ist sicher nicht die Intention der Turnierordnung, einen Spieler nach starker Leistungssteigerung in einer zu niedrigen Klasse antreten zu lassen.
Auf der anderen Seite ist sicher auch nicht die Intention der TO, dass Spieler von Chemie Weißensee nicht absteigen können.

Uwe Arndt am :

Die Idee, eine initiale Teilnehmerliste schon vor der Veröffentlichung mit potenziellen Nachrückern zu bestücken verfolgt den Zweck, interessierten A-Klasse Spielern mehr Sicherheit zu geben, das das Turnier mit hoher Wahrscheinlichkeit stattfinden wird, da genügend Nachrücker zur Verfügung stehen. Über die Zusammensetzung der abschließenden Teilnehmerliste sagt das dagegen nichts aus. Und es nimmt auch keinem A-Klasse-Spieler einen Platz weg. Insofern ist es etwas befremdlich, das die mit allen Teilnahme-Einschränkungen vom Landesspielleiter korrekt markierte Nachrücker-Liste mit 3 Einträgen überhaupt als fertige "Teilnehmerliste" diskutiert wird, da ja weder ein Zahlen-Verhältnis von A-Klassen-Spielern zu Nachrückern zu diesem Zeitpunkt ermittelt und auf Sinnhaftigkeit geprüft werden kann noch die Qualität der letztlich zur Aufstockung aus dem Pool der Nachrücker gezogenen nötigen Nachrücker (zu denen ja ebenfalls noch welche dazu kommen können). Da hat möglicherweise dem Initiator dieses Threads nach seinen offenbar zeitlich recht aufwändigen Recherchen meiner persönlichen A-Klassen-Mißerfolge der letzten Jahre am Ende etwas der klare Blick für die Art der veröffentlichten Informationen und deren Bedeutung gefehlt.

Generell ist natürlich noch zu sagen, das auf zunehmende Besetzungsprobleme in der Breite der Klassenturniere langfristig besser mit Modus-Änderungen reagiert werden könnte statt durch Debatten über die Sinnhaftigkeit von Aufstockungs-Varianten innerhalb des bisherigen Modus. Möglich wären z.b. eine zentrale A,B,C,D-Klasse für alle oder die Zusammenlegung von 4 Klassen (A-D) zu 3 etc. Ersteres bringt dann allerdings terminliche Einschränkungen für viele Spieler mit sich, letzteres vergrößert die Rating-Unterschiede innerhalb einer Klasse, wodurch sich der Teilnehmerkreis auch noch weiter reduzieren könnte. Da ist also der Stein der Weisen noch nicht gefunden. Die Frage dabei ist ja auch, was das primäre Optimierungskriterium der Klassenturniere sein soll, also z.b. a) die Anzahl der Teilnehmer zu maximieren oder b) die Qualität der M-Klasse-Aufsteiger zu maximieren oder c) die DWZ-Zahlen von Jugendlichen realistischer zu gestalten durch Sondereinstufungen oder d) noch etwas ganz anderes. Der jetzige Modus hatte sicher auch schon Vorläufer mit anderen Problemen und die Schlußfolgerung man könne ja auch gleich ein System komplett abschaffen, weil es nicht vollautomatisch in idealer Schönheit in jeder Situation funktioniert (übrigens nach vorher gar nicht klar definierten Optimierungs-Zielen) klingt auch nicht besonders hilfreich.

Georg Adelberger am :

Liebe Leute,

nu' macht doch mal halblang. Das ist ja alles schön und richtig was in der Ausschreibung steht, aber die Praxis ist dann noch mal was anderes, als Verantwortlicher der Kreuzberger KTs kann ich ein Liedchen davon singen. Man möchte, das die Gruppen stattfinden und auch halbwegs voll werden, und zwar eher oben als unten. Wären die Anmeldezahlen da, könnte man das noch mal diskutieren, aber ich habe dieses Jahr z. B. auch die D-Klasse komplett in die C-Klasse hochgezogen. Die Spieler wollen a) zunächst einfach mal 7x spielen, und b) - was auch den Reiz der Turniere ausmacht - in ETWA gleichstarken Gruppen, sodaß das Schweizer-System-typische "einer stark, der nächste schwach" ausfällt. Den aufstrebenden 1650 er packe ich - ungeachtet der Spielberechtigungsliste - bei zu geringer Teilnehmerzahl ohne mit der Wimper zu zucken in die B-Klasse, und der 1850er ebenso in die A-Klasse. Letztere halte ich für die einzig wirklich relevante, weil es hier um die Frage QT oder M-Klasse, geht, aber in der M-Klasse habe ich in den letzten Jahren auch keinen Spieler gesehen, der da nicht hingehört hätte - ab gesehen davon, daß die regulär Qualifizierten dort eh meist die Hucke voll kriegen. Insofern würde ich - genau wie Andreas - Uwe in der A-Klasse vormerken, und wenn dann am Ende ein Plätzchen frei ist, auch mitspielen lassen.

