Weihnachtsgrüße des Präsidenten

Liebe Schachfreundinnen und Schachfreunde,

Es ist Tradition, dass sich der Präsident des Berliner Schachverbandes mit Weihnachtsgrüßen an alle Mitglieder wendet. Und zur Abwechslung ist das mal eine Tradition, die ich nicht plane zu brechen. Ich möchte dieses Format nutzen, um mit euch auf ein hartes Jahr zurückzublicken, zwei persönliche Bitten an euch zu richten und Ideen und Projekte für das kommende Jahr vorzustellen, in der Hoffnung ein wenig Vorfreude und Optimismus zu wecken.

Ein in vielerlei Hinsicht turbulentes und unfassbar anstrengendes Jahr, nicht nur für das Berliner Schach, sondern für uns alle und unsere Familien, geht zu Ende. Gerade erst hat uns mit dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes Werner Koch die nächste traurige Nachricht erreicht.

Zu Beginn des Jahres durften wir mit der anlaufenden Impfkampagne Hoffnung auf ein Auslaufen oder Ende der Pandemie schöpfen. Aktuell aber stellen sich sicher viele von uns die Frage, wie lange diese Pandemie unser aller Leben noch im Griff haben wird. Jede und jeder Einzelne von uns hat nur wenig Einfluss auf das Gesamtgeschehen. Aber lasst uns das tun, was uns in der Pandemie möglich bleibt.

Meine persönliche Bitte ist, dass sich alle, die können, impfen lassen. Und nicht weniger wichtig ist, dass wir einander nicht vergessen. Bleibt in Kontakt mit euren Schachfreundinnen und Schachfreunden, und vergesst einander nicht.

Ausblick auf das Jahr 2022

Beim Blick ins neue Jahr ist klar, dass uns kein einfacher Winter bevorsteht. Die Januarrunden der BMM werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen verschieben. Der Vereins- und Spielbetrieb wird im Januar und vermutlich auch im Februar erheblichen Einschränkungen unterliegen. Das heißt jedoch nicht, dass wir in Inaktivität verfallen müssen.

Viele Vereine sind mit Onlineangeboten gut durch die Pandemie gekommen, und ich kann euch nur ermuntern, z.B. an der Deutschen Schach-Online-Liga des Deutschen Schachbundes teilzunehmen. Diese startet im Januar und ermöglicht in einer sonst harten und vielleicht auch einsamen Corona-Winterzeit gemeinsame Schachfreude und Mannschaftsschach. Zudem sind dies gute Anlässe, um digital zusammenzukommen und z.B. die gemeinsamen Wettkämpfe nachzubesprechen. Falls ihr hierzu Fragen habt oder Unterstützung braucht, wendet euch gerne an mich.

Ab dem Februar dürfen wir uns zudem auf ein sportliches Schachfest in unserer Stadt freuen. Zwei der drei Turniere des FIDE-Grand-Prix 2022 werden in Berlin stattfinden, vom 3. bis 17. Februar sowie vom 21. März bis 4. April. Wir planen, ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, wobei natürlich der Fokus auf dem Märzturnier liegen wird. Ob im Februar viel möglich sein wird und die Partien überhaupt live verfolgt werden können, scheint aktuell mehr als zweifelhaft. Für den Zeitraum Ende März bleibe ich aber optimistisch.

Für die Berliner Einzelmeisterschaften dürfen wir uns auch auf Änderungen einstellen. Wir planen eine Aufwertung in mehrfacher Hinsicht. Die Meisterklasse der Berliner Einzelmeisterschaft ist der höchste Einzelwettbewerb Berlins und bietet die Qualifikation zur Deutschen Einzelmeisterschaft. Es sollte das sportliche Highlight in unserem Turnierkalender sein. Die Realität ist, dass die stärksten Berliner nicht an diesem Wettbewerb teilnehmen und die talentierten Jugendlichen in diesem Zeitraum in der Vergangenheit lieber am „Grenke Open“ teilnahmen, weil das die sportlich attraktivere Option ist. Dieser Zustand ist für mich nicht akzeptabel. Es ist aber auch logisch, dass für die stärksten Spieler ein Preisgeld von 500€ für ein neuntägiges Schweizer-System-Turnier nicht sonderlich reizvoll ist.

Wir werden das Preisgeld deutlich erhöhen. Angestrebt sind ein Preisgeld für den ersten Platz von mindestens 2000€ sowie vierstellige Preisgelder für die Plätze 2 und 3. Die (Live-) Berichterstattung für die Berliner Einzelmeisterschaft wird ausgebaut, und das Turnier soll in Zukunft als das Highlight zelebriert werden, dass es sein sollte. Für jede(n) talentierte(n) Jugendliche(n) in unserem Landesverband soll es ein Erfolg sein, sich für diesen Wettbewerb zu qualifizieren und dort sportlich hart gefordert zu werden.

Dafür klafft noch eine Finanzierungslücke von ca. 5.000€, aber ich bin optimistisch, dass ich diese Mittel einwerben und diese Finanzierungslücke schließen kann.

Im Haushalt bereits beschlossen ist die Bereitstellung von mehr Geldern für die Frauenmeisterschaft. Wir planen, erstmals eine offene Berliner Fraueneinzelmeisterschaft durchzuführen. Von unseren ursprünglichen Plänen, diese im Rahmen des „Grand Prix“ stattfinden zu lassen, haben wir aufgrund der unklaren Lage Abstand genommen. Durchführen werden wir diese Meisterschaft trotzdem, aber lediglich später im Jahr.

