Überraschende Abstimmergebnisse beim Verbandstag

Frank Hoppe
Abstimmung - hier zur Beitragserhöhung

Das Volk will 10 Uhr, doch die Volksvertreter waren dagegen. Mit einem eindeutigen Votum von 92:55 für den traditionellen BMM-Beginn um 9 Uhr stimmten die Vertreter der Berliner Schachvereine auf dem Verbandstag des Berliner Schachverbandes. Damit war nicht nur der Antrag von Weisse Dame gescheitert, sondern auch des Volkes Stimme wurde widersprochen. 61 Prozent von über 300 Vereinsmitgliedern (12 % aller BSV-Mitglieder) votierten für 10 Uhr, wie Präsident Carsten Schmidt in einer Präsentation über die Onlineumfrage vor der Abstimmung darstellte.

Eine weitere Überraschung war der zuvor angenommene Antrag des Präsidiums, die Beiträge zu erhöhen. Allerdings nicht um 4 Euro je erwachsenes Mitglied pro Jahr, sondern nur um 3 Euro. Und Kinder und Jugendliche bleiben außen vor, d.h. hier bleibt der Beitrag beim Alten.

Tweets vom Verbandstag

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15:08:30 Frank Hoppe berichtet heute live vom Verbandstag ab 18.00
18:02:50 Noch hat er nicht angefangen
 
18:14:37 Carsten Schmidt eröffnet den Verbandstag
18:31:01 Bao Anh Le Bui wird von Olaf Sill geehrt
18:34:51 Carsten Schmidt ehrt Reinhard Baier mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes.
18:39:04 Ehrungen Nikolai Nitsche und Sergej Kalinitschew.
18:46:45 Kinogutschein für Nikolai, Goldene Ehrennadel für Sergej.
18:47:25 Olaf Sill ehrt die U10 von Nord-Ost.
18:52:21 Carsten Schmidt ehrt Anita Neldner
18:57:43 Silberne Ehrennadel für Anita
19:01:42 Andreas Rehfeldt beglückwünscht SC Weisse Dame zum Berliner Meistertitel.
19:02:43 Gerhard Mietzelfeldt bekommt nachträglich einen Blumenstrauß zum Achtzigsten.
19:06:50 Wahl Rechnungsprüfer. Katja Sommaro als Hauptprüferin, Cord Wischhöfer als Ersatz. Einstimmig.
19:09:11 Ö-Arbeit und Materialwart weiter kommissarisch. Rico Schmidt und Thomas Rehberg.
19:10:08 Carsten appelliert an die Versammlung einen Schatzmeister zu finden.
19:15:48 Vortrag Jörg Schulz zur zentralen Endrunde der Bundesligen.
 
19:30:07 Aussprache über Berichte der Referenten und des Präsidiums.
19:30:58 Thorsten Groß und Martin Sebastian haben Fragen.
19:33:08 Martin wundert sich über das verbandseigene Spielmaterial, welches sich verschlechtert haben soll.
19:38:42 Carsten Schmidt sucht Schriftführer für Präsidiumssitzungen.
19:54:16 5 Minuten Pause
19:58:08 Martin Hamann macht weiter, aber noch sind nicht alle zurück vom Rauchen.
19:58:48 Bericht der Kassenprüfer durch Felix Nötzel
20:04:12 Präsidium von der Versammlung einstimmig in finanziellen Dingen entlastet.
20:04:35 Es geht weiter mit dem Etat 2017
20:06:58 Paul Meyer-Dunker hat Fragen zum Jugendetat.
20:08:35 Präsidium
 
20:10:58 Etat geht durch, jetzt kommen die spannenden Anträge.
20:11:51 Carsten Schmidt ergreift das Wort zum Antrag Beitragserhöhung
20:14:54 Die Rücklagen die jetzt noch da sind, werden für Zahlungen im ersten Quartal aufgebraucht. Rund 14.000 Euro.
20:19:48 Carsten Schmidt referiert zu den gestiegenen Kosten.
 
20:23:09 Hendrik Madeja macht Vergleiche mit anderen Landesverbänden. Und sieht die Geschäftsstelle als großen Kostenfaktor.
20:24:22 Hans-Joachim Schilly mahnt mehr Transparenz beim ?Finanzbericht an.
20:27:42 Paul Meyer-Dunker
 
20:29:52 Olaf Sill: In Berlin gibt es kein Geld von externen Stellen. Andere Verbände sind da besser gestellt.
20:34:37 Carsten Schmidt: Kosten steigen überall. Auch Landessportbund verlangt mehr.
20:37:33 Bei der Geschäftsstelle gibt es kein Kürzungspotential sagt der Präsident.
20:38:29 Kurzer Disput zwischen Carsten Schmidt und Hendrik Madeja.
20:40:38 Hans-Joachim Schilly warnt davor an der Geschäftsstelle zu sparen.
20:42:29 Rene Schildt möchte die Ausgaben plausibel erklärt haben.
 
20:45:15 Stefan Weigel vom SSV Rotation sieht auch Einsparpotential
20:47:17 Martin Sebastian: Wir müssen an den Einnahmen arbeiten. Und das sind nicht die Beiträge. Sondern die Wirtschaft.
 
20:48:53 Viele Wortmeldungen. Versammlungsleiter Hamann mahnt zur Eile.
20:49:49 Paul Meyer-Dunker steht wieder am Pult. Er möchte sich nicht auf Sponsorengelder verlassen.
20:50:58 Meyer-Dunker wurde vor einem Monat in den Jugendausschuss gewählt.
20:52:17 Landesspielleiter Andreas Rehfeldt hat Sorgen bei den zukünftigen Blitzmeisterschaften. Auch hinsichtlich der Kosten.
20:53:49 Wortmeldung von Manfred Rausch, Vorsitzender König Tegel
20:59:17 Martin Hamann läßt noch zwei Wortmeldungen zu.
21:01:06 Rene Schildt ist dran, Jörg Schulz danach. Anita Neldner fällt Rene ins Wort.
21:02:12 Schulz hält Erhöhung für sinnvoll, aber nicht in der Höhe von 4 Euro pro Jahr und Mitglied.
21:03:20 Carsten Schmidt findet den Vorschlag von Jörg Schulz sehr gut.
21:06:19 Schmidt will Antrag ändern. Hamann schlägt 2,60 wegen besserer Division vor.
21:08:13 27 Euro im Jahr soll jetzt der Antrag sein. Kinder und Jugendliche bleiben unverändert
21:09:01 Antrag mehrheitlich angekommen.
21:09:44 Antrag Weisse Dame. Thorsten Groß erklärt.
21:10:16 @Schachverband ... angenommen natürlich
21:10:47 BMM um 9 oder 10 Uhr?
21:11:28 Thorsten Groß
 
21:13:58 Carsten Schmidt erklärt die Onlineumfrage
 
21:22:12 Gelächter als die Umfrageauswertung nach Uhrzeit gezeigt wird.
21:22:44 Diskussion nach der Präsentation von Carsten.
21:23:52 Abstimmung bzw. Meinungsbild
21:24:50 55 dafür
21:25:54 92 dagegen
21:26:15 Wenige Enthaltungen.
21:26:58 Überraschendes Votum zur allgemeinen Stimmung im Volk
21:27:37 Für 10 Uhr alternativlos sind noch weniger Stimmen.
21:28:08 Thema Sonstiges
21:28:51 Andreas Rehfeldt spricht
21:32:04 Rehfeldt: Vereine haben zu wenig Schiedsrichter und auf diese Vereine kommen zusätzliche Kosten zu.
21:33:19 Carsten Schmidt wirbt für Verbandsschiedsrichter-Lehrgänge.
21:34:03 Carsten Schmidt und Elisa Silz wollen Vereine besuchen.
21:35:01 Es findet ein Wettkampf Nord- gegen Südberlin in den nächsten Wochen statt.
21:35:46 Schwalbe will Problemschachmeisterschaften Deutschlands in Berlin durchführen.
21:36:31 Thorsten Groß will Meinungsbild zur Gastspielerregelung
21:40:44 Gastspielerregelung auf U20 ausweiten. Versammlung mehrheitlich dagegen.
21:42:29 Weitere Wortmeldungen zu anderen Themen folgen
21:43:30 Martin Hamann schließt die Versammlung.

Mehr zum Verbandstag in den nächsten Tagen.

Frank Hoppe

Bearbeiter: Frank Hoppe | | Archiv: BSV-Nachrichten | ID: 2546

Kategorie: Presse

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Kommentare

Achim Schilly am :

300 von 2500 sind doch wohl nicht das Volk. Abstimmen konnten auch nur Schachspieler mit einem Internetanschluss.
Lieber Frank, da musst Du Deine Relationen etwas überdenken.
Es waren aber wieder fast alle Schachvereine auf dem Verbandstag vertreten. Ich denke, dass diese Vertreter schon wissen, was die Vereinsmitglieder möchten. Auch solche, die an Umfragen nicht teilnehmen!
Das zuständige Gremium hat sein Votum abgegeben und dieses sollte respektiert werden. Es wäre vermutlich besser gewesen, wenn der Verband seine Umfrage nicht gestartet hätte.

Frank Hoppe am :

Bei uns im Verein hat unsere Vorsitzende Katja die Leute auch persönlich befragt. Auch die, die kein Internet haben oder nicht an Umfragen teilnehmen. Da Votum war klar für 10 Uhr und entsprach etwa dem Votum der Berolinamitglieder, die an dieser Onlineumfrage teilgenommen haben. Katja hat entsprechend bei 10 Uhr ihre Stimmkarte hochgehalten. Ich war mit ihr einer Meinung, obwohl ich persönlich für 9 Uhr bin.