Jan-Daniel Wierzbicki am :

Ich denke es werden hier zwei verschiedene Fallszenarien miteinander vermischt bzw. nicht klar genug mit Abstand zueinander betrachtet.

Zum einen besteht eine gewiss generelle Schwäche des Systems auf Grund allgemeinen Nachlassen des Interesses, sprich wie von SF Adelberger geschildert "dem vollkriegen" der Klassen. Wenn hier ein in etwa passender Nachrücker (DWZ etc.) auf der Matte steht und er dann der "Achte-Mann" ist, der die Gruppe voll macht und zum laufen bringt ist dies eine Sache.

Zum anderen und hier kommen die turnierrechtlichen Relevanzen ins Spiel die u.a. von SF Schenk dargelegt worden sind, ist es schon ein Unterschied ob ein Spieler bereits unmittelbar im Vorjahr gespielt und sportlich bereits abgestiegen ist. Wenn nämlich dieser Spieler dann unmittelbar danach als Nachrücker, "Glückspilz" oder was auch immer wieder in den Genuss der "geschenkten" Spielberechtigung seiner Abstiegsklasse kommt, werden die ganzen Abstiegsregularien und damit letztendlich die TO sowie der gesamte sportliche Wert der Veranstaltung BEM-Klassensystem (und damit der Differenzierung) völlig ad absurdum geführt; und dann kann man zurecht darüber nachdenken das ganze System "auf Eis zu legen".

Mal abgesehen davon, dass sich in diesem Falle dann jeder Schachfreund (im Falle seines eigenen Abstiegs) die berechtigte Frage stellen könnte: Warum soll ich denn nächstes Jahr eine Klasse tiefer spielen, wenn andere "scheinbar unabsteigbar" sind, kann ich mich doch auch wieder in meiner "Lieblingsklasse" anmelden.

Laut dem Statement von Herrn Arndt ist der Inhalt des Turniers A-Klasse bei ChWe letztendlich noch nicht abschließend definiert, es steht jedoch zumindest A-Klasse auf der "Verpackung", nach dem jetzigen Teilnehmerstand (man vergleicht dazu bitte die Ausführungen von SF Haase) ist dort bisher kein einziger "echter" A-Klasse Spieler angemeldet (2x B-Klasse, 1x C-Klasse), da würde ich dann mal stark davon ausgehen, dass diese Turnier baldigst umbenannt wird in B-Klasse bei ChWe (dies entspräche dann auch dem tatsächlichen sportlichen Inhalt).
Jan-Daniel Wierzbicki

Paul Meyer-Dunker am :

Liebe Schachfreunde,

Da jetzt schon mehrfach der Kommentar kam dort wäre kein "echter" A-Klassenspieler: Ich hatte in meiner Funktion als technischer Leiter von Friesen eine A-Klasse für unseren Jugendspieler Mankel beantragt, dem dann aufgrund der positiven und rasanten DWZ Entwicklung vom Spielleiter auch stattgegeben wurde. Insofern darf er ganz regulär an einer A-Klasse teilnehmen. Wenn jetzt schon begründete Fördermaßnahmen für Jugendliche dafür genutzt werden um gegen dieses Turnier zu polemisieren, schießt das übers Ziel hinaus.

Wenn am Ende nur ein Spieler mit A-Klassenberechtigung teilnehmen will, wird sich sicherlich keine A-Klasse bilden. Wenn es am Ende 5, 6 oder 7 sind wird sich jede Person in der A-Klasse freuen, wenn es einen spielstarken Schachfreund gibt der das Turnier ergänzt. Oder wie unser Jugendspieler immer sagt: "Hauptsache viele starke Gegner". Der möchte nämlich vor allem Schach spielen.

Im übrigen mein Dank an Chemie und Andreas, dass sie schon viele Jahre dieses aus meiner persönlichen Erfahrung schöne, kompakte A-Klassen Turnier ausrichten und das in der Vergangenheit von vielen Spielern verschiedenster Vereine besucht wurde. Das einzige was ich diesem Turnier wünschen würde wäre, dass sich statt dieser Diskussion noch 7 weitere A-Klassenspieler (oder aufstrebende Jugendliche mit B-Klassenberechtigung) finden die Lust haben teilzunehmen.

Frank Hoppe am :

De Diskussion zeigt, das das Klassensystem überarbeitungsbedürftig ist. Bei Berolina z.B. haben wir schon seit Jahren Probleme genügend Spieler für eine A-Klasse zu finden. Zum Glück habe ich nur noch B-Klassenberechtigung. Wenn wir eine A-Klasse machen würden, würde ich vielleicht zwangsverpflichtet für A, um das Feld vollzukriegen. Ich würde das aber ablehnen, weil ich sportlich, d.h. durch Nichtspielen, abgestiegen bin. Jetzt bin ich in der B-Klasse mit DWZ weit über 1900 der Hecht im Karpfenteich.

