Auf der Website des Deutschen Schachbundes gibt es folgenden lesenswerten Artikel: Informationen zur Einführung des Wertungsportals und der Anpassung der DWZ
Und: DSB-Artikel zur neuen Wertungsordnung im Zuge der Umstellung der DWZ-Berechnung
Dazu noch ein paar Anmerkungen:
Warum Anhebung der DWZ? In die DWZ-Berechnung von Turnieren werden von DWZ-losen Spielern vorhandene Elozahlen herangezogen. Daher ist eine Vergleichbarkeit von FIDE-Elo und DWZ anzustreben. Weil die FIDE die Elozahlen enorm angehoben hat, unterscheiden sich zurzeit Elozahl und DWZ zu stark voneinander. So kann man seit geraumer Zeit ins Ausland fahren, ein DWZ-gewertetes Turnier mitspielen und kommt fast garantiert mit einem ordentlichen DWZ-Plus zurück, ohne überragend gespielt zu haben. Spieler, die nicht dazu kommen und häufiger gegen talentierte einheimische (DWZ-unterbewertete) Spieler antreten, werden durch den fehlenden Boost zurzeit stark benachteiligt. — Die schon länger angedachte Anhebung wird umgesetzt, wenn die DWZ vom alten Dewis-System fixiert und ins neue nuLiga-System übernommen werden.
Die Anhebung erfolgt gewichtet. Kleinere DWZ werden stärker angehoben. Das hat den Effekt, dass die Unterschiede zwischen den Spielern kleiner werden. Heißt des Weiteren: Die Gewinnerwartungen werden kleiner werden. Das ist beabsichtigt, denn Schachfreund Berthold Plischke (zuständig für die DWZ-Systemkontrolle) hatte herausgearbeitet, dass die Favoriten in überhöhtem Maße ihre Gewinnerwartungen nicht erfüllen, und das in großem Maßstab. Dem soll gegengesteuert werden.
Beispiele nach meinen Excel-Berechnungen (Korrektur vorbehalten)
750 → 1150, 1000 → 1400, 1200 → 1528,
1300 → 1592, 1400 → 1656, 1500 → 1720, 1600 → 1784
1700 → 1848, 1800 → 1912, 1900 → 1976, 2000 → 2040.
Eine neue Wertungsordnung wird die jetzige ablösen. Bei der DWZ-Formel wurde an einigen Stellschrauben gedreht. So wird u.a. die Anzahl aktueller Partien einen größeren Einfluss bekommen. Beispielsweise wird es relevanter, ob 9 Partien gespielt wurden oder nur 3, als bisher.
Außerdem werden 100-Prozent-Ergebisse von Neueinsteigern durch einen kleinen Kniff auswertbar, also formeltauglich gemacht, indem bspw. bei einem Neueinsteiger mit dem Idealergebnis „6 aus 6“ eine Performance von 6½ aus 7 angrechnet wird. (100-Prozent-Resultate führen derzeit nicht zu einer DWZ. Damit wird vor allem der betreffende Spieler benachteiligt, dem eine DWZ erst mal verwehrt bleibt, was auch Folgen für das nächste Turnier hat — Startrangliste, Gegner.)
Anm.: Die vorgenannte Argumentation beruht auf eigenen Beobachtungen/Bewertungen und beinhaltet nicht vollständig offizielle Informationen seitens der DWZ-Kommission.
Ergänzung (Update): DWZ-Grenzen für die Berliner Schachjugend-Landeskader-Förderung: Übergangsweise, bis neue Festlegungen getroffen sind, würden nach meinem Dafürhalten frühestens ab dem 23.7.2026 folgende umgerechnete DWZ-Grenzen Gültigkeit erlangen. Das hat Empfehlungscharakter! Denn das entscheiden letztendlich die dafür zuständigen Funktionäre im Jugendschach bzw. im Leistungssport, und nicht ich.
Jahrgang 2011+2012 (AK 13/14) 1816 für Mädchen, 1880 für Jungen
Jahrgang 2013+2014 (AK 11/12) 1748 für Mädchen, 1848 für Jungen
Jahrgang 2015+2016 (AK 9/10) 1464 für Mädchen, 1592 für Jungen
Jahrgang 2017–2019 (AK 6–8) 1350 für Mädchen, 1400 für Jungen