Festveranstaltung 125 Jahre Berliner Schachverband

Am 26. April 1901 wurde der Berliner Schachverband gegründet. Aus diesem Anlass haben wir am Wochenende gemeinsam mit den Schachfreunden Berlin die Schachbundesliga-Endrunde ausgerichtet und wir haben uns sehr gefreut, dass viele von euch die Möglichkeit genutzt haben, dieses ganz besondere Event zu besuchen.

Aber natürlich gehört zu so einem Jubiläum auch eine kleine Festveranstaltung. Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, des Deutschen Schachbundes, der Landes- und Mitgliedsorganisationen des DSB sowie der Landessportbund Berlin kamen auf unsere Einladung am Samstag während der 14. Runde der Schachbundesliga im Casino des Willy-Brandt-Hauses zusammen, um unser Verbandsjubiläum zu begehen. Alle Bilder von Finn Engesser, Deutscher Schachbund.

Den festlichen Rahmen der Veranstaltung bildeten unsere drei Ehrenpräsidenten, die in ihren Festreden verschiedene Perioden des Berliner Schachverbandes launisch Revue passieren ließen. Bevor es damit losging sprach Sophie Lehsnau, Vizepräsidentin des Landessportbundes Berlin, zur Festgesellschaft. Sie dankte den Ehrenamtlichen des Berliner Schachs für ihre Arbeit und würdigte das merkliche Mitgliederwachstum des Berliner Schachverbandes der letzten Jahre insbesondere auch im Kinder- und Jugendbereich. Abschließend betonte Sie, dass der Berliner Schachverband auch anderen Stellen vorbildliche in der Sportgemeinschaft Berlins mitwirkt. So war der BSV einer der ersten Verbände mit Kinderschutzsiegel im LSB Berlin und der BSV bringe sich personell mit Carsten Schmidt im Landesausschuss für Ausbildung und Paul Meyer-Dunker im Landesausschuss für Sport- und Vereinsentwicklung in zwei inhaltlichen Ausschüssen des LSB ein, während viele der 80 Mitgliedsverbände in keinem mitwirken würde.

Anschließend gehört der Emmanuel-Lasker-Gesellschaft als enger Partner des BSV die Bühne. Thomas Weischede verlieh dem Großmeister Peter Leko für seine Verdienste um den Schachsport den Lasker der ELG - Peter bedankte sich für die Ehrung mit einer launigen Rede durch verschiedene Episoden seiner Schachkarriere. Ein spannender Einblick, persönlich vorgetragen von einer Legende unseres Sportes!

Im Anschluss startete Gerhard Mietzelfeldt dann den Blick auf die BSV-Geschichte mit einem Rückblick auf den Vereinigungsprozess zwischen West- und Ostberlin und in welchem rasenden Tempo dies im Berliner Schach vollzogen wurde - nicht ohne dabei die zahlreichen Herausforderungen auszusparen, sei es bei den Unterschiedenen in den Spielbetrieben, den unterschiedlichen Systemen zur Messung der Spielstärken und Einordnung der Schachspielerinnen und Schachspieler (Ingo-Zahl vs. Klassensystem) sowie den völlig verschiedenen Einstellungen zum Thema Geld.

Carsten Schmidt blickte auf seine Wirkenszeit im Präsidium des BSV von 1994 bis 2020 zurück. Dabei schilderte unterhaltsam, wie er Anfangs in seiner Zeit als Jugendwart auch mit vielen Herausforderungen der Wiedervereinigungszeit zu tun hatte, aber auch wie fundamental sich sein Blick auf den Verband wandelte, als er nicht mehr durch die Brille des Jugendwartes sondern als Vizepräsident und später als Präsident auf die Verbandsarbeit blickte. Ausführlich würdigte er das Wirken unseres verstorbenen Ehrenpräsidenten Alfred Seppelt und führte aus, warum er eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte des Verbandes war.