Matthias Kribben am :

Vielen Dank Frank für Deine umfangreiche Befragung und Auswertung zu diesem Thema!
In den Nuller-Jahren, als ich Präsident des Verbandes war, hatten wir die gleiche Situation, nur hatte ich damals sehr viele Spieler persönlich nach ihrer 9 oder 10 Uhr - Präferenz befragt und etwa zwei Drittel hatten sich für 10 Uhr ausgesprochen. Die Vereinsfunktionäre haben dann aber auf dem Verbandstag die Beibehaltung von 9 Uhr entschieden.
Diesmal hat die Internet-Befragung auch das Ergebnis von knapp zwei Dritteln für 10 Uhr ergeben (300 Teilnehmer von den 1500, die bei der BMM aktiv sind, ist ja durchaus eine ausreichende Stichprobe), aber die Vereinsfunktionäre haben dann mit großer Mehrheit ihre Hand wieder bei 9 Uhr gehoben. Das Präsidium muss nun entscheiden, ob es dem Wunsch der Spieler oder dem Wunsch der Funktionäre folgt. Gewählt wird es ja von den Funktionären....

Thomas Binder am :

Es ist schon unglaublich, wie hier der "Wunsch der Spieler" und der "Wunsch der Funktionäre" gegeneinander gehalten werden. Funktionäre in Schachvereinen sind auch Spieler. Die große Mehrheit der Verbandstags-Delegierten hat einen Tag zuvor um 9 Uhr am BMM-Brett gesessen. Sie wissen also, wie sie abstimmen und sie wissen auch mit welchem Mandat sie von ihren Vereinen zum Verbandstag geschickt wurden. Alle anders lautenden Unterstellungen gehen unter die berühmte Gürtellinie!
Was Matthias' letzten Satz betrifft: Ich vertraue darauf, dass das Präsidium so viel Anstand und Demokratieverständnis besitzt, das eindeutige Votum des Verbandstages zu respektieren.

Matthias Kribben am :

Lieber Thomas, Du konntest ja gestern nicht dabei sein, aber ich war Augenzeuge:
Die Internet-Umfrage wurde, nach Vereinen aufgeschlüsselt (!), ausführlich präsentiert und es gab Vereine, bei denen die Mehrheit der Spieler sich daran beteiligt und mit großer Mehrheit für 10 Uhr gestimmt hatten. Trotzdem haben die Vereinsvertreter ihr Ärmchen bei 9 Uhr gehoben.....
Das hat nichts mit Gürtellinier zu tun, das waren einfach die Fakten.

Olaf Ritz am :

Lieber Matthias,
"Neutralität" eines BSV-Ehrenpräsidenten war Deine eigene Formulierung in einem früheren Kommentar und nun so etwas. Unverständlich wieso Du nun im Nachgang Unfrieden stiftest und das Präsidium aufforderst, ein sehr deutliches Verbandstag-Votum einfach nicht zu beachten. Die Rolle des Verbandstages in der BSV-Satzung ist Dir bekannt. Achim hat zudem gut begründet wie die meisten Vereine zum Abstimmungsverhalten ihrer Delgierten gekommen sind. Die Unterstellung, dass Vereinsfunktionäre gegen die Interessen ihre Mitglieder entscheiden ist eine Unverschämtheit. Wenn sich Mitglieder aus den Vereinen auf dem Verbandstag schlecht vertreten fühl(t)en, dann werden sie das in den Vereinen klären.
Gruß Olaf

Thomas Binder am :

Das müssen dann diese Vereinsvertreter mit sich bzw. ihren Mitgliedern ausmachen. Es kann aber nicht sein, dass das Präsidium jetzt die abgegebenen Stimmen uminterpretieren soll.

Matthias Kribben am :

Lieber Olaf,
schade, dass Du gestern nicht dabei sein konntest, deshalb auf diesem Wege gute Besserung!
Als Ehrenpräsident sehe ich mich in der Tat in einer neutralen Rolle. Und ganz neutral habe ich gestern die Geschehnisse verfolgt und ebenso neutral die Fakten geschildert.

Klaus Welke am :

Wichtig war aus meiner Sicht das Statement von Manfred Rausch. Viele Vereine sind Mitnutzer von öffentlichen Räumlichkeiten. Eine Verschiebung nach hinten bringt so manchen in Konflikten mit nachfolgenden Veranstaltungen. Ein Argument, daß bei den Abstimmungen in den letzten 25 Jahren immer wieder unterstrichen wurde.

Ich möchte ausdrücklich Thomas beipflichten. Die Vertreter der Vereine sind selbst Spieler und nehmen die Rolle als Repräsentant ihres Vereines ernst. Insofern muß man ihr Votum ernst nehmen! Auch wenn es dem einen oder anderen vielleicht nicht paßt.

Ich hoffe, daß die Auswertung der online-Befragung des BSV veröffentlicht wird. Mit einer Beteiligung von 12% der BSV Mitgliedern an der Abstimmung erhält man einen kleinen Eindruck, was die internetaffinen Mitglieder bevorzugen.
Interessant waren die weiteren Folien bei den Abstimmungen: Aus welchen Vereinen kamen die Stimmen für den Wechsel des Modus? Wie stark ist dabei die Unterstützung für die 10-Uhr Option? etc. - Für mich erschien es hier klare Präferenzen einzelner sehr aktiver Vereine/ Gruppen von Spielern zu geben.

Olaf Ritz am :

Lieber Matthias,
vielen Dank für die neten Wünsche, alles andere als PN.
Gruß Olaf

Für den Tempelhofer SV Mariendorf 1897 e.V. möchte ich festhalten, dass bei uns in einer internen Doodle-Umfrage ein sehr klares Votum für 9 Uhr heraus kam. Sollten nun die wenigen 10-Uhr-Beführworter an der BSV-Online-Umfrage teilgenommen haben, alle anderen aber ihrem Delegierten vertrauten und sich für die Umfrage beim BSV gar nicht weiter interessierten, so zeigt sich wie vorsichtig diese Umfrageergebnisse zu deuten sind. Die "neutralen Fakten" könnten für den TSVM dann heißen:

4x für 10 Uhr bei interner Doodle-Umfrage.
Diese 4 Mitglieder nehmen bei der BSV-Umfrage teil.
Voilà, zu 100% ist der TSVM plötzlich für 10 Uhr :-)

Markus Zelanti am :

Wenn eine Online Umfrage gestartet wird,dann muß auch Gewähr leistet sein,das jeder ohne Probleme für das ein oder andere voten kann.Es gibt tatsächlich immer noch viele Schachspieler, die kein Internet zu Hause haben.Daher ist für mich die Online Abstimmung nicht repräsentativ.Wenn nun die Funktionäre der Vereine, die ja von den Mitgliedern gewählt werden,für 9 Uhr stimmen, dann ist das zu respektieren.Und das Präsidium des BSV wird dieser Abstimmung nach kommen.
Ein anderes Votum wäre lächerlich.
Ich habe auch für 10.00 Uhr ohne Alternative gestimmt,nun muss ich im Herbst doch wieder um 9 Uhr am Brett sitzen.
Viele Grüße ...

Peter Held am :

Welche Enttäuschung! Was das 9-Uhr-Lager offensichtlich nicht richtig bedacht hat, ist das es Menschen gibt, denen es nicht gegeben ist, um 9 Uhr ausgeschlafen am Brett zu sitzen. Jedenfalls nicht, wenn sie dafür um 7 (oder auch 6.30 Uhr) aufstehen müssen. Das betrifft meines Wissens etwa 30% der Bevölkerung ("Eulen" und "Lerchen"). Man kann diese Leute daran erkennen, dass sie eigentlich viel lieber noch später beginnen würden, etwa um 11 oder 14 Uhr. Insofern war der 10-Uhr-Start bereits als ein Kompromiss zu sehen. Mit eurem Votum schliesst ihr diese 30% weiterhin aus oder gebt ihnen zumindest einen ernsthaften Wettbewerbsnachteil. Oft wurde genannt, dass es ja nur 9 Sonntage im Jahr betrifft. Neun unausgeschlafene Turnierpartien sind in Kauf zu nehmen, aber neunmal im Jahr eine Stunde später zur Familie zurück ist nicht akzeptabel?! Mir jedenfalls habt ihr damit keine Lust gemacht, wieder ernsthaft bei der BMM einzusteigen. Zum Glück gibt es auch andere Möglichkeiten zum Schachspielen. Zu Uhrzeiten, an denen es mir mehr Spass macht. Zur Not auch im Internet.

Frank Hoppe am :

@Olaf: Auf dem Verbandstag wurde bei der Präsentation sehr deutlich, daß die TSVM-Mitglieder für 9 Uhr gestimmt haben. Der Grund ist ja auch klar: Ihr müßt früh fertig sein, weil die nächsten Vereine/Gruppen zum Zuge kommen wollen.
Von Deinen vier Doodle-Teilnehmern haben dann wohl nur zwei an der BSV-Umfrage teilgenommen. Acht TSVM-Mitglieder haben beim BSV für 9 Uhr gestimmt.

@Klaus: Ja, die Ergebnisse der BSV-Umfrage werden veröffentlicht. Im Moment habe ich dafür aber keine Zeit.

Wie bei Peter Held zu lesen ist, läuft das Ganze eh' auf ein Langschläfer-Frühaufsteher-Problem hinaus. Als Jugendlicher habe ich gern lang geschlafen und war dafür spät im Bett. Als das Berufsleben begann, begann meine Schicht meistens um 6 oder 6.45 Uhr. Da gewöhnt man sich nicht richtig dran und ich machte in der S-Bahn ein Nickerchen. 20 Jahre später endet mein Schlafbedürfnis immer zwischen 6 und 7 Uhr. Dafür bin ich aber auch eher im Bett und sitze um 2 nicht mehr am PC.
Aber egal ob ich "Lerche" oder "Eule" war/bin: 9 Uhr fand ich immer okay, auch wenn das Aufstehen als Eule schwerer fiel. Manchmal war mir 9 Uhr sogar zu spät! Als ich noch Nachtschicht hatte, mußten diese 3 Stunden ab 6 Uhr Dienstende immer irgendwie überbrückt werden.

