
Das Siegertrio des Lichtenberger Sommers 2025 © Peter Weiss
Beim Lichtenberger Sommer in Karlshorst wurde der Internationale Meister Valentin Prokofjew seiner Favoritenrolle gerecht. Bis zur sechsten Runde hatte der 19-jährige Ukrainer als Einziger alle Partien gewonnen und konnte sich dann an den letzten drei Spieltagen Punkteteilungen leisten, um seine Führung zu behaupten. Mit 7,5 Punkten gewann Valentin am Ende nach Feinwertung vor dem punktgleichen Internationalen Meister Atila Figura (SC Friesen-Lichtenberg), der in der Schlussrunde Henrik Petersen (SV 03/25 Koblenz) bezwang. Den direkten Vergleich gegen Mitfavorit Figura hatte Prokofjew in Runde 6 gewonnen und musste sich daher am Ende keine Sorgen um seine Zweitwertung machen.
Am Sonntag begnügte sich Valentin mit einem Kurzremis gegen FM Johannes Tschernatsch vom SC Kreuzberg. Hinterher setzten sich beide Spieler gut gelaunt noch einmal im Biergarten ans Brett für ein Erinnerungsfoto. Mein Schachfreund Bernd Lodziewski von der SG Weißensee, der zum Kiebitzen vorbeikam, hat das Bild netterweise aufgenommen, weil der Berichterstatter zu dieser Zeit noch an seiner Schlusspartie saß, die vier Stunden dauerte.
Johannes und Valentin nach der letzten Runde © Bernd Lodziewski
Valentin Prokofjew stammt aus der ukrainischen Großstadt Iwano-Frankowsk, die unter den russischen Angriffen zu leiden hat. Er verließ sein Heimatland vor eineinhalb Jahren und lebt seither in Prag. Der junge Schachprofi spielt in verschiedenen europäischen Ligen und hat bereits eine Großmeisternorm erzielt.
Dritter beim Lichtenberger Sommer wurde ebenfalls mit 7,5 Punkten der titellose Bogdan Tomin (SF Berlin), der zuletzt FM Reinhard Postler (TSG Oberschöneweide) bezwang. Er konnte dadurch den Internationalen Meister Alexander Gelman (Rotation Berlin, 7,0 Punkte) hinter sich lassen. Zur Siegerehrung kam BSV-Präsident Paul Meyer-Dunker und hielt eine Ansprache, in der er die Sieger beglückwünschte sowie allen Teilnehmern und Organisatoren dankte.
Martin Yatskar © Peter Weiss
Im Vorjahr hatte mit CM Martin Yatskar beim Lichtenberger Sommer ebenfalls ein Ukrainer für Aufsehen gesorgt. Er gewann die ersten sechs Partien, spielte dann remis, verlor aber die achte Partie. Am Ende blieb ihm nur der vierte Rang, und Überraschungssieger 2024 wurde Felix Reichmann (Empor Berlin), der sich in diesem Jahr mit Aaron Matthes (SC Kreuzberg) mit je 7,0 Punkten und gleicher Feinwertung Rang 5-6 teilte.
Felix Reichmann © Peter Weiss
Beste Frau wurde Pola Seemann aus Polen, die 6,0 Punkte erzielte, und bester Senior Christian Syré (SC Kreuzberg) mit 6,0 Punkten. Alle Sieger und Platzierten der Ratingpreise finden sich auf der Webseite des SC Friesen-Lichtenberg.
>>> Lichtenberger Sommer auf der Friesen-Homepage

Pola Seemann gewann die Frauenwertung © Peter Weiss
Beim Lichtenberger Sommer spielten Schachfreunde und Schachfreundinnen von 8 bis 89 Jahren. Nur in wenigen Sportarten außer unserem geliebten Schachspiel ist so etwas möglich.
Erhard Engelhardt, Jahrgang 1936 © Peter Weiss
Am Schlusstag kam der Dreifachsieger GM René Stern vorbei und erteilte Madiha Fock (SC Kreuzberg), die im Turnier 4,0 Punkte erzielte, im Biergarten eine Lektion im Blitzspiel. Interessierter Kiebitz war der 93-jährige Horst Strehlow. Die Berliner Schachlegende setzte früher in diesem Open ebenfalls oft die Figuren. Schach erhält eben jung!
René Stern blitzt mit Madiha © Peter Weiss
Nach dem Lichtenberger Sommer fand am Abend das traditionelle Blitzturnier im Café „en passant“ statt. Dort gewann der Niederländer David Miedema mit 23 Punkten aus 25 Partien. Auf ein Neues im Jahre 2026!
>>> DWZ-Auswertung auf der Schachbund-Seite