10.Internationales Winteropen - krönender Jahresabschluss für FM Stefan Frübing

Das Berliner Schachjahr 2016 fand mit dem 10.Internationalen Winteropen einen würdigen Jahresausklang und das jubilierende Turnier machte seinem Namen auch in diesem Jahr wieder alle Ehre. 152 Teilnehmende aus 16 Nationen bemühten sich in den 4 Tagen vom 27.12.-30.12.2016 darum, möglichst viele gute Züge im altehrwürdigen Saal des Rathauses Berlin Pankow zu finden. Am besten gelang dies am Ende des Turniers FM Stefan Frübing vom SK König Tegel mit 6 Punkten aus 7 Partien. Für den 28 jährigen Bundesligaspieler scheint sich das Winteropen damit zur persönlichen Erfolgsserie zu entwickeln, denn bereits im letzten Jahr belegte er immerhin schon einen sehr guten dritten Platz. Wir gratulieren Stefan auf jeden Fall sehr herzlich zu diesem großen Erfolg und wünschen ihm viele weitere im nächsten Jahr.

Stefan (r.) wusste hier noch nicht wie hart er in der Finalrunde gegen Hannes Leisner um den halben Punkt würde kämpfen müssen. Aber vielleicht ahnte er schon, daß er das schaffen würde? Der fröhliche Beginn erwies sich jedenfalls als gutes Omen.
Stefan (r.) wusste hier noch nicht wie hart er in der Finalrunde gegen Hannes Leisner um den halben Punkt würde kämpfen müssen. Aber vielleicht ahnte er schon, daß er das schaffen würde? Der fröhliche Beginn erwies sich jedenfalls als gutes Omen.

Aber nicht nur die Spitzenplätze waren hart umkämpft, denn in insgesamt 8 weiteren Kategorien wurden Sieger prämiert, darunter auch die schönsten Partien. Hier gewann das erst 14jährige Supertalent Barath Madhan aus Indien den ersten Preis mit einer hochtaktisch geprägten Partie gegen Sven Waschke. Vielleicht stachelte er Barath durch die Wahl der „königsindischen Verteidigung“ noch ein wenig zusätzlich zu dieser Glanzleistung an, denn nun ging es ja nicht nur um den Punkt, sondern ein kleines bisschen auch um die Ehre der Nation.

Barath Madhan (li.) spielte in der Schlussrunde gegen FM Benjamin Dauth (re.)Remis
Barath Madhan (li.) spielte in der Schlussrunde gegen FM Benjamin Dauth (re.)Remis

Platz 2 ging in dieser Kategorie an Johannes Stöckel, der ganz im Gegensatz zu Barath kein taktisches, sondern ein positionelles Lehrstück produzierte. Ein bisschen Glück war aber auch dabei, denn zur Gänze konnten und können die Lehren aus dieser Partie nur gezogen werden, weil sein Gegner im jugendlichen Eifer ein großzügiges Remisangebot ausschlug. Der „kasparovsche Lehrsatz“ dazu lautet übrigens: „Das wichtigste im Schach – wie im Leben auch – ist Objektivität!“.

Johannes Stöckel vs. Frederick Dathe – Nicht nur, dass Weiß im Besitz eines Mehrbauern total überlegen steht, nein es droht auch noch Sd5 nebst Sf6+ mit Gewinn einer Qualität. Dagegen war kein Kraut gewachsen und Schwarz gab folgerichtig auf.
Johannes Stöckel vs. Frederick Dathe – Nicht nur, dass Weiß im Besitz eines Mehrbauern total überlegen steht, nein es droht auch noch Sd5 nebst Sf6+ mit Gewinn einer Qualität. Dagegen war kein Kraut gewachsen und Schwarz gab folgerichtig auf.

Aber natürlich konnte der Nachwuchs wie auch die ältesten Lehrmeister des Turniers vielfach geistig brillieren und sich dafür in den entsprechenden Ratingklassen belohnen lassen. Mit einer Altersspanne von 9 bis 86 Jahren hat das Turnier damit auch wieder einmal bewiesen, dass Schach nicht nur die Nationen, sondern auch die Generationen verbindet.

In diesem Sinne bedanken wir uns recht herzlich beim Bezirksbürgermeister Sören Benn und dem Rathauspersonal für die freundliche Unterstützung und freuen uns auf die 11. Auflage des Internationalen Winteropens im Jahr 2017.

Einen besonderen Gruß möchten wir auch an IM Janos Szabolcsi richten, der uns aus seiner Heimat Ungarn einen besonderen Neujahrsgruß in Form eines vorzüglichen Rotweins überreichte. Er hat dem Organisationsteam nach getaner Arbeit hervorragend gemundet. Herzlichen Dank!

Link zu den Turniertabellen

Bearbeiter: René Schildt | | Archiv: Verein SC Zugzwang | ID: 2448

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Kommentare

Herbert Mayer am :

Gratulation zum Turnier-Jubiläum und Glückwunsch an die Sieger im Pankower (und natürlich auch im Spandauer) Rathaus. Es ist gut, dass dieses Turnier in einem solch schönen Ambiente in das zweite Jahrzehnt geht. Ich stutzte allerdings etwas über die Zählung. Irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass das Turnier einst, 2006, als Prenzlberg-Open begann (Erst- und Mit-Ausrichter Berolina). Und so war es auch. Wie auf den einschlägigen Seiten nachlesbar ist, gewann die Premiere 2006 K. Bubolz, 2007 hieß der Sieger J. Sondermann. Aber das 5. Prenzlberg-Open musste dann 2010 ausfallen, denn, so wurde mitgeteilt, eine „unwillige Verwaltung verweigert ihre Zustimmung und verbietet diese(s) Turnier“. 2011 startete es dann neu als (5.) Internationales Winteropen, so dass es 2016 tatsächlich zum zehnten Male stattfindet.
Schön auch, dass es inzwischen ein zweites Berliner Turnier zwischen Weihnachten und Neujahr in Spandau gibt. Vor der Geburt dieses Turniers war ich damals über den Termin nicht gerade begeistert, denn zwei Turniere zu verschiedenen Zeiten bieten mehr Spielmöglichkeiten und zwischen Weihnachten und Neujahr besteht leider nicht für jeden immer Gelegenheit, Schach zu spielen. Aber es hat sich mit den Teilnehmerzahlen 2016 wie im letzten Jahr gezeigt: Berlin verträgt zwei Schachturniere zum Jahreswechsel.

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