Michael Woinowski am :

Das (unzulässige) Votum lässt sich nicht verklären mit Sätzen wie: "Funktionäre in Schachvereinen sind auch Spieler.". Das rechtfertigt ja nicht gegen den Willen der Mitglieder zu stimmen, die dann unmündig gemacht worden sind.
Es wird sich hier wohl fleissig an Trumps alternativen Fakten orientiert.
Die Diskussionen darum dass ja keiner Internet und deswegen niemand daran teilnehmen konnte, ist auch wieder einer dieser kuriosen Ausnahmen bei Schachspielern. Überhaupt gelten bei Schachspielern offensichtlich andere Maßstäbe anders kann man sich die Kommentare dazu nicht erklären.

"In der Bundesrepublik Deutschland benutzten 2015 ungefähr 89 % (die Zahlen variieren zwischen 78 % und 89 %) der deutschen Bevölkerung Internet." Quelle Wikipedia.

Bei Schachspielern liegt diese vermutlich ja nur bei 12%.

Und dass eine Umfrage bei Werten von 12% ( und 30% der aktiv Betroffenen) der Befragten angeblich nicht repräsentativ sein kann, muss auch wieder so eine Schachspieler-Ausnahme sein.

Marc Rüther am :

Mir scheint, da haben viele den Schuss noch nicht gehört.

"Abstimmen konnten auch nur Schachspieler mit einem Internetanschluss." (#1)

Genau! Und diese Spieler können im Zweifel auch ihr Schach im Internet spielen, statt sich unausgeschlafen sonntags morgens an den Berliner Stadtrand zu kämpfen. Es jammere dann künftig bitte niemand rum, wenn dem Altherrenschach weiterhin die Mitglieder weglaufen.

Ich persönlich begrüße das Votum des Verbandstages übrigens. Es bedeutet nämlich, dass ich sonntags weiterhein ausschlafen kann und kein Schach spielen werde.

Olaf Ritz am :

Nur keine Angst vorm Online-Schach. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man als Verein über diesen Weg umgekehrt neue Mitglieder für das reale Nah-Schach an sich binden kann. Auch die Königsjäger gibt es bei Chessmail. Welche BSV-Vereine gründen dort als nächstes Online-Ableger?
https://m.chessmail.de/clubs

Dr. Hans-Dieter Maetzing am :

Ich verstehe all die z.Z. nur aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen nicht. Warten wir doch die Veröffentlichung der Ergebnisse des Online-Votums ab. Dann kann jeder sehen, ob "sein" Vorstand gegen den Willen "seines" Vereins gestimmt hat.

Thilo Steinkrauß am :

Drei Dinge verwundern, ja erschrecken:
1. die Ignoranz gegenüber der repräsentativen Demokratie: Eine klare Mehrheit gewählter Vertreter hat sich entschieden. Das sachliche Kommentieren einer missliebigen Entscheidung ist selbstverständlich o.k., aber das Akzeptieren eines Votums gehört zwingend dazu: Verlieren sollte man in einem gewissen Alter können, passiert öfter, ich spreche aus Erfahrung.
2. das Diffamieren der Funktionsträger(innen) in den Vereinen: Die Unterstellung, dass sich ausschließlich die Leute, die für 10 Uhr gestimmt haben, um ein Meinungsbild in ihren Vereinen bemüht haben und dieses widerspiegeln, ist mindestens eine dreiste Behauptung, aber wohl eher eine Frechheit gegenüber der deutlichen Mehrheit der gewählten, ehrenamtlich fürs Berliner Schach Aktiven.
3. der Aufruf u. a. eines ehemaligen Präsidenten an das amtierende Präsidium, auf der Grundlage alternativer Fakten ein klares Votum des Verbandstages zu übergehen, gepaart mit der Aussage, dies sei neutral. Hinzu kommen unsachliche (beleidigende) Formulierungen wie "Trotzdem haben die Vereinsvertreter ihr Ärmchen bei 9 Uhr gehoben.....".

Aus meiner Sicht ist der Beginn der Spieltage keine Frage von richtig oder falsch, sondern eine sehr persönliche, familiäre bzw. vereinsspezifische Angelegenheit. Daher wird auch kaum jemand den anderen überzeugen können, und es bleibt nur die Mehrheitsentscheidung. Wenden wir uns anderen Dingen zu!

Klaus Welke am :

@Frank: Die Statistik hatte wirklich interessante Seiten. So den Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Votings und dem Abstimmungsverhalten. Das hat dann so manchem ein Lächeln abgerungen. ;-)
- Waren gut aufbereitete Statistiken. Danke dem Autor dafür! Genau wie dem Initiator der Aktion.

Es geht aus meiner Sicht bei der Beteiligung am Voting nicht nur um die Frage ob man einen Internetanschluß hat oder nicht. Es geht auch um das Interesse an einer Beteiligung. Ist es denn überhaupt zu erfassen, wie viele von den BSV Mitgliedern auf die Website des BSV gehen (also nicht nur Mehrfachaufrufe derselben!) und sich dann auch noch AKTIV beteiligen. Gibt es da auch Auswertungen hinsichtlich der Zugriffe (also bspw. von welcher IP-Adresse)? Ich befürchte, daß die Mehrheit da eher konservativ unterwegs ist. Also im Zweifelsfalle eher schweigend ...

Marc Rüther am :

Olaf, das ist schön zu hören. Dann freuen wir uns auf kräftig steigende BMM-Teilnehmerzahlen in den kommenden Jahren.

Soviel ich weiß, boomen die Berliner Open (die alle nachmittags und abend stattfinden). Wie ist denn die Teilnehmerentwicklung in der BMM überhaupt? Gibt es da Zahlen (gemeldete Teilnehmer bzw. besetzte Bretter pro Saison)? Vielleicht auch im Vergleich mit den BSV-Mitgliedern insgesamt. Vielleicht ist der Zuspruch ja so gut, dass man tatsächlich nichts ändern sollte.

Olaf Ritz am :

Marc, so monokausal ist das sicher alles nicht, sonst hätte ja auch die Berliner Pokal-Mannschaftsmeisterschaft 2017 (Beginn 10 Uhr!) nicht eine so schlechte Beteiligung gehabt.

Frank Hoppe am :

Wie gut ein Medium angenommen wird oder ob jemand ein Medium kennt, werden wohl nur persönliche Befragungen herausfinden können. Es gibt in meinem Verein Mitglieder, die kein PC/Internet haben und an denen die Onlinewelt unbemerkt vorbeiläuft. Und von denen die Internet haben, interessieren sich nicht alle für die Website ihres Verbandes. In meinem Verein gibt es Mitglieder, die wissen gar nicht, daß der BSV eine eigene Website hat oder wissen manchmal sogar nichts mit dem Begriff "Berliner Schachverband" anzufangen! Dafür kennen sie aber die eigene Vereinswebsite!

Und ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit dem leider schon verstorbenen Werner Reichenbach. Der war oft im Internet, forschte nach seltenen Schriftarten und war regelmäßig auf den Webseiten vom Schach-Ticker und von Chessbomb. Dafür kannte er die Website des Deutschen Schachbundes überhaupt nicht und auf der BSV-Website war er auch eher selten.

Mandy Barna am :

Ich denke, dass die Zeit einfach viel zu kurz war bis zum Verbandstag. Ich habe am 15.03. erst hier auf der Internetseite von diesem Antrag "gehört". Mein Verein hat sehr viele auswärtige Mitglieder, die sehr oft um 6 aufstehen müssen, damit sie pünktlich da sind. Sie bzw. ihre Eltern besuchen aber kaum Schachseiten. Ich habe zwar viele noch informiert, dass es eine Abstimmung gibt, weiß aber, dass sich viele nicht beteiligt haben, obwohl sie für 10 Uhr sind. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr erneut diesen Antrag gibt. Die Vereine haben jetzt ein Jahr Zeit, um intern erstmal alle ihre Mitglieder zu befragen. Das scheinen nicht alle gemacht zu haben.

Brigitte Große-Honebrink am :

Auch mich hat das "Meinungsbild" - wie es im Vorfeld mehrfach bezeichnet wurde - der Vereinsvertreter enttäuscht. Da ich aber bereits von einigen wusste, die ohne ein Votum ihrer Mitglieder für 9 Uhr abstimmen wollten, hat es mich nicht überrascht. Eine Enthaltung hätte ich in dem Fall für fair gehalten. Oder sind etwa alle vereinsintern befragt worden?
Im Falle unseres Vereins entsprach die Abstimmung des BSV - danke dafür an Frank Hoppe - in etwa unserem vereinsinternen Votum, sie lag nur noch etwas höher für 10 Uhr.
Nun haben wir eine Abstimmung des "Volkes", die mehrheitlich den Beginn um 10 Uhr befürwortet (sicher nur eingeschränkt verwertbar aus den genannten Gründen) und das Meinungsbild der "Volksvertreter", das deutlich in die andere Richtung geht.
Ich finde, der Spielausschuss und das Präsidium des Berliner Schachverbandes sollten es sich nicht leicht machen mit der Entscheidung und eine (repräsentative) Befragung aller Mitglieder initiieren. Diese könnte auf den JHVs stattfinden oder auf anderen Wegen.
Diese Chance haben wir 10-Uhr-Befürworter mindestens verdient. Nachdem wir uns nun Jahrzehnte fügen mussten, sollten wir nicht überhört werden.

Werner Berger am :

Nachdem es schon eine "Feierabendliga" gibt, könnte man den sonntaglichen Mannschaftsspielbetrieb weiter aufteilen: jede Spielklasse spielt in einer "Frühaufsteherstaffel" (bzw. "Lerchenstaffel") mit Spielbeginn um 9 Uhr und einer "Langschäferstaffel" (bzw. "Eulenstaffel"), die um 10 Uhr anfängt. Die Sieger der beiden Landesligastaffeln spielen den Berliner Mannschaftsmeister und Aufsteiger in die Oberliga aus, Spielbeginn des Stichkampfes natürlich um 9 Uhr 30. Aber nur wenn der Lerchensieger nicht von vornherein verzichtet, da die Oberliga ja erst um 11 Uhr startet, und das auch noch mit einer Bedenkzeitregelung, die jede Nachmittagsveranstaltung im Spiellokal verhindert.

