Berliner Einzelmeisterschaft 2026 entschieden
Die Berliner Einzelmeisterschaft 2026 ist entschieden – und am Ende steht ein bekanntes Bild: Maxim Vavulin ist alter und neuer Berliner Meister.
Der Großmeister von den Schachfreunde Berlin setzte sich mit 7 Punkten aus 9 Partien durch und bestätigte damit seine Favoritenrolle. Von einem Stolpern in der dritten Runde gegen seinen Vereinskameraden Johannes Florstedt abgesehen, agierte er souverän und untermauerte seine Ambitionen auf den Titelgewinn Runde für Runde.
Hinter ihm entwickelte sich ein enges Rennen um die Podiumsplätze. Jonas Eilenberg (SK König Tegel) belegte mit 6,5 Punkten Rang zwei, gefolgt von Henrik Hesse (SV Mattnetz) mit 6 Punkten.
Punktgleich dahinter: Johannes Florstedt und Diyap Büyükasik.
Die vollständige Tabelle findet ihr hier: chess-ressults
Viele Partien wurden sehr lange und hart ausgekämpft. Wer sie nachspielen möchte, findet hier manchen Leckerbissen Lichess
Ganz ausgereicht hat der Kampfgeist nur bei Luca Brau nicht. Sieglos und mit nur vier Remis nach acht Runden war der Klassenerhalt nicht mehr zu schaffen – und am Ende fehlte er auch ganz am Brett.
Qualifikationsturnier
Parallel zur Meisterklasse wurde im Gemeinschaftshaus Lichtenrade auch das Qualifikationsturnier der Berliner Einzelmeisterschaft 2026 ausgetragen – mit einem großen, breit besetzten Feld und entsprechend vielen langen Tagen am Brett.
Am Ende setzte sich Luca Mankel (SC Friesen) mit starken 7,5 Punkten aus 9 Partien durch und sicherte sich verdient den Turniersieg. Entscheidender Faktor war dabei nicht nur die Punktzahl, sondern auch die Stabilität über das gesamte Turnier hinweg – ohne Niederlage und mit wichtigen Siegen in den Schlussrunden.
Dahinter folgte Sergei Shvedchikov (SC Zugzwang) mit 7 Punkten auf Rang zwei. Punktgleich, aber mit etwas schlechterer Wertung, belegte Andreas Kuban (SSV Rotation) den dritten Platz.
Auf den Plätzen 4 und 5 folgten mit jeweils 7 Punkten Patrick Böttcher und Benjamin Matthes vom SC Zitadelle Spandau.
Wer 6,5 Punkte erzielte, landete in den Top Ten: Benjamin Schäfer (SV Königsjäger) wurde Sechster. Gleich drei Plätze in den Top Ten gingen an den BSC Rehberge mit Mehmet Bayar (7.), Eren Ucar (9.) und Özgün Karabarlas (10.). Viet Anh Nguyen (SC Friesen) belegte Platz 8.
Alle Ergebnisse und die Platzierung findet ihr hier chess-results
Die Ergebnisse der Nebenwertungen (weicht ab von den Preisgeldempfänger/innen)
Beste Teilnehmerin Daria Pikki - SV Königsjäger - 5,5 Punkte
Beste/r Jugendliche/r Benjamin Schäfer - SV Königsjäger - 6,5 Punkte
Beste/r Senior/in Jürgen Schmidt - SC Kreuzberg - 6 Punkte
TWZ 1700 bis 1899
Sergei Shvedchikov - SC Zugzwang - 7 Punkte
Eren Ucar - BSC Rehberge - 6,5 Punkte
Özgün Karabarlas - BSC Rehberge - 6,5 Punkte
TWZ 1500 bis 1699
Konstantin Gerner - SW Lichtenrade - 5,5 Punkte
Lio Cheng - Sfr Siemensstadt - 5,5 Punkte
Stefan Bühring - SVG Läufer Reinickendorf - 5 Punkte
TWZ 1300 bis 1499
Noah-Eren Lohre - SC Kreuzberg - 6 Punkte
Minh Quan Ha - SC Borussia Lichtenberg - 5 Punkte
Lucas Bao Vinh Nguyen - SC Friesen - 5 Punkte
TWZ 1 bis 1299
Aamir Shaikh - BSG 1827 Eckbauer - 4 Punkte
Ilja Ronald Christoph - SC Freisen - 4 Punkte
Oleksandr Sheika SC Friesen - 3,5 Punkte
...und auch das noch
Nach einer Niederlage beklagte ein Spieler im Gespräch am Schiedsrichtertisch, dass ihm ausgerechnet ein besonders unfair spielender Gegner zugelost worden sei. Der Spieler bat darum, die Begegnung im Blick zu behalten. Der betreffende Gegner war aus anderen Turnieren bekannt, ohne bislang auffällig geworden zu sein. Nun kommt es vor, dass die Chemie zwischen zwei Spielern nicht stimmt und plötzlich schiefgeht, was sonst unproblematisch verläuft.