Christian Kuhn am :

Ich staune immer wieder, dass in solchen Diskussionen alle möglichen Argumente aufgeführt werden, aber niemand in die TO schaut. Relevant ist § 6 Abs. 3. Der legt fest, dass der Landesspielleiter auf begründeten Antrag Freiplätze vergeben kann. Welche Gründe da in Frage kommen, steht nicht in der TO, der LSpL ist da frei in seinen Entscheidungen. Eine Hochstufung nach Wertungszahl ist Absteigern hingegen auf drei Jahre verwehrt. Der LSpL hat also formal korrekt gehandelt; dass ein begründeter Antrag vorlag, bezweifle ich nicht.

Entgegen Olafs Ansicht bin ich Spielausschussmitglied; die Funktion habe ich nicht niedergelegt, als ich Vizepräsident wurde. Tatsächlich bin ich nur für die Erstellung der Klassenlisten und die Einstufung nach Wertung zuständig. Weder darf ich Freiplätze vergeben, noch kann ich Vereine daran hindern, Spieler ohne Berechtigung spielen zu lassen. Die Verteilung von Arbeit und Entscheidungskompetenz auf die Mitglieder des Spielausschusses wird bei der anstehenden Überarbeitung der Ordnungswerke zu beleuchten sein. Ein Konflikt mit dem LSpL, bei dem ich mich „durchsetzen“ müsste, besteht nicht.

Das ganze System der Klassenturniere erscheint mit sehr überarbeitungsbedürftig. Klassenberechtigungen werden von nicht wenigen Spielern als Statussymbol betrachtet. Es besteht gar nicht die Absicht, je an einem Turnier teilzunehmen, aber wenn dann nach drei Jahren der Abstieg wegen Inaktivität oder nach sechs Jahren die Löschung aus der Liste erfolgt, ist das Geschrei groß. Auch hat die Wertungszahl-Tabelle in § 6 keinen Bezug zur Realität. Ab 2200 kann man per Wertung in die Meisterklasse aufrücken. Damit wäre man auf Rang 7 gesetzt; in die Mitte käme man mit 2150, der untere Rand liegt bei etwa 2000. Spieler, die gut in M mithalten könnten, dürfen aber nach Wertung nur ins A-Turnier. Entsprechend die Ergebnisse im QT: Aufsteiger haben bis zu 200 DWZ unter der TO-Wertung. Und in den Klassenturnieren sieht es auch nicht anders aus. Es gibt einerseits eine Inflation bei der Wertung, andererseits immer weniger Teilnehmer. Berliner Meister wurde die Rangnummer 44 der Berliner DWZ-Liste. Das betrifft übrigens alle offiziellen Meisterschaften, von der Deutschen bis hinunter zu irgendwelchen Kreismeisterschaften. Ich sehe daher auch keine Möglichkeit, irgendwie Turniere attraktiver zu machen. Meiner Ansicht nach bleibt nur, die Grenzen an die Realität anzupassen. Und sich ansonsten über jeden zu freuen, der überhaupt noch spielen will.

Matthias Bolk am :

So jetzt möchte ich mich auch mal zu dieser interessanten Diskussion melden.
Wie ich finde ist das ganze Berliner System mit den Spielklassen völlig überholt und aus der modernen Zeit gegriffen.
Ich habe mindestens 10 Jahre Pause vom aktiven Schach gemacht und finde mich natürlich dann in keiner Liste mehr wieder. Ich persönlich habe aber auch keine Lust auf eine Hocharbeitung von der D- Klasse nach oben. Und was das OQT angeht ist es natürlich eine schöne Sache aber wenn man von vornherein als einer der DWZ Favoriten an den Start geht und dann aber nur der 1. in die M-Klasse aufsteigt finde ich das völlig unrealistisch. Deshalb werde ich mich an diesen Turnieren auch nicht mehr beteiligen.
Ich lese aber immer von anderen Bundesländern das diese offene Meisterschaften austragen. Wieso ist das in Berlin nicht auch möglich?
Das wäre doch viel attraktiver und anstelle der Klassenturniere könnte jeder Verein eine offene Klubmeisterschaft austragen, wie es in Kreuzberg schon lange praktiziert wird. Ich glaube dann würden auch wieder mehr starke Spieler an dem Turnier teilnehmen.
So mit diesem Gedankengang verbleibe ich und wünsche allen Schachfreunden ein schönes Wochenende!