Werner Püschel am :

Peter Helds Beitrag am 28. März und dem langen Artikel von
Patrick Böttcher vom 19. März kann ich voll zustimmen!
Sie sind überzeugender als die verzweifelte Fehlinterpretation
eines 9-Uhr Vertreters über den "Biorhythmus".
Wie so oft, hat sich auch dieses Mal der gesunde Menschenverstand nicht durchgesetzt!
Wie Peter, werde ich nun lange überlegen, ob ich im Herbst
bei der BMM noch am Brett sitze.

Olaf Ritz am :

Liebe Brigitte,
wie ist Dein Lösungsansatz zu obigen Ausführungen von Klaus Welke mit Hinweis auf Manfred Rausch bzw. König Tegel?

Alexander Scholz am :

In der TSG Oberschöneweide hat sich Volkes Stimme nach einer Mitgliederbefragung für 09:00 Uhr entschieden und so wurde auch abgestimmt.

Wer die ganzen zum Teil seht persönlichen Beiträge hier liest sollte verstehen können, warum sich viele hier nie beteiligen und so sind auch meine 2 Wortmeldungen die letzten für länger.

Brigitte Große-Honebrink am :

Lieber Olaf,
der Antrag von Weiße Dame sah ja auch eine Regelung vor, die in begründeten Ausnahmefällen angewendet werden sollte. Dem schließe ich mich an.

Roman Möller am :

Im Kern geht es doch bei beiden Fragen - der zum Thema Beitragserhöhung und der zum Thema Partiebeginn - um den gleichen Punkt: Wie können Schachvereine für Breitenschachspieler (definiert als Personen, die gerne Schach spielen, aber auch ohne Verein "gut leben können"), interessanter werden? Schreckt eine moderate Beitragserhöhung diese Personengruppe ab bzw. führt sie zu Vereinsaustritten oder wird eine Vereinsmitgliedschaft vielleicht durch die Verwendung dieser zusätzlichen Mittel für innovative Projekte sogar interessanter? Wird ein früheres Aufstehen am Sonntag mehrheitlich als Belastung gesehen oder erlaubt gerade der frühere Beginn die Ausübung weiterer Hobbies mit der Familie am Sonntag? Beide fragen kann ich persönlich nicht klären, aber ich möchte doch dringend daraus hinweisen, dass Schachvereine in Zeiten des Internetschachs ein viel größeres Attraktivitäts-problem haben als in den 80ern und man sich deshalb doppelt und dreifach überlegen sollte, die Gruppe der absoluten Hobbyspieler noch zusätzlich zu belasten.

Manfred Strzeletz am :

Ein weiterer Vorschlag:
Der BSV sendet den Vereinen die entsprechenden Mitgliederlisten zu.
Auf diesen Listen voten die Vereinsmitglieder und unterschreiben neben ihrem Namen und ihrem Kreuzchen.
Die Abstimmung wird mit einer Laufzeit von 4 Wochen versehen, dann wird die Liste an den BSV zurückgesandt.
Diese Abstimmung sollte dann repräsentativ sein und das tatsächliche Meinungsbild widerspiegeln. Die Kosten für die Erhebung dürften sich in Grenzen halten.

Horst Schrodt am :

Waren die Beiträge vor dem Verbandstag schon zum Teil, sagen wir mal, etwas unsachlich, ohne dabei irgendeine Seite besonders zu meinen, finde ich jetzt einige Kommentare als ERSCHRECKEND!

Zum Glück gibt es auch andere Beispiele.
Danke an Alexander Scholz und besonders auch an Markus Zelanti.
Seine Meinung wurde überstimmt, weil zwei Drittel anderer Meinung waren.
Und er akzeptiert dieses deutliche Mehrheitsvotum.
Das zeigt Charakter und ein vernünftiges Demokratieverständnis!

Sich hier in persönliche Angriffe zu steigern, Verleumdungen auszusprechen und ähnliches halte ich doch für sehr nachdenkenswert. In erster Linie für die, die dies tun.

Matthias Kribben am :

Lieber Thilo Steinkrauß, wir haben hier ein Votum des Verbandstages (20 Stimmen waren leider nicht anwesend), aber auch ein Votum der Schachspieler. Der Verbandstag hat bei diesem Thema keine Entscheidungsgewalt!
Es geht darum, das Berliner Schach attraktiv zu machen, damit möglichst viele Leute teilnehmen. Bei meiner Umfrage als Präsident des Verbandes vor mehr als 10 Jahren hatten sich zwei Drittel gegen die frühe Anfangszeit ausgesprochen. Viele haben den Verband verlassen. Jetzt haben sich bei der großen Internet-Umfrage wiederum zwei Drittel gegen die frühe Anfangszeit ausgesprochen. Kann man, darf man darüber einfach so hinweg gehen? Was spricht dagegen, wenn man einfach mal dem Wunsch der meisten Spieler folgt und 1-2 Jahre deren gewünschte Startzeit testet?

Arnd Bader am :

Ich bin der Meinung, dass es Sache des gastgebenden Vereins sein sollte, ob Spielbeginn um 9 Uhr oder 10 Uhr ist. Schließlich stellt dieser Verein die Räumlichkeiten zur Verfügung und kann den Wünschen seiner Mitglieder entsprechen. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit einen für alle geltenden Spielbeginn auf einem Verbandstag zu beschließen. Spielbeginn ist entweder um 9 Uhr oder um 10 Uhr. Dies kann vor der BMM-Saison von jedem gastgebenden Verein genau so festgesetzt werden wie die Mannschaftsaufstellungen auch.

David S. Karcher am :

Ich kann die Aufregung hier in keinster Weise nachvollziehen, die gewählten Vereinsvetreter habe auf dem Verbandstag abgestimmt. Wer mit der Entscheidung seines Vetreters unzufrieden ist, kann das gerne auf der Mitgliederversammlung seines Vereins thematisieren. Aber es besteht meiner Meinung nach absolut kein Handlungsbedarf des Präsidiums.

Viele der Kommentare lesen sich leider sehr nach den Quengeleien schlechter Verlierer und erzeugen, meiner Meinung nach, eine sehr schlechte Aussendarstellung unseres Verbandes im Allgemeinen und einiger Mitglieder im speziellen.

Roman Möller am :

Lieber Herr Kribben,

um die Gelegenheit zu nutzen, aus "Top-Insider-Quellen" Antworten zur BMM zu bekommen, von meiner Seite aus zwei Fragen:
a) Verstehe ich Ihren Post dahingehend richtig, dass viele Spieler in der Vergangenheit ihren jeweiligen Verein und dadurch auch den Verband verlassen haben, weil diesen eine Anfangszeit der BMM um 9:00 Uhr zu früh war? Ich gehöre nun selber zur Kategorie "Nachteule" und bevorzuge einen späteren Partiebeginn, bevor ich aber mein geliebtes Schachspiel aufgebe, würde ich mich im Zweifel auch um 5:00 Uhr todmüde ins Spiellokal schleppen.
b) Wie wird in Ihrem Verein grundsätzlich die Teilnahme an der BMM von den Spielern gesehen? Ich habe nämlich das - unbestätigte - Gefühl, dass in vielen Vereinen das Problem besteht, dass die Teilnahme an BMM-Wettkämpfen von einem nennenswerten Teil der Spieler mehr als eine "lästige Pflicht" denn als "Ehre den Verein repräsentieren zu dürfen" gesehen wird. Und zu versuchen, diese Haltung zu ändern wäre vielleicht zielführender, als sich nun an der Detailfrage des Spielbeginns aufzureiben.

Zu guter Letzt gestatten Sie mir bitte noch einen ganz persönlichen Wunsch an den neuen Verbandsvorstand, der hier ja sicherlich auch mitliest: Als ich mich vor ca. zwei Jahren für eine Mitgliedschaft in einem Verein interessierte, hat mich der Zustand bzw. die mangelnde Attraktivität vieler Vereine, die ich probeweise besuchte, geradezu erschreckt. Bitte nutzt das zusätzliche Budget für die Umsetzung attraktiver Konzepte, dann werden egal zu welcher Uhrzeit und zu auch weit höheren Beiträgen Menschen bereit sein, Mitglieder in den Vereinen zu werden. Tut ihr dies nicht, so stellt sich nur die Frage, ob wir uns für einen schnellen oder einen langsamen Tod des Berliner Vereinsschachs entscheiden.

Felix Engers am :

Wenn die Kritik an der geführten Umfrage darin liegt, sie sei nicht repräsentativ, da sie nur einen zu kleinen Bruchteil der Spielermeinungen wiederspiegelt, so kann ich dies im Ansatz verstehen.

Nichtsdestotrotz möchte ich Brigitte Große-Honebrink zustimmen, dass ein solches Meinungsbild nun mal im Moment im Raume steht. Auch ich finde, dass dieses nicht im Leeren verpuffen sollte. Ich möchte demnach den Vorschlag von Manfred Strzeletz aufgreifen. Dieser Weg garantiert uns, dass jeder (auch internetabstinente) Schachfreund sich zu dem Thema klar positionieren kann. Hierbei wird sich dann auch letztlich zeigen, ob das Meinungsbild der Vereinsvertreter auf dem Verbandstag oder das Meinungsbild, das bei dieser Umfrage zu Tage getreten ist, die Realität besser widerspiegeln.

Eine solche Umfrage würde sich organisatorisch und von den Kosten in einem (wie ich finde) äußerst vertretbaren Rahmen behalten. Sollten die Vereinsvertreter gestern tatsächlich entsprechend der Meinung ihrer Vereinsmitglieder abgestimmt haben, so wird sich dies hierbei doch bloß bestätigen, ohne, dass jemand hierbei einen Schaden davon trägt. Sollte sich wiederum etwas anderes zeigen, so wäre dies in vielerlei Hinsicht auch äußerst interessant.