Ebenfalls planen wir, wieder Normenturniere auszurichten. Mindestens eines ist im Haushalt bereits finanziert. Durch die auf dem letzten Bundeskongress auf unseren Antrag hin beschlossene Fördermöglichkeit solcher Normenturniere durch den DSB könnten in diesem Jahr sogar zwei Normenturniere möglich sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Arbeit im kommenden Jahr wird die Wiederbelebung der Open sein. In den letzten beiden Jahren musste der Großteil der Turniere leider abgesagt werden. Manche Open, wie der Lichtenberger Sommer, haben ihre bisherigen Räume für diese Turniere dauerhaft verloren. Es ist natürlich im Interesse des Berliner Schachverbandes, dass möglichst viele dieser Turniere spätestens im Sommer wieder stattfinden können. Für Lichtenberg bin ich bereits dabei, in Kontakt mit dem Bezirk die Suche nach Alternativen zu unterstützen. Wenn es darüber hinaus Unterstützungsbedarf gibt, wendet euch gerne an mich, das Präsidium oder unsere Geschäftsstelle!

Wie ihr seht, gibt es für das nächste Jahr vieles zu tun, aber auch vieles, worauf wir uns freuen können. Ich möchte damit abschließen, einen Blick auf unseren Verband zu werfen.

Danksagungen

Unser Präsident Christian Kuhn musste nach einem Jahr sein Amt aus gesund­heitlichen Gründen aufgeben. Ich möchte mich an dieser Stelle bei ihm für die geleistete Arbeit, die gemeinsame Zeit und die vielen guten Gespräche auch nach seiner Zeit im Amt bedanken und wünsche ihm alles Gute.

Ebenfalls danken möchte ich meinem Vorvorgänger Carsten Schmidt, der bis heute nicht nur als Ausbildungsreferent für uns arbeitet, sondern mir ebenfalls mit Rat zur Seite steht und mir stets hilft, Zusammenhänge, die mit Vorgängen vor meiner Zeit zu tun haben, zu verstehen.

Ich kann nicht alle aufzählen, aber stellvertretend möchte ich über unser neuestes Präsidiumsmitglied schreiben, unseren Vizepräsidenten Bernhard Riess. Er war im Juni unser personeller Neuzugang im Präsidium und ist ein wahrer Glücks­griff für den Berliner Schachverband. Sein Tatendrang, seine Zuverlässigkeit, seine Ehrlichkeit und Kollegialität auch bei Meinungs­ver­schie­den­heiten sowie seine Lust, einerseits Altbewährtes durchzuführen, als auch Neues zu probieren, ist von unschätzbarem Wert.

Mein Dank gilt aber nicht nur ihm, sondern allen unseren Engagierten. Er gilt meinen Kollegen im Präsidium, Tony Schwedek, Dirk Gros und Olaf Sill. Ebenso unseren Referentinnen und Referenten, Carsten Schmidt, Atila Figura, Ralf Ettel, Olaf Kreuchauf, Carsten Haase, Ralf Reiser, Christian Syré und Ashley Roberts sowie Frank Hoppe für seine jahrzehntelange zuverlässige Arbeit als unser Web­master.
Jessica Reck ist aus beruflichen Gründen nach Spanien gezogen und hat ihr Amt als Frauenreferentin aufgegeben. Was bleiben wird, ist die Streichung der Titelvergabe der Frauenmeisterin im Qualifikationsturnier, die Erhöhung des Frauenetats und die Einführung der offenen Berliner Fraueneinzelmeisterschaft. Dies geht auf ihr Wirken zurück, und dafür möchte ich ihr danken!

Unsere Geschäftsstellenleitung Bettina Bensch leistet seit vielen Jahren wertvolle und zuverlässige Arbeit für den Berliner Schachverband, die unsere Ehrenamtlichen entlastet. Vielen Dank dafür!

Ebenfalls danken möchte ich den Mitgliedern des Spielausschusses, des Jugendausschusses, der Schiedsrichter(innen)kommission und des Ver­mitt­lungsausschusses.

Doch all dieser Einsatz wäre sinnlos ohne die unermüdliche Arbeit vor Ort in den Vereinen, insbesondere in den aktuellen harten Zeiten. Die Vereinsvorstände, Spielleiterinnen und Spielleiter, die die Vereine am Laufen halten, sowie die vielen in der Jugendarbeit Engagierten, die die Zukunft unseres Sportes ermöglichen. Auch euch möchte ich von Herzen danken.

Ich habe das Amt des Präsidenten des Berliner Schachverbandes nie angestrebt und auch nicht wirklich gewollt, dass ich vor ca. 15 Monaten überhaupt Vize­präsident wurde, war das Ergebnis von Überredungs- und Über­zeu­gungs­versuchen, die sich über 12 Monate zogen, erst von Christian und dann von Christian und Carsten gemeinsam. Aber die Zusammenarbeit mit so vielen Engagierten und die Unterstützung, die ich und wir alle erfahren, macht mich dankbar, und ich bin froh, Teil eines Teams aus so vielen Menschen zu sein, die sich für unseren Sport in unserer Stadt einsetzen. Ihr alle macht die Arbeit im Berliner Schachverband zu einer großen Freude.

Ich wünsche euch, unseren Mitgliedern, den Engagierten in den Vereinen, den Verbandsfunktionärinnen und Verbandsfunktionären, ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr, dass ihr alle gesund bleibt und dass wir einander nächstes Jahr so viel wie möglich an den Brettern treffen können!

Paul Meyer-Dunker
Präsident

Bearbeiter: | | Archiv: BSV - Nachrichten | ID: 17039

Kategorie: Präsidium

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