Matthias Bolk am :

So jetzt möchte ich mich auch mal zu dieser interessanten Diskussion melden.
Wie ich finde ist das ganze Berliner System mit den Spielklassen völlig überholt und aus der modernen Zeit gegriffen.
Ich habe mindestens 10 Jahre Pause vom aktiven Schach gemacht und finde mich natürlich dann in keiner Liste mehr wieder. Ich persönlich habe aber auch keine Lust auf eine Hocharbeitung von der D- Klasse nach oben. Und was das OQT angeht ist es natürlich eine schöne Sache aber wenn man von vornherein als einer der DWZ Favoriten an den Start geht und dann aber nur der 1. in die M-Klasse aufsteigt finde ich das völlig unrealistisch. Deshalb werde ich mich an diesen Turnieren auch nicht mehr beteiligen.
Ich lese aber immer von anderen Bundesländern das diese offene Meisterschaften austragen. Wieso ist das in Berlin nicht auch möglich?
Das wäre doch viel attraktiver und anstelle der Klassenturniere könnte jeder Verein eine offene Klubmeisterschaft austragen, wie es in Kreuzberg schon lange praktiziert wird. Ich glaube dann würden auch wieder mehr starke Spieler an dem Turnier teilnehmen.
So mit diesem Gedankengang verbleibe ich und wünsche allen Schachfreunden ein schönes Wochenende!

Achim Schilly am :

Um einen Gedanken von Matthias Bolk aufzugreifen.
Die Klassenturniere in der jetzigen Form finde ich ebenfalls überholt. Um möglichst gegen gleichstarke Gegner spielen zu können fände ich DWZ-Turniere (also z. B. Turnier für DWZ unter 1400, von 1400 bis 1700 usw.) gut. Wünschenswert wäre es, wenn diese Turniere nicht alle im Mai beginnen, sondern über das Jahr verteilt anfangen. Nicht jeder Schachspieler muss unbedingt im Mai Zeit für Turniere haben.

Jonatan Schenk am :

Ich staune wiederum über diese Interpretation der Turnierordnung. Wenn das wirklich so gemeint ist, muss das unbedingt anders strukturiert werden, so dass klar wird, dass sich der erste Satz von §6 Abs. 3 eben NUR auf die Einstufung nach DWZ bezieht und nicht auf die Einstufung durch den Landesspielleiter auf "begründeten" Antrag (wie auch immer die Begründung 2018 gelautet haben mag - "Turnier kommt sonst nicht zustande" war es ja wohl nicht, und es muss sicher nicht extra festgeschrieben werden, dass "Spieler ist Mitglied des Ausrichtervereins" als Begründung nicht in Frage kommt).

Jan-Daniel Wierzbicki am :

Wie bereits von mir (weiter oben) angeschnitten und jetzt auch von SF Bolk ähnlich aufgegriffen:

Denkbar wäre beispielsweise ein zweistufiges Turnier, das Meistersturnier aus dem am Ende ca. 4 bis 6 Spieler, je nach Teilnehmerzahl absteigen und parallel dazu das Hauptturnier (welches heute QT heißt) aus dem dann die Top-5 d.h. die besten 5 Spieler in der Endtabelle direkt in die M-Klasse aufsteigen!

Dies hat auch den Vorteil, das starke aber seit einigen Jahren inaktive Spieler nicht wieder bei "Null" anfangen müssen (bzw. Spieler mit Elo +2300 in der C-Klasse gelistet sind), sondern im Hauptturnier (bei 5 Aufstiegsplätzen) eine faire und direkte Wiederaufstiegsmöglichkeit ins Meisterturnier hätten.

Ich glaube auch das diese Modell mit einem Meister- und einem Hauptturnier in der Summe gesehen mutmaßlich heutzutage am weitesten verbreitet ist.

Alle bisherigen ABCD-Klassenturniere können hierbei dann abgeschafft werden; zum einen weil diese wohl tatsächlich nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen, zum anderen weil das allgemeine Interesse der Spieler überhaupt noch daran teilzunehmen in den letzten 30 Jahren tatsächlich rapide abgenommen hat und zum dritten (und das kann man durch die vielen Beiträge hier wunderbar nachvollziehen) es hierfür wie es scheint keine klaren und allgemein gültigen Regeln mehr zu geben scheint (und hier eh jeder machen kann was er will).
Jan-Daniel Wierzbicki

Uwe Arndt am :

@Jonatan Schenk : Doch war es. Wir mußten trotz Nachrücker mit nur 7 statt mit 8 Leuten spielen. Da wir dieses Jahr derzeit immer noch bei nur 3 Interessenten stehen: Möchten sich nicht endlich einige der vielen vermuteten hoch zehn Benachteiligten dieser Praxis erbarmen, sich anzumelden, um den Nachrückern ihre sonstigen Planungen für das Turnier-Wochenende zu erleichtern?