Was spricht überhaupt gegen diese Umfrage? Bloß der Wille einiger oder sogar vieler dieses Thema endlich abzuschließen?

Warum nun grade das Meinungsbild auf dem Verbandstag als "demokratischer" bezeichnet wird, wo doch das Meinungsbild einer direkten Umfrage dem Demokratieprinzip deutlich näher steht verstehe ich im Übrigen nicht. Beide Meinungsbilder verdienen es gehört zu werden und zeigen deutlich auf, dass das Thema noch nicht abschließend behandelt sein kann.

Ps: @Werner Püschel
Auch ich würde gerne damit "drohen" der BMM zukünftig fernzubleiben. Aber ich nehme lieber das saure Brot als garkeines.

Markus Zelanti am :

Auf Facebook wird nun auch über dieses Thema geschrieben.
Und 2 schreiben aus unterschiedlichen Vereinen, das dort keine Abstimmung gemacht worden sei.Wenn ich mich richtig erinnere, wurde ich in meinem Verein Schachfreunde Berlin auch nicht befragt.Daher gehe ich davon aus, das weitere Vereine auch keine Abstimmung organisiert haben.Folglich haben diese Funktionäre beim Verbandstag vielleicht aus dem Bauch heraus gevotet.
Ich bin heute morgen noch davon ausgegangen, das doch fast alle Vereine Ihre Mitglieder diesbezüglich befragten.
Nun hat die 10 Uhr Partei doch schon einige Argumente mehr,um die Spielzeit der BMM 17/18 auf 10 Uhr zu fordern.
Also für mich ist daher die Forderung von Herrn Kribben durchaus legitim.Allerdings bleibe ich dabei, ein online Befragung hat nichts repräsentatives.Sofern nicht alle Mitglieder abstimmen können.Obgleich sie in jedem Fall schon eine bestimmte Stimmung wieder spiegelt.

Sven Schüle am :

@Roman: Nur ein kleiner Hinweis am Rande - in Deinen beiden letzten Beiträgen hast Du jeweils von "zusätzlichen Mitteln" / "zusätzlichem Budget" geschrieben. Liegt hier evtl. ein Mißverständnis vor? Die gerade gestern beschlossene Beitragserhöhung bedeutet, daß die Vereine ab 2018 3,- EUR mehr Beitrag pro erwachsenem Mitglied und Jahr an den Berliner Schachverband zahlen. Somit haben die Vereine ab 2018 zunächst einmal *etwas weniger* Mittel zur Verfügung, falls sie die Erhöhung nicht an ihre Mitglieder weiterreichen.

Roman Möller am :

@Sven: Vielen Dank für die Aufklärung, ja hier lag in der Tat ein Missverständnis vor. Ich war irrtümlich der Meinung, dass der Verband zusätzliche 3 € pro erwachsenem Mitglied monatlich von den Vereinen bekommt und entsprechend dann auch die Mitgliedsbeiträge in den Vereinen angepasst werden.

Ansgar Thesing am :

Ich empfinde es als sehr sehr vorgeschoben, die Befragung nicht als repräsentativ zu sehen, politische Umfragen werden in Deutschland für80 Mio. Einwohner mit 2000 Personen durchgeführt. Wie schon geschrieben, es wird dann noch die sog. Basis-Demokratie lächerlich gemacht.
Desweiteren finde ich natürlich es legitim Sonntags auch mal schnell bei der Familie zu sein.
Aber ganz ehrlich, es ist in der BMM nichts demotivierender als mit solchen Leiten in einer Mannschaft spielen zu müssen.
Und das ist hier der Hauptgrund, warum um9.00 gespielt werden soll.
Und zum Schluss,
Wer hält den Verein zusammen und ist die Seele des Vereins?
Wer gewinnt neue Mitglieder.
Das sind mit Sicherheit nicht die Leute, die ganz schnell wieder weg wollen.

Andreas Lange (SCK) am :

Vereinsintern hatte ich die Möglichkeit flexibel mit "lieber um 10 Uhr, aber auch um 9 Uhr" abzustimmen. Es gibt jedoch nicht nur Spieler sondern auch Schiedsrichter, Spielleiter und Helfer. Nur wenn alle Beteiligten ihren Sonntag anders planen (wollen), kann eine Uhrzeitverlegung funktionieren. Aus Rücksichtnahme auf die nicht Befragten kann ich daher ein abweichendes Abstimmungsergebnis auf dem Verbandstag leicht akzeptieren.
Die Internetabstinenz einiger Schachspieler ist für mich kein Argument, an der Gültigkeit der Umfrage zu zweifeln. Wer nicht mit der Zeit geht, über den geht die Zeit hinweg. Spielt noch jemand Fernschach mit Postkartenwechsel??

Sven Schüle am :

@Ansgar: Politische Umfragen sind (oft) "repräsentativ", weil die tatsächlich sehr kleine Personengruppe nach anerkannten Methoden ausgewählt wird. Sicherlich gibt es in diesem Leserkreis eine Reihe von mathematisch gebildeten Leuten, die darüber mehr wissen als ich - eines weiß ich aber sicher: es muß sich um eine "Zufallsstichprobe" handeln. Online-Umfragen erfüllen dieses eine Kriterium schon mal gar nicht. Will man dem möglichst nahe kommen, indem man möglichst viele Teilnehmer zu bekommen versucht, dann müssen zuvor auch alle in Frage kommenden Personen über die Möglichkeit der Umfrageteilnahme informiert werden. Das war hier nur bedingt gegeben.

Stephan Tschirschwitz am :

Ich kann mich der Meinung von Arnd Bader nur anschließen:
Warum dieses generelle 9.00 Uhr als einzig gültiger fester Starttermin ?
Warum kann man nicht versuchsweise eine BMM-Saison spielen, in der jeder Verein mit der Meldung seiner Mannschaften auch bekannt gibt, ob bei ihm um 9.00 Uhr oder 10.00 Uhr die Partien beginnen.
Es gibt nun mal auch Vereine, wo im direkten Anschluss keine weitere Veranstaltung in den Räumlichkeiten stattfindet - diese vereine können dann durchaus auch um 10 Uhr die Partien starten lassen.
Im übrigen konnte man am vergangenen Sonntag zur letzten Runde sehen, wohin dieser feste 9-Uhr-Termin, zumal in Verbindung mit der Zeitumstellung auf Sommerzeit, führt:
62 unbesetzte Bretter und 3 Teams sind komplett nicht angetreten, ergibt 86 unbesetzte Bretter - was bedeutet, dass umgerechnet eine komplette 10er-Staffel nicht anwesend war !!!

Ich glaube, das gab es in der BMM-Geschichte schon lange nicht mehr...und ist vor allem eine schallende Ohrfeige für den Spielleiter des BSV.
Wenn schon 9.00 Uhr, dann nicht auch noch ausgerechnet die Schlussrunde auf den Sonntag der Zeitumstellung zur Sommerzeit legen.
Viele Schachspieler haben dem Verband ( und vielleicht auch einigen "9-Uhr-Verfechtern" ) mit ihrem Nichterscheinen die "rote" Karte gezeigt.

Stephan Tschirschwitz am :

Aber den BSV-Kassenwart wird es freuen:

86 unbesetzte Bretter bedeuten mal eben 1.720,00 Euro Mehreinnahmen durch Strafgebühren - so kann man die Kasse auch auffüllen...

Manfred Lenhardt am :

Die Umfrage fragt nach der Vorliebe des Teilnehmers und hat den Nachteil, dass Rahmenbedingungen seines Vereines nicht abgefragt werden, z.B. ob der Spielort nachmittags für andere Veranstaltungen frei sein muss.

Die Vereinsvertreter beim Verbandtag mussten dies in ihrem Abstimmverhalten natürlich berücksichtigen.

Rainer Polzin am :

@Frank Hoppe: Warum war das Abstimmungsergebnis betreffend der Anfangszeit der BMM überraschend? Ich kenne jedenfalls keinen, der mit einem anderen Ergebnis gerechnet hätte. Die Mehrheit der Abstimmungsberechtigten bei Verbandstagen des Berliner Schachverbandes ist gegen Änderungen im Spielbetrieb. Da geht es auch nicht wirklich darum, ob um 9 Uhr oder um 10 Uhr begonnen werden soll.

Nicht ganz umsonst werden satzungsgemäß seit diversen Jahren die Änderungen im Spielausschuss beschlossen und durch den Vorstand bestätigt.

@Markus Zelanti: Deine Erinnerung täuscht Dich. Marcus Gretzer hat eine detaillierte Umfrage bei den Schachfreunden Berlin gestartet - mit einer klaren Mehrheit (auch ohne Deine Stimme!) für 10 Uhr. Schau mal in Deine Mails der letzten Wochen …

Meine persönliche Meinung: Eher 10 Uhr statt 9 Uhr. Aber in jedem Fall eine einheitliche Anfangszeit in ganz Berlin. Gerne auch 9.30 Uhr als Kompromiss.

@Roman Möller und alle Schachinteressierten:
Du bist / Ihr seid alle herzlich eingeladen, an der Bundesvereinskonferenz vom 29. April bis 1. Mai in Berlin teilzunehmen, bei der es gerade darum gehen wird, Konzepte für eine bessere Vereinsarbeit zu erstellen und Ideen auszutauschen:

http://schach2017.berlin/news/35-bundesvereinskonferenz-trifft-endrunde-der-bundesligen

Die Veranstaltung ist gerade auch für die Vereine gedacht, in denen es nicht richtig rund läuft.

Felix Engers am :

Warum genau "müssen" sie das? Soweit es ihnen selbst bei Heimspielen nicht möglich wäre um 10 anzufangen, hätten sie dem Antrag entsprechend doch auch weiterhin um 9 anfangen können. Dies musste also keineswegs berücksichtigt werden. Ganz im Gegenteil müsste dieser Aspekt eigentlich ausgeblendet werden.