Emotional wurde es im Anschluss, als sein Sohn Hajo Seppelt zur Versammlung sprach. Aus der Perspektive der Familie schilderte er sichtlich bewegt, welche Entbehrungen und Herausforderungen solch ein Ehrenamt für die Familien mit sich bringen kann, aber auch wie sein Vater für unseren Sport gelebt und gearbeitet hat. Dabei warf er auch ein Schlaglicht auf das unermüdliche Wirken seiner Mutter Katherina Seppelt, die durch ihre (zu) häufig ungesehene Arbeit im Hintergrund vieles erst möglich gemacht hat. Danke Hajo für diesen sehr persönlichen Einblick!

Unser Ehrenpräsident Matthias Kribben ließ vor allem drei Großereignisse seiner Amtszeit Revue passieren. Das Großmeisterturnier im Jahr 2009, die riesige zentrale BMM-Abschlussrunde im Estrel mit allen Teams aller Staffeln sowie die Großveranstaltungen im jüdischen Museum. Alles für sich herausragende Veranstaltungen, an die sich alle die dabei waren sehr gerne zurückerinnern.

Zwischen den Festreden unserer Ehrenpräsidenten gratulierten unsere Gäste in ihren Grußworten zu 125 Jahren BSV. Jürgen Klüners gratulierte im Namen des Deutschen Schachbundes zu 125 Jahren BSV. Insbesondere dankte er dem BSV und auch Christoph Barth und Paul Meyer-Dunker persönlich dafür, dass es gelungen ist die Deutschen Hochschulmeisterschaften wiederzubeleben und Schach wieder offiziell zum Teil des allgemeinen deutschen Hochschulsportverbandes zu machen.

Thomas Weischede würdigte die gemeinsame Arbeit an verschiedensten Projekten und gratulierte mit der Überreichung eines speziell gestalteten Jubiläumsturms der ELG. Michael Fuhr vom Landesschachbund Brandenburg betonte die enge Zusammenarbeit und überreichte einen speziell gravierten Glaspokal. Vom Präsidenten des Bayerischen Schachbundes Ingo Thorn gab es neben freundschaftlichen Grußworten nicht nur 200 Euro für die Berliner Schachjugend sondern auch ein persönliches Weingeschenk für den Präsidenten. Und Michael Langer vom Niedersächsischen Schachverband gratulierte "dem zweitbesten Landesverband des Deutschen Schachbundes" sehr herzlich und brauchte einen Goldtopf mit 125 ein-Euro-Münzen als Gastgeschenk. Vielen Dank an alle Gäste für die schönen, würdigenden Worte und Geschenke!

Nach vielen Reden ging es dann an das Jubiläumsquiz. Zehn Fragen zum Berliner Schachverband konnte von allen anwesenden Nico Franic von der Schachjugend am besten beantworten. Als verdienten Lohn gab es den "Schachbooster" von Michael Busse. Wer das Quiz selber nachspielen möchte, alle Fragen findet ihr hier.

Marcus Gretzer und sein Helferteam sorgten dafür, dass niemand verdurstete und verhungerte und so fand der Nachmittag nach 2,5 Stunden Festakt seinen Abschluss bei letzten Gesprächen und dem Besuch der Zeitnotphase der Schachbundesliga. Dort gelang den Schachfreunden Berlin ein 5,5 zu 2,5 Sieg gegen Kirchweyhe, mit dem sie den Grundstein für den Klassenerhalt legten. Ein rundum gelungener Nachmittag!

Abschließend möchte ich auch noch einmal ganz persönlich allen Gästen danken, die die Veranstaltung erst so schön gemacht haben. Ich habe mich gefreut, so viele Weggefährten, Förderer und Engagierte unseres Sportes zu sehen und mit euch gemeinsam die Verbandsgeschichte Revue passieren zu lassen. Es war mir ein Fest. Bis bald, auf und neben den Brettern!

Bearbeiter: Paul Meyer-Dunker | | Archiv: BSV - Nachrichten | ID: 29639

Kategorie: Präsidium

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