Wie das Turnier am Ende heißt, ist für die Nachrücker übrigens unwesentlich. Würde man es von Anfang an B-Klasse nennen, würde das die A-Klasse-Spieler komplett ausgrenzen, da sie NIE runter rücken können. Nennt man es dagegen A-Klasse, können sich alle ab A-Klasse und darunter erstmal in einer Liste zusammen finden, damit man schauen kann, welche Optionen mit den interessierten Teilnehmern möglich sind (im Idealfall sogar mehrere Klassen). Bisher gab es in all den Jahren am Ende immer noch eine Mehrheit von voll qualifizierten A-Klassen-Spielern, so daß ein A-Klassen-Turnier gespielt wurde.

Dieses Jahr spielen wir leider wegen Renovierung unseres Spiellokals in einem Ersatzgebäude, dessen Verfügbarkeit sich nicht mit dem üblichen zeitlichen Vorlauf klären ließ. Aber vielleicht kommt ein Turnier ja trotzdem noch zustande.

Marc Rüther am :

Ich bin ganz entschieden gegen die Abschaffung der Klassenturniere! Die sind für mich als 1700er nämlich die einzigen Turniere, in denen es tatsächlich um etwas Realistisches geht, nämlich Aufstieg oder - falls der geklappt hat - Klassenerhalt.
Ich sehe auch in der Ausrichtung kein Problem. Auch wenn es früher mehr Teilnehmer gewesen sein mögen, finden doch jedes Jahr in mehreren Vereinen Klassenturniere statt. (Danke an dieser Stelle an die Vereine dafür!)

@Jan-Daniel: Das von dir angeregten Zwei-Klassen-Turnier gibt es doch. Nennt sich halt QT und M-Klasse. Klar könnte man mehr Spieler in die M-Klasse aufsteigen lassen. Damit wird die M-Klasse für richtig starke Spieler, die sich bei der Berliner Meisterschaft ja generell sehr zurückhalten, allerdings noch unattraktiver.

Vielleicht wäre es schon damit getan, die D-Klasse zu streichen, so dass sich die Spieler auf weniger Klassen verteilen, und die DWZ-Grenzen für die Einstufung anzupassen.
Außerdem würde ich vorschlagen, die Termine für die Klassenturniere etwas flexibler zu gestalten. Warum nicht auch im Herbst oder Winter spielen, oder sogar generell in der zweiten Jahreshälfte? Das Geschiebe der Spieler in Kreuzberg war nur deshalb nötig, weil das Turnier unbedingt zwischen QT und Ferien laufen musste, und es nicht möglich war, zwei zusätzliche Termine ranzuhängen.

Jonatan Schenk am :

@Marc Rüther: die gewünschten flexibleren Termine gibt es schon - Zwar werden traditionell die meisten Turniere im zweiten Quartal ausgetragen, aber die Turnierordnung schreibt nur "nach dem Qualifikationsturnier" vor. Das Turnier bei NARVA im letzten Jahr lag überwiegend in den Ferien (es gab auch Überlegungen, dieses Jahr im Herbst ein Klassenturnier bei uns anzubieten). Es kann aber in den einzelnen Vereinen natürlich Hinderungsgründe geben, z.B. Verfügbarkeit der Räumlichkeiten. In den Ferien ist es natürlich auch so, dass viele potenzielle Teilnehmer im Urlaub sind.

@Jan-Daniel Wierzbicki: starke, länger inaktive Spieler können sich in der Regel nach Wertungszahl in der A- oder B-Gruppe einstufen lassen, da nur ein erspielter Abstieg in den letzten drei Jahren dem entgegenstünde.
Von einem Interesse, das "rapide abgenommen" hat, würde ich bei immer noch weit über 100 angemeldeten Spielern nicht reden wollen. Die Klassenturniere sind - gerade auch für Spieler der unteren Klassen - nach wie vor interessant, gerade weil man - wie Marc schon schrieb - in einem relativ ausgeglichenen Teilnehmerfeld ein realistisches Ziel hat. Ein Abschaffen solcher Turniere hätte sicherlich auch Auswirkungen auf das QT - mit welchem Ziel sollte ich denn als 1700er dort noch teilnehmen?

Olaf Kreuchauf am :

@Jonatan: ("Spieler ist Mitglied des Ausrichtervereins") Es ist nun mal so, dass ein Spielleiter am leichtesten Mitglieder des eigenen Vereins fragen kann, um Eventualitäten vorab begegnen zu können, das ist bei Chemie so, aber auch bei Berolina oder dem SCK (zum Beispiel).

@ Marc (Warum nicht auch im Herbst oder Winter spielen, oder sogar generell in der zweiten Jahreshälfte?) Es ist nur alte Tradition, dass die Klassenturniere kurz nach dem QT (früher OBT) angesetzt werden. Es ist nicht verboten, andere Zeiträume zu nehmen und mit dieser Tradition zu brechen. Vor Jahren hat ein Verein (TSG Oberschöneweide war’s wohl? Bin mir aber nicht sicher.) versucht, andere Termine anzubieten.