Sascha Sarre am :

Liebe Schachfreunde,

unter Beachtung des bekannten Mottos "es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem" , sollten wir doch langsam einmal die Diskussionen hier zum Abschluss bringen finde ich, oder !?

Alle denkbaren Sichtweisen wurden ausführlich dargestellt, alles unter allen Aspekten beleuchtet und nun sollten wir doch dem von uns gewählten Präsidium um unseren Präsidenten Carsten Schmidt und unseren Spielausschuss um unseren Landesspielleiter Andreas Rehfeldt die nötige Zeit und Ruhe gönnen das klare Ergebnis der Abstimmung über den Antrag des SC Weiße Dame zur Änderung des BMM-Beginns auf dem gestrigen Verbandstag (und die Diskussion gestern Abend live vor Ort davor) "sacken zu lassen" und es ihnen zu überlassen ggf. noch andere Meinungsbilder (z.B. das gestern ja ausführlich dargestellte Ergebnis der online-Umfrage) mit in die Überlegungen einfließen zu lassen.

Vertrauen wir Ihnen doch mal hier eine kompetente Entscheidung zu treffen, beruhigen wir uns alle doch mal in der Zeit etwas (und rüsten da mal verbal ab) und konzentrieren uns doch eher auf die wirklichen wichtigen Fragen wie z.B. der Nachfolge für unseren Schatzmeister oder die Besetzung noch offener Referentenposten !

Zum Abschluss noch eine ganz persönliche Anmerkung von mir: Ich stehe für eine BMM-Partie in der Regel immer um 5.00 Uhr auf und am letzten Sonntag fiel mir dies aufgrund der Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit noch etwas schwerer, aber ich war pünktlich in unserem Vereinsheim um als Mannschaftsführer mit dem Aufbau des Spielsaals anzufangen. Insofern kann ich persönlich über "Klagen" , dass man wegen dem 9.00 Uhr Beginn ja schon teilweise um 6.30 Uhr aufstehen muss nur "müde lächeln" , denn zu der Zeit sitze ich schon im RE 2 vom Spreewald nach Berlin.

Maik Kopischke am :

In Dänemark macht man sich über die Anfangszeiten keine großen Gedanken.es läuft ,jeder freut sich auf die Manschaftskämpfe.

Es ist den Vereinen überlassen ,wann begonnen wird.
In der Regel wird Mo.- Fr. zwischen 19 oder 20 Uhr zu den Clubabenden ( ähnlich unserer Feierabendliga)gespielt.
Das hat viele Vorteile , die Vereinsabende sind entsprechend gut besucht und die Identifikation zum Verein wird gefördert.
Wer fühlt sich nicht zusätzlich motiviert , wenn alle seine Vereinskameraden zuschauen können?

Das Familienleben am Wochenende bleibt naturgemäß intakt.

PS. Natürlich war ich für 10 Uhr, gerne viel später.

Manfred Lenhardt am :

@Felix:
stimmt natürlich. Daher streiche ich "virtuell" meinen letzten Satz.

Matthias Kribben am :

Liebe Schachfreunde, nun haben wir offenbar die Lösung, warum trotz des überwiegenden Spieler-Wunsches für 10 Uhr die Funktionäre mehrheitlich für 9 Uhr gestimmt hatten. Und zwar dank des Hinweises der Kreuzberger Vorsitzenden Brigitte, der einzigen Dame in der Runde, die schrieb:
"Da ich aber bereits von einigen wusste, die ohne ein Votum ihrer Mitglieder für 9 Uhr abstimmen wollten,..."
In den Fällen, in denen es keine Kommunikation zwischen dem Vereinsvertreter und seinen Mitgliedern gab, wurde also für 9 Uhr gestimmt, was man den Vereinsvertretern auch nicht zum Vorwurf machen kann, denn sie handelten nach dem Motto "never change a running system" und sie hatten ja mangels Kommunikation auch keinen Auftrag, abweichend zu stimmen. Formal also alles korrekt, nur der Wunsch der meisten Spieler bleibt so trotz der vielen Mühen unberücksichtigt.

Brigitte Große-Honebrink am :

Falls dieser Kommentar das zweite Mal erscheint, beim ersten Mal hatte es zunächst nicht funktioniert - habe mich vielleicht verrechnet ;-)

Lieber Matthias, da du mich zitierst und von "Lösung" sprichst, noch ein Kommentar dazu:

Falls in den Vereinen keine Umfrage stattgefunden hat - wofür die Zeit auch sehr knapp war -, heißt es nicht automatisch, dass in allen Fällen für 9 Uhr gestimmt wurde. Außerdem kann es durchaus sein, dass Vereinsvertreter auch ohne Abstimmung wussten, wie ihre Mitglieder denken. Ich hätte z. B. auch ohne Abstimmung wetten können, dass unsere Mitglieder für 10 Uhr plädieren. Trotzdem hätte ich nicht mein Votum abgeben wollen, ohne sie vorher zu fragen. Ich will aber niemandem einen Alleingang gegen die Interessen der eigenen Mitglieder unterstellen, das muss in den Vereinen geklärt werden.

Die nicht endende Diskussion, auch auf Facebook, die vielen Vorschläge und die Diskrepanz zwischen den Abstimmungsergebnissen sollte aber dem Spielausschuss und dem Präsidium trotzdem zu denken geben.

Bei der Ankündigung der Internet-Abstimmung, die so akribisch durchgeführt wurde, hieß es zum Zweck der Umfrage: "... diese gilt nicht als Abstimmung zu dem Antrag, sondern hilft uns und besonders den Vereinsvertretern am 27.03.17 beim Verbandstag durch eine hoffentlich rege Beteiligung bei der Entscheidung". Man hatte daher den Eindruck, dass die Beteiligung bei der Umfrage einen Effekt haben würde ("... hilft uns ... bei der Entscheidung"). Ich glaube nicht, dass die Vereinsvertreter sich durch die Umfrage haben beeindrucken lassen, aber nun hat Carsten Schmidt bereits gesagt, dass die Entscheidung der Vereinsvertreter für das Präsidium bindend ist. Die Umfrage wird also gar nicht beachtet. Dann muss ich leider mein Lob dafür zurückziehen, auch wenn sich Frank viel Arbeit damit gemacht hat.

Noch zwei Anmerkungen zum Schluss: Es gibt hier und auch auf Facebook sehr gute Vorschläge, wie man mit dem Thema umgehen kann. Es wäre schlau, diese wenigstens im Spielausschuss und Präsidium zu diskutieren, um wieder mehr Mitglieder ins Boot zu holen.

Zweitens: Ich bin nicht die einzige Frau, die sich an der Diskussion beteiligt. Mandy Barna, Katja Sommaro (auf Facebook) und ich sind aber ähnlicher Meinung.

Achim Schilly am :

Das sehe ich wie Thomas Vogel.
Der Verbandstag ist das höchste Gremium des BSV. Seine Entscheidungen dürfen kritisiert werden, sind aber zu akzeptieren. Es gibt in der Satzung keinen Mitgliederentscheid, und hier handelte es sich sogar nur um eine Mitgliederbefragung. Auch im Bundestag entscheiden die Abgeordneten nach ihrem Gewissen, nicht nach Umfragen von Meinungsforschungsanstalten. Und das ist gut so.

Antwort von Frank Hoppe

Der anonyme Kommentar von einem "Thomas Vogel" wurde entfernt.

Rudi Hirr am :

Sehe es auch so wie Thomas Vogel und Achim Schilly.

Antwort von Frank Hoppe

Der anonyme Kommentar von einem "Thomas Vogel" wurde entfernt.

Andreas Lange (SCK) am :

Auch andere haben Aufstehprobleme, wie ich heute den News entnehme:
Warum spätere Anfangszeiten für Schüler nichts bringen http://a.msn.com/01/de-de/BByZq0N?ocid=se

Stephan Tschirschwitz am :

Es lebe der "Status Quo" - bloß nicht irgendwelche Änderungen vornehmen oder zumindest probieren, es könnte sich ja als sinnvoll herausstellen...

Wenn einzelne Vereinsvertreter ohne Befragung der eigenen Mitglieder an anachronistischen Regelungen festhalten ist das "repräsentativ", aber wenn 12 % Umfrageteilnehmer eine konträr gegensätzliche Meinung äußern, ist das nicht repräsentativ...

Nur mal ein Zahlenspiel dazu:
50 Vereine im BSV bedeuten beim Verbandstag theoretisch 100 stimmberechtigte Vereinsvertreter;
12 % von rund 2200 zur BMM 16/17 angemeldeten Spielern entspricht rund 265 Umfrageteilnehmern, also Vereinsspieler.

Der Zeitraum von Beginn der Umfrage bis zum Verbandstag war einfach zu kurz, ansonsten hätten deutlich mehr Teilnehmer abgestimmt - mit wahrscheinlich demselben konträren Ergebnis zum Votum des Verbandstages.

So bleibt nur festzuhalten:
Eine Minderheit von Vereinsvertretern entscheidet entgegen einer sich abzeichnenden Mehrheit von Vereinsschachspielern - nichts anderes ist am Montag Abend geschehen.
Es lebe der "Status Quo".

Markus Zelanti am :

Die Gemüter beruhigen sich ja echt nicht.
Irgendwann muss ja mal gut sein.Entweder wir warten ab,und sehen dann wie das Präsidium entscheidet.
Oder die die unbedingt meinen, das die 10 Uhr Anhänger im Recht sind, aufgrund der Online Befragung, dann müssen sie aktiv werden.
Wie?
Außerordentlicher Verbandstag
(3) Sofern es das besondere Interesse des Verbandes erfordert oder mindestens ein
Drittel der Mitglieder unter schriftlicher Angabe der Gründe verlangt, ist ein
außerordentlicher Verbandstag unter Bekanntgabe der Tagesordnung mit einer Frist
von mindestens zwei Wochen einzuberufen.
Zugegebener Maßen ein harter Schritt.
Vielleicht findet sich ja ein Drittel, die diesen Schritt gehen wollen??