Und natürlich kam es, wie es kommen musste: In bereits schlechterer Stellung rief genau jener Spieler den Schiedsrichter ans Brett und reklamierte, sein Gegner habe eine bereits abgestellte Figur noch einmal versetzt, um einen verlustbringenden Zug zu korrigieren. Es stand Aussage gegen Aussage. Auch an den Nachbarbrettern hatte niemand etwas bemerkt. Der Schiedsrichter entschied daher auf Weiterspielen. Der reklamierende Spieler verlor die Partie und stieg anschließend aus dem Turnier aus.
Wie hoch die reale Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Vorgangs ist, lässt sich kaum seriös beziffern. Dass sie nicht besonders hoch sein dürfte, zeigt schon der Umstand, dass Reklamationen dieser Art im Erwachsenenschach fast nie vorkommen.
last but not least - Danksagung
Dass wir Jahr für Jahr im Gemeinschaftshaus Lichtenrade spielen dürfen, ist maßgeblich Erdal Çağlar zu verdanken, der den in jedem Jahr etwas anspruchsvoller werdenden Abstimmungsprozess mit dem Bezirksamt zuverlässig begleitet. Unser Dank gilt zugleich dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg für die kostenfreie Überlassung der Räumlichkeiten.
Ohne Mampf kein Kampf: Ein herzliches Dankeschön an die Lichtenrader Schachfreundinnen und Schachfreunde um Martin Bornemann, die während des gesamten Turniers unermüdlich für die Versorgung mit Speisen und Getränken gesorgt haben.
Dem Schiedsrichterteam mit Lothar Oettel, Bernhard Riess und Stefan Weigel danke ich für eine jederzeit ruhige, souveräne und verlässliche Turnierleitung.
Ralf Ettel und Mike Gall sei ausdrücklich für den Transport sowie das Verstauen des Spielmaterials gedankt.
Die TSG Oberschöneweide stellte erneut das elektronische Spielmaterial zur Verfügung, während Bernhard Riess die Übertragung verantwortete – auch dafür vielen Dank.
Nicht zuletzt gilt mein besonderer Dank den zahlreichen Helferinnen und Helfern aus vielen Berliner Vereinen, die beim Auf- und Abbau unterstützt haben. Stellvertretend seien genannt: Ekincan Azman, Klara und Richard Bayer, Michael Beuster, Bertan Çağlar, Sahr Dalkner, Dev und Mahir Doshi, Tolga Eran, Josef Gelman, Olaf Gersemann, Nikolai Jahn, Jens Kutschke, Andreas Lange, Kathleen Laute, Massimo Manolache, Vincent Münster, Louis Rafea, Louis Reinhold, Benjamin Schäfer
Ohne dieses Engagement im Hintergrund wäre die Durchführung eines Turniers in dieser Größenordnung nicht möglich.
Abschließend gilt mein Dank auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein Turnier lebt von Euch, die sich neun Runden lang ans Brett setzen, konzentriert spielen, Niederlagen wegstecken und am nächsten Tag wieder antreten. Die große Disziplin, die überwiegend faire Spielweise und der respektvolle Umgang miteinander haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Berliner Einzelmeisterschaft 2026 in ruhigen und geordneten Bahnen verlaufen ist.
Wir sehens uns hoffentlich im nächsten Jahr!
Viele Grüße, Kai
spielleiter@berlinerschachverband.de | +49 (170) 6458361
Kategorie: Spielausschuß