Ich möchte ausdrücklich alle Vereine ermuntern, ggf. neue Anläufe zu nehmen, auch wenn der 1.Versuch nichts war.

Zeiträume im Herbst und Winter sind sicherlich interessant. Denn es gibt ...zig Gründe für das Fernbleiben von Spielern (Gartensaison, Sommerurlaub/Fernreise, Wochentag passt nicht etc.).

Klassenturniere (auch wenn ich nur ab und zu teilnahm in den letzten Jahren) sollten besser nicht vor dem Aus stehen. Diese kleinen Turniere mit Spielern der eigenen Kragenweite haben ihren Reiz.

Jan-Daniel Wierzbicki am :

@Jonatan Schenk: Ich spiele seit 1987 Turnierschach, stamme also noch aus der "Urzeit", wo es nur mechanische Uhren gab, rauchen am Brett (!!) noch erlaubt war und Hängepartien gespielt wurden!

Zu dieser Zeit hatten die Klassenturniere eine unglaubliche Bedeutung: Es gab Vereine, da wurden D-Klassen (als Rundenturnier) mit 15 (!!) Spielern gespielt, oder es fanden in einem Verein zwei volle 8er-C-Klassen plus eine B-Klasse mit 12 Spielern statt. In fast jedem Verein fanden damals "ein dutzend" Klassenturniere statt (selbst A-Klassen hatten manchmal 13 bis 14 Spieler in einer Gruppe) Als A-Klassen-Spieler war man damals schon fast ein "Halbgott" (sorry für diese "dramatische" Darlegung) und konnte mit Sicherheit in einer sehr guten BMM-Mannschaft spielen!

Im Vergleich dazu sieht die BEM-Klassenwelt von heute ganz anders aus, die Angebote sind rar, die Gruppen meist gerade so mit 8 Spielern besetzt und das allgemeine Interesse hat (im Vergleich zu "damals") rapide nachgelassen. Darüber hinausgehend ist die Reputation eines A-Klassen-Spielers nicht mehr mit den "damaligen Zeiten" vergleichbar.

QT vs. Hauptturnier:
Wenn man die ABCD-Klasse abschaffen würde, könnte man das QT bzw. Hauptturnier dahingehend aufwerten, dass man ein geringes Startgeld (zur Finanzierung der Preise) erhebt, und neben den 5 Aufsteigern zum Meisterturnier noch diverse Ratingpreise, Jugendpreise, Damenpreise, Seniorenpreis usw. einführen würde.

@Marc Rüther: Ich muss dir leider recht geben in Bezug darauf, dass eine "Verwässerung" der M-Klasse (durch Mehraufsteiger) und damit einem höheren Pool an dort schwächeren Spielern dieses Turnier für die echten Spitzenleute natürlich unattraktiver machen würde; allerdings darf man nicht vergessen, dass dann alle potenziellen A-Klassen-Aufsteiger wegfallen würden, weil es ja dann keine entsprechenden Turniere mehr gäbe (dies wären zu den 5 M-Aufsteigern aus dem QT ein gewisser Ausgleich).

Auf der anderen Seite haben die Klassenturniere wohl einen gewissen "nostalgisch / Schachhistorischen" Hintergrund, diese gab es schließlich schon in den 50er-Jahren und aus diesem Aspekt heraus verstehe ich, das manch ein Schachfreund noch sehr daran hängt. Im Enddefekt ist die "Quadratur des Kreises" eben eine heikle Aufgabe!

Frank Hoppe am :

Meinem Eindruck nach ist der Zulauf zu den Klassenturnieren (bei Berolina) immer noch enorm. Insbesondere die C- und D-Klassen sind gut gefüllt. Dagegen macht sich ein deutlicher Schwund bei der A-Klasse und mittlerweile auch bei der B-Klasse bemerkbar. Für einen Gesamtüberblick seit 1987 oder früher fehlen mir die Daten und die Zeit. Die DWZ-Auswertungen seit den 1990er Jahren kann ja jeder selbst recherchieren, für alle früheren Turniere müssen die Mitteilungsblätter herangezogen werden.

Mag sich jemand so einer Analyse annehmen, um dem SpA Material für eine Reform zur Verfügung zu stellen?

Olaf Kreuchauf am :

@Frank: Ja, ich habe einiges. Bei meiner früheren Tätigkeit als MB-Redakteur bekam ich zum Auftakt doppelte Jahrgangsbücher historischer MB. Ansonsten müsste im BSV-Büro alles da sein. Ich denke aber, eine lückenlose Statistik brauchen wir nicht, aber für einen fundierten Blick in die „alten Zeiten“ reicht es.