Ansonsten bitte mal etwas ruhig bleiben und abwarten.

PS: ich spiele auch um 9 Uhr.

Horst Schrodt am :

Es wird hier als gegeben behauptet, das mindestens die Vertreter von etwa 15 Vereinen bewusst gegen den mehrheitlichen Willen aller ihrer relevanten Vereinsmitglieder abgestimmt haben!

Gibt es einen objektiven Beweis dafür, das dies überhaupt für EINEN der abstimmenden Vereine zutrifft?
Ich meine einen objektiven Beweis, keinen gefühlten von einzelnen Vereinsmitgliedern?

Diesen Beweis könnte man ja dann mal nennen......... ok, es müsste ja eine ganze Liste sein, wenn das Abstimmungsergebnis anders hätte ausfallen sollen.........

Ach ja, und ausgeschlossen wäre ja auch nicht, das Vereinsvertreter, die persönlich für 10 Uhr sind, nicht auch die Mehrheit ihrer (ganzen) Vereinsmitglieder ignoriert haben.......

Ich bin dem Verbandstag bewusst fern geblieben, weil ich mir nicht zum 4. Mal in 15 Jahren die gleiche Diskussion antun wollte.

Es gibt doch sicher auch schachspielende Anwälte, die sich hier mal äußern können, inwiefern dies hier relevant ist.........

Es gibt einige Argumente, die für 10 Uhr sprechen und berechtigterweise sind diese für einen Teil wichtiger als alle gegenteiligen Argumente. Ich gehöre auch nicht zu denen, die frühs um 7 Uhr zur Bettflucht neigen. Und ich muss auch danach nicht weg. Ich bin in den letzten 5 Jahren sicher noch an keinem BMM-Spieltag vor 20 Uhr zu Hause gewesen.

Aber ich gehöre zu denen, die es ablehnen, jemanden etwas zu unterstellen, für das es keinen Beweis gibt!

Holger Beyer am :

Hallo,

ich glaube, vor der Abstimmung hat die 10-Uhr -Fraktion gebeten, die 9 - Uhr-Fraktion das Ergebnis zu respektieren. Und nun hat die Mehrheit der Schachspieler für 9 Uhr gestimmt und damit sollten wir es nun beruhen lassen.

Helmut Flöel am :

Liebe Schachfreunde,

gerade schrieb Holger Beyer "und damit sollten wir es nun beruhen lassen" und "sorry", ich bin ganz anderer Meinung.

Wann gibt es beim BSV eine Diskussion, die so oft kommentiert wurde. Wir sollten dies positiv sehen, egal ob 9 oder 10 Uhr.

Natürlich bin ich wie Peter Held für 14 Uhr. Wir haben beide in Hessen gespielt und dies war eine wunderbare Zeit. Keine Frage, die Familie kam am Nachmittag zu kurz, aber wen interessierte dies, wir waren (und sind) Schachspieler. ... und es stellt sich die Frage, warum kann man nicht auch am Abend oder nachts etwas mit seiner Frau (Geliebten) "machen", um dann am nächsten Tag ausgeschlafen um 14 Uhr Schach zu spielen. Na gut, ich sehe es ein, in Berlin tickt das Schach anders.

Mein Nachbar beim Verbandstag, ein sehr netter Bursche, sagte mir, egal was seine Mitglieder im Klub wollen, er will um 9 Uhr spielen. Wenn seine Mitglieder das nicht wollen, sollen sie selbst im Verein aktiv werden. Ich denke, es gibt unter den Schachspielern eine klare Präferenz für 10 Uhr, aber - keine Frage - wer das Spiel liebt, schafft es auch bis 9 Uhr ans Brett zu kommen.

Dirk Paulsen am :

Nun fühle selbst ich mich bemüßigt, hierzu einmal Stellung zu nehmen.
Das Problem natürlich höchst vielschichtig und ich könnte, wie eigentlich zu so gut wie jedem Thema, vermutlich direkt ein Buch darüber verfassen. Als Beispiele seien genannt: der Umgangston. Dies jedoch nicht etwa in Bezug auf "Anonymität", welche das Internet angeblich bietet -- und insofern Verbalinjurien freien Lauf lässt -- sondern vielmehr der "unpersönliche" Umgang, tatsächlich so gemeint: sobald man sich nicht direkt in die Augen schaut, scheint der Respekt bereits gehörig zu bröckeln.
Partei ergreifen würde ich grundsätzlich für Dr. Matthias Kribben, welcher ganz offensichtlich entsprechend meiner eigenen Vorgehensweise, in direkter Übereinstimmung mit der dazugehörigen Denkweise und Empfindung, stets bemüht ist, Wogen zu glätten und eben, entgegen gewisser andersseitiger Unterstellungen genau NICHT aufwiegeln möchte.

Falls ich denn betroffen wäre: ich würde unbedingt für 9 Uhr plädieren. Mit ähnlicher Begründung vielleicht wie Frank Hoppe. Für mich hatte das Stichwort "Ausschlafen", geschweige denn an einem Wochenende, niemals auch nur die geringste Bedeutung. Je früher desto besser irgendwie. Aber auch empfand ich immer eine gewisse Romantik dabei, seit meinem ersten Mannschaftskampf 1974, als ich um 9 Uhr an einem 28. Januar an einem mir gänzlich unbekannten Ort in Tempelhof, eben als Jugendlicher und OHNE Internetzugang, erscheinen sollte und insofern bei gerade hereinbrechendem Tageslicht aufbrechen musste, mit Umsteigen und längeren Wartezeiten, um dann ein paar Stunden später doch nur eine Null quittieren zu dürfen.

Romantik also nicht speziell wegen dieses Ereignisses sondern prinzipiell meist in der dunkleren Jahreszeit zu teils fernen Orten aufzubrechen wenn sonst noch niemand unterwegs ist. Das hat doch was? Ich mochte es und ändere meine Ansicht darüber nicht mehr.

Es gäbe also noch zahlreiche andere Anmerkungen dazu zu machen, ich möchte dennoch einmal den einen bisher nicht erwähnten Punkt hervorheben: eine ÄNDERUNG der Anfangszeit ruft logischerweise jene auf den Plan, welche eine Unzufriedenheit mit dem Ist-Zustand empfinden. Jene, welche im sich Einklang mit der bestehenden Regelung befinden, sehen keinerlei Notwendigkeit, etwas zu tun. Allein unter diesem Aspekt sind die Umfrageergebnisse eben NICHT repräsentativ. Egal, wie hoch der Prozentsatz der Beteiligung ist. In gewisser Weise einem physikalischen Gesetz entsprechend, welches da lautet: Massenträgheit.

Roman Möller am :

Gerne möchte ich anhand der regen Diskussion noch einen ganz neuen Aspekt in die Diskussion einführen: Eines der beiden Hauptargumente der 9:00-Uhr-Befürworter ist ja, dass unter einem späteren Beginn die nachmittägliche Familienzeit am Wochenende leiden würde.

Meine Erfahrungen aus dem Golfclub zeigen, dass der durchschnittliche Golfspieler, der an Rating-Turnieren teilnimmt, mindestens ca. 12 Stunden wöchentlich auf der Anlage ist. Etwas ambitioniertere Hobbyspieler ca. 17 Stunden wöchentlich. Durch die Turniervorbereitung (Warmspielen), das Warten auf die Siegerehrung und das übliche gemeinsame Abendessen ist der Golfspieler am Turniertag in etwa 8 Stunden "aus dem Haus". Insgesamt scheint mir somit der Zeitaufwand, den Golfspieler für ihr Hobby opfern deutlich größer als der der BMM-Schachspieler. Dennoch ist mir bei aktiven Golfspielern, die dann aufgehört haben, praktisch nie das Argument untergekommen, dass man sich aufgrund des Zeitaufwandes gegen das Hobby entschieden hätte oder Turniere wegen der Familienzeit nicht spielen wollte.

Somit halte ich das Argument "Familienzeit" für nicht wirklich stichhaltig.

David S. Karcher am :

Ich verstehe das Golfargument nicht. Nur weil Golfspieler sich anscheinend nicht für ihre Familie interessieren (so sie denn eine haben), dürfen Schachspieler nicht andere Präferenzen haben?
Vorsicht, nicht Alles, das hinkt, ist ein Vergleich.

Roman Möller am :

Werter Herr Karcher,

die Aussage "Golfspieler interessieren sich anscheinend nicht für Ihre Familie" (sofern sie am Wochenende ihr Hobby ausleben)finde ich aber auch sehr unfreundlich unseren golfspielenden Mitmenschen gegenüber.

Natürlich dürfen Schachspieler andere Präferenzen haben, mein Argument bleibt aber dennoch: Schach ist ein - im Vergleich - sehr günstiges und wenig zeitintensives Hobby, was die Familien im Vergleich zu alternativen Freizeitaktivitäten unterdurchschnittlich belastet, gleichgültig, ob die BMM um 9:00 Uhr oder um 10:00 Uhr anfängt.

David S. Karcher am :

Werter Herr Möller,

natürlich habe ich es überspitzt dargestellt, mich nerft es nur, dass hier sehr häufig Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Golf braucht nach Ihrer Aussage mehr Zeit und Golfspieler es beschweren sich nicht, dasss sie zu wenig "Familienzeit" haben. Wo ist die Verbindung zum Thema? Hier haben doch schon etliche Kommentatoren dargelegt, dass dies für sie nicht zu trifft.
Um mich ein wenig aus dem Fenster zu lehnen und Vorurteile zu bedienen, würde ich sogar behaupten, dass die Schnittmenge von Golf- und Schachspielern recht klein ist, sodass es offensichtlich wenig Relevanz für dieses Diskussion hat, was Ihre Wahrnehmung über die Präferenzen von Golfspielern ist.