@Jan: Den Eindruck habe ich auch, dass das Angebot (und die Nachfrage) schwächer geworden ist, was nachzuweisen wäre. Dem versuchte Andreas ja entgegenzuwirken, indem Klassenturniere die ganze Saison über erlaubt sind. Das liegt nun wieder daran, ob in den Vereinen Freiraum für Termine da sind.

Im normalen Spielplan sind die BEM-Klassen nicht immer leicht unterzubekommen, wenn die Teilnehmerzahl von jahr zu Jahr schwankt. Und ob ein Ausweichen auf andere Wochentage organisatorisch zu machen ist, liegt an den Gegebenheiten des Vereins. Die Klassenturniere an 2 bis 3 Wochenenden durchzuführen, dürfte auch eine Option sein. Es muss sich ja nicht, wie es derzeit durchaus der Fall ist, 3 Monate bis in den Hochsommer hineinziehen.

Veit Godoj am :

Vielleicht könnte man alle Klassenturniere nach ELO auswerten, um die Attraktivität zu erhöhen, bei Chemie z.B. wird dies ja schon in der A-Klasse gemacht. Der gefühlte oder tatsächliche Rückgang der Teilnehmerzahlen wird wohl auch mit dem Internet-Schach zusammenhängen, was es früher nicht gab und wohin bei manchen auch erhebliche "Spielenergien" fließen. Für die Beibehaltung der KT spricht in jedem Fall die im Vergleich zu Open-Turnieren wertungstechnisch ausgeglichenere Gegnerschaft. Alternativ könnte man auch auf jedwede Klassen verzichten und die Berliner Meisterschaft als Open ausspielen, in quasi "klassenloser Gesellschaft" quasi, mit entsprechendem Preisfond.

Lars Vollbrecht am :

@Frank

Übersicht in Siemensstadt: Kann man sehen wie das zurückgegangen ist. Hat aber sicherlich verschiedene Hintergründe.

http://www.herderschach.de/SFS-Chronik/BEM/index.html

http://www.herderschach.de/SFS-Chronik/BEM/ueber.html (1959-2012 letztmalige Ausrichtun)

Christian Kuhn am :

Ich weise nochmals darauf hin, dass in allen offiziellen Meisterschaften das Niveau sinkt. Vom DSB bis hin zum kleinsten Spielkreis. Egal, ob in Klassen gespielt wird oder in einem großen CH-Turnier. Für die Topspieler sind Meisterschaften weder vom Preisgeld noch vom Teilnehmerfeld interessant. Also fehlen sie. Dadurch sinkt der Wertungsschnitt. Damit wird die Meisterschaft für die nächsten besten Spieler uninteressant. Dadurch sinkt der Wertungsschnitt ... ihr versteht? Kein Verband hat es geschafft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, und ich bezweifle, dass die Leser der BSV-Webseite es schaffen.

Ja, der Sinn von Klassenturnieren besteht darin, dass Spieler mal nicht ein CH spielen, sondern gegen eiImnen kleinen Kreis etwa gleichstarker Gegner. Dieses Angebot gibt es sonst nur noch bei der DSAM. Dort gibt es keine Qualifikationen, man wird nach seiner aktuellen Wertungszahl eingestuft. Trotz Skandal sind die Teilnehmerzahlen hoch. Hingegen gibt es bei unseren Klassenturnieren keine Garantie für gleichstarke Gegner. Die TO erlaubt für das A-Turnier eine Einstufung für Wertung 2000 bis 2199. Viele der Qualifikanten liegen in dem Bereich oder knapp darunter, vor allem die aus früheren Jahren. Deren Spielberechtigung erlischt irgendwann, und es können sich aber immer mehr schwächere Spieler qualifizieren. Im QT haben sich 1500er für A qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch, aber wo ist dann der Anreiz für den 2100er, der 100% spielen muss, um seine Wertung zu halten? Der wird lieber woanders spielen, seine Wertung leicht verbessern und dann einen Freiplatz in der Meisterklasse beantragen (und erhalten). Wenn Andreas gleich von Anfang an Nachrücker im unteren Wertungsbereich der A-Klasse benennt, dann kommen halt nur Spieler aus dem Bereich. Eine ELO-Auswertung verschärft das Problem nur, denn dann ruiniert der stärkere Spieler nicht nur seine DWZ, sondern auch noch gleich seine ELO. Nein, das System ist kaputt. Ein paar Jahre noch gibt es genügend Traditionalisten, die da mitspielen. Und die halten das System noch ein paar Jahre attraktiv für aufstrebende Spieler, die mit 1800 mal M-Klasse spielen wollen. In 10 Jahren qualifiziert man sich mit 1600 für M, mit 2100 wird man Berliner Meister, findet auf der Deutschen gleichstarke Gegner, und jeder ernsthafte Schachspieler wird den Träger eines Meistertitels auslachen.