Beste Grüße

Roman Möller am :

Werter Herr Karcher,

die Schnittmenge ist "Ausübung eines Hobbys" und ich hatte das Beispiel Golf gewählt, weil ich den Zeitaufwand dort am Besten beurteilen kann. Meinetwegen können Sie auch Segeln nehmen oder Rudern oder irgendwelche Sammelleidenschaften, die bewirken, dass man Sonntags auf der Suche nach einem Fund quer durch Berlin zu einem Flohmarkt fährt. Die Ausübung jedweden Hobbies kostet Zeit, welches dann entweder der Familienzeit fehlt oder die Familie dadurch nervt, dass man sie nötigt, einen bei z. B. den Flohmarktbesuchen zu begleiten.

Vielleicht können wir uns auf zwei Dinge einigen:

a) Eine harmonische Familie ist ein großes Glück und man sollte versuchen so viel Zeit wie möglich mit Partnerin oder Partner und Kindern zu verbringen. Jede Minute ist hier gut angelegt.

b) Schach ist im Vergleich zu vielen anderen Freizeitaktivitäten ein günstiges und wenig zeitraubendes Hobby. Deshalb braucht man weder beim nächsten Großeinkauf von Schach-DVDs ein schlechtes Gewissen zu haben, noch, wenn man am Sonntag nach der Partie noch mit seinen Teamkameraden ein Stündchen zur Nachlese zusammensitzt, anstelle gleich auf dem kürzesten Wege nach Hause zu fahren.

Selbstverständlich ist jedem selber überlassen, ob er an der BMM teilnehmen möchte, ob der Vereinsabend besucht wird, ob er mit den Vereinskameraden nach der BMM noch die Partien analysiert oder ein Bierchen im Abschluss trinkt oder ob er stattdessen lieber mehr Zeit mit der Familie verbringt. Mir ist nur wichtig, dass man "über den Tellerrand schaut" und sich nicht mangelnden Familiensinn einredet/einreden lässt, nur weil man meinetwegen erst um 15:00 Uhr am Sonntag wieder zu Hause ist.

Beste Grüße

Holger Beyer am :

Hallo, Herr Möller,

"Ausübung eines Hobbys" und ich hatte das Beispiel Golf gewählt...

Gut, kann man ja den Umkehrschluss nehmen. Wer Schach als Hobby hat und gerne Schach spielt , kann ja nichts dagegen haben um 9 Uhr am Brett zu sitzen.

Das einzigste Argument für 10 Uhr, ich weiß, wurde schon oft geschrieben, ist das länger ausschlafen. Könnte ja nun ins Privatleben eingreifen und sagen, geht doch Samstag Nacht eine Stunde eher ins Bett. Dann sind die "Langschläfer" nicht mehr so müde um 9 Uhr.

Mich störts ja nicht, wenn mein Gegner ein " Langschläfer" ist und dadurch verliert. ;-)

Aber welche Argumente haben die 10 -Uhr Befürworter noch? Nur weil andere Bundesländer es machen, müssen wir ja nicht alles nachmachen, oder?

Johannes Stöckel am :

Als Spielleiter das antragstellenden Vereins SC Weisse Dame e.V. ziehe ich hier ein persönliches Fazit: Die Brisanz und Komplexität des Themas wurde unterschätzt, vordergründig ging es ja nur um eine "Ja-Nein-Entscheidung". Zwar haben wir auf unsere Initiative im Verlauf des letzten halben Jahres immer mal wieder hingewiesen, z.B. vor Brettfreigabe bei BMM-Heimspielen, insgesamt aber zu wenig zielgerichtet, so dass viele Vereine von dem Antrag erst mit Zustellung der Materialien zum Verbandstag Kenntnis erhalten haben dürften.

Dann innerhalb von höchstens 14 Tagen eine - aussagekräftige! - Befragung der eigenen Vereinsmitglieder durchzuführen, ist nicht ganz einfach und für einen ehrenamtlich tätigen Vorstand auch eine gewisse Zumutung. Dass meine ich völlig ernst, legen doch eigene Erfahrungswerte z.B. die Vermutung nahe, dass ein Teil der Vereinsmitglieder eine "einfache" Mail ihres Vereins nicht mehr mit Sicherheit liest.

Unabhängig davon gehe auch ich davon aus, dass das Abstimmungsverhalten der Vereinsvertreter auf dem Verbandstag nicht in allen Fällen dem mutmaßlichen Mehrheitswillen im eigenen Verein entspricht. Das legen einige Kommentare, die Diskrepanz des Umfrageergebnisses zum Abstimmungsverhalten beim Verbandstag und eigene Einschätzungen nahe. Das verstehe ich aber nicht als Vorwurf, schon gar keinen persönlichen, der weder mir noch anderen zusteht.

Falls das Präsidium sich an der Empfehlung des Verbandstages orientiert, wie weiter oben verlautete, wird es also vorerst bei 9.00 Uhr bleiben. Ob eine erneute Abstimmung dann bereits in einem Jahr dann sinnvoll ist, sei dahingestellt, erneute Umfragen, vereinsintern oder auf BSV-Ebene, wollen jedenfalls gut vorbereitet sein. Weder per Mail, noch über Internetseiten, weder über die Jahreshauptversammlung eines Vereins noch über im Vereinsheim ausliegende Unterschriftenlisten allein erreicht man jeweils alle Vereinsmitglieder. Um Beliebigkeit zu vermeiden, wären also ggf. die Vereine auf Transparenz und gewisse Standards oder Verfahren zu verpflichten.

Torsten Meyer am :

Liebe Schachfreunde,

vieles wurde schon gesagt, eines, so scheint mir, allerdings kaum hinreichend, ich darf hier einfach aus dem Tweet von Frank Hoppe zitieren:

"21:22:12 Gelächter als die Umfrageauswertung nach Uhrzeit gezeigt wird.
21:22:44 Diskussion nach der Präsentation von Carsten.
21:23:52 Abstimmung bzw. Meinungsbild"

Ohne Worte.

Matthias Kribben am :

Wie Helmut Flöel und Peter Held schrieben, ist die Startzeit von 14 Uhr in Hessen, wie ich es in meiner Schüler- und Studentenzeit auch erleben durfte, tatsächlich phantastisch und dort völlig unumstritten. Noch niemand wollte das jemals ändern. Das ist natürlich ein gutes Zeichen und hat auch seinen Grund:
Man kann samstags feiern so lange man will, muss keinen Wecker stellen, keiner fragt, wer Früh- oder Spätaufsteher ist und um 14 Uhr war man vom Anblick übermüdeter Gesichter verschont. Dann begann der Wettkampf und hinterher gegen 19 Uhr ließ man sich genüßlich am großen Tisch beim "Jugoslawen" nieder, man war dann richtig hungrig und durstig, spielte die Partien auf dem Steckschach nach und plauderte von alten (also noch älteren....) Zeiten und gerade das Bier schmeckt doch um diese Uhrzeit auch viel besser als nachmittags! Der Zusammenhalt in den Vereinen war einfach größer, weil man grundsätzlich nach dem Wettkampf noch zusammen saß und sich nicht wie hier am Nachmittag in alle Winde verstreut. Familienstress ist dort irgendwie kein Thema, denn für die Familie gibt es eben noch 43 andere Sonntage im Jahr. Und vielleicht ist auch die Qualität der Partien höher, aber dafür habe ich keine Beweise, sondern nur die Vermutung, dass es weniger Blackouts gibt. Aber auf jeden Fall gibt es weniger kampflose Partien. Natürlich wäre das ein "Erdrutsch", wenn man diese Startzeit in Berlin diskutieren würde....

Johannes Stöckel am :

@Matthias Kribben und alle "Eulen"
Na, wie wäre es denn dann, wenn sich zur Abwechslung mal der SC Zitadelle Spandau "in die Nesseln setzt" und nächstes Jahr einen Antrag auf Beginn um 14.00 Uhr stellt, also ich bin dabei ... ;)

Beim SC Weisse Dame hat es übrigens durchaus Tradition, sich ab 14.30 Uhr noch zum gemeinsamen "postludium" zu begeben, verspätetes Mittagessen inklusive. Dann hat man wiederum den Abend für sich (hätte man auch bei Beginn um 10.00 Uhr).

Und alle "Lerchen" haben nun um 6.00 Uhr wieder etwas zum Lachen, weil hier auch weit nach 0.00 Uhr noch kommentiert wird ... ;)

Ansgar Thesing am :

Also ich empfinde den Samstag auch mit Abstand am natürlichsten.
Ich durfte diese Zeit auch im Münsterland jahrzehnte genießen.
Mit spielen und anschliessendemAbendessen und die, die Verpflichtungen abends haben, konnten diese auch wahrnehmen.
Dann gab es in NRW eine Phase, wo verbände anfingen aufgrund des "veränderten "Freizeitverhalten auf Sonntag zu gehen mit der Folge, dass deutlich weniger Spieler bereit waren, BMM zu spielen.

Hans Schilling am :

Also, ich wäre ja auch für 10 Uhr ... aber nur in Heimspielen ;)

Heinz Uhl am :

Nach den hohen Wellen, die dieses Thema hier geschlagen hat, finde ich es sehr gut, dass sich der Spielausschuss mit je zwei 9:00- und 10:00-Uhr-Staffeln in den Klassen 1-3 und je einer in der Stadtliga so schnell zu einem Kompromiss durchringen konnte, wie man mir berichtete. Hoffentlich trägt das jetzt ebenso schnell zur Befriedung der beiden Lager bei! Für die Landesliga und die 4. Klasse wird sich sicherlich auch noch eine gute Lösung finden ...

Rudi Hirr am :

Am 1.4. wird sicherlich eine alle befriedigende Antwort veröffentlicht !!!

Reinhard Giese am :

Liebe Leute,
heute wurde mir die Regelung in anderen Sportarten nahe gelegt.
Im Handball bestimmt der Gastgeber die Anwurfzeit.
Für den Schachverband könnte dies bedeuten, einen Rahmen zu setzen.
Sonntags zwischen 9 und 10 Uhr. Den Rest regelt der Heimverein.
Warum so kompliziert Kompromisse schließen?
Die Diskussion wird sicher bald wieder beginnen.
LG
Reinhard

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