Schnellschüsse helfen aber genausowenig. Wenn es zu einer Überarbeitung der Ordnungswerke geht, müssen wir auch darüber reden, wie wir attraktive Turniere anbieten. Das wird eine längere Diskussion werden.

Andreas Lange (SCK) am :

"Klassenturniere" kennt man außerhalb Berlins wohl nur vom Schulschach.
Den starken Berliner Spielern geht es um ihre individuelle Wertungszahl und nicht um eine ungefähre Gruppenzuordnung anhand eines einzigen Turnierergebnisses, wie ich hier lese.
Dass Mancher einen Aufstieg z. B. von C-Klasse nach B-Klasse als Zwischenziel für sich definiert, liegt m. E. nur an der Propaganda für dieses reformbedürftige bis abschaffenswerte Klassensystem. Ein Klassenaufstieg ist, wie Christian Kuhn treffend kommentiert, sogar mit DWZ-Verlust denkbar!
Es steht den Vereinen frei, jederzeit Turniere beim BSV anzumelden und zu veranstalten und, bei regelkonformer Durchführung, diese Turniere auswerten zu lassen. Als die Turniere noch unbeschränkt einsehbar waren, habe ich beim BSV und anderen Landesverbänden in den Turnierlisten sogar längere Matches zweier Spieler ausgewertet gesehen!
Gewertete, offene Rundenturniere lassen sich durchaus in Vereinsregie organisieren; man muss es dann auch nicht Klassenturnier nennen. Ein geeigneter Modus, ein Schiri, ein Terminplan, eine Kreuztabelle und einige Spielwillige mit möglichst ähnlicher Wertungszahl. Das ist, so scheint es mir hier, eine utopische Kombination.

Andreas Lange (SCK) am :

@Frank Hoppe
Als BerlinBase-Herausgeber habe ich aus Eigeninteresse von verschiedenen Webseiten das verfügbare veröffentlichte Material gesammelt:
Alle "Mitteilungsblätter" des BSV und des FV Schach. Heinrich Früh's "Schachbriefe". Die Vereinszeitschriften "Brett vorm Kopp", "Der Eckbauer", "Der Königsjäger", "Kreuzqualle", "Gardez!", "Der Schachzug", "Der Schächer", "Patzerliga-Magazin", "Mitteilungsblatt SK Tempelhof", "Tempelhofer Schachmosaik", "Tempelhofer Schachblätter", "Infoblatt Chemie Weißensee", "S-M Heft". Dazu Einzel-Jahrgänge von "SCHACH" als Dokument des DSV-Sportbetriebs.
Ich habe einen brauchbaren Scanner und den OCR-Marktführer installiert.
Ich helfe gern und vervollständige dabei meinen Überblick.

P.S.: Die aktuellen BerlinBase-Versionen sind nicht mehr im Download-Bereich des BSV, sondern beim SC Kreuzberg gepostet. Letzte Ergänzungen in Version 6.5 waren die Berliner Klassenturniere und der Senioren-Länderkampf Berlin-Brandenburg 2019. Leite bitte Deine Links (Version 5.11) in meine Cloud um, Frank!

Andreas Rehfeldt am :

Nun haben sich 3 Spieler mit A-Berechtigung angemeldet und 2 Spieler füllen auf und das Turnier kann stattfinden. Luca und Florian haben die A-Berechtigung auf Antrag bekommen. Die Kriterien, nach denen dies durch den LSL vergeben wird, sind dem SpA und dem Leistungssportreferenten bekannt. Der LSL stimmt sich hier mit dem Leistungssportreferenten ab, wie im Fall von Daniel Sulayev in der MK 2019. Aktuell entfällt diese Abstimmung, da wir keinen Leistungssportreferenten haben.

Sollte sich noch bis Dienstag ein oder zwei Verträumte anmelden wollen, könnte ich dies noch berücksichtigen, muss es aber nicht, bei Zweien müsste ich dann neu auslosen.

Jeder Turnierleiter eines Klassenturnieres wurde von mir in der Vergangenheit berechtigt, Spieler ohne nötige Klassenberechtigung als Auffüller zuzulassen, wenn der Meldeschluss bei der betreffenden Klassenturnier abgelaufen ist und dadurch die anderen Spieler auf mehr Partien kommen bzw. das Turnier erst zu stande kommt.

Schaffen diese Auffüller dann den Klassenerhalt oder steigen gar auf, habe sie bewiesen, dass sie zu Recht mitgespielt haben, steigen sie ab, haben sie gem. TO für weitere 3 Jahre ihre „alte“ Klasse bestätigt. Also win win für alle.

Wem das nicht gefällt, steht es offen auf dem nächsten Verbandstag als LSL zu kandidieren und dann mit 3 Stimmenmehrheit im SpA und Präsidium die TO zu ändern.

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