Paul Meyer-Dunker ist neuer Präsident des Deutschen Schachbundes
Auslöser waren der Rücktritt des Vizepräsidenten Alexander von Gleich und die Unzufriedenheit mit dem Kommunikations- und Führungsstil der Präsidentin Ingrid Lauterbach. Für den Berliner Schachverband waren Paul Meyer-Dunker und ich als Delegierte vor Ort. Kai-Uwe Melchert war ebenfalls anwesend, vertrat dort jedoch offiziell den Deutschen Fernschachbund.
Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Text stehen. Nach mehrmaligem Überlegen habe ich mich jedoch entschieden, den Erfordernissen der preußischen Beschwerdeordnung Rechnung zu tragen. Anstelle eines emotionsgeladenen Berichts folgt nun eine etwas nüchternere Darstellung der Ereignisse. Zunächst zu den wichtigsten Sachthemen:
1. Der Safe Sport Code kommt! Der Safe Sport Code ist ein verbindliches Regelwerk, das vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) entwickelt wurde, um Sportlerinnen und Sportler effektiv vor interpersoneller Gewalt zu schützen. Er wird bundesweit als einheitlicher Standard für Vereine und Verbände dienen. Nun in der Satzung verankert, wird er demnächst vom Vizepräsidenten für Verbandsentwicklung, Jannik Kiesel, inhaltlich ausbuchstabiert und beschlussfertig vorbereitet. Wir wünschen uns, dass die Landesverbände in den Prozess eingebunden und mitgenommen werden. Denn am Ende benötigen wir Informationen darüber, was konkret von uns erwartet wird, damit wir ihn angemessen umsetzen können.
2. Der DSB bleibt weiterhin Mitglied in der Emanuel-Lasker-Gesellschaft (ELG). Der Antrag aus Hessen, der ein Meinungsbild zum Verbleib gefordert hatte, wurde zurückgezogen. Und um einen ehemaligen Berliner Bürgermeister zu zitieren: Das ist auch gut so! Gerade wir Berlinerinnen und Berliner wissen, wie vielseitig aktiv die ELG ist und wie sehr sie nicht nur uns, sondern auch dem DSB schon unter die Arme gegriffen hat.
3. Der Schachgipfel 2027 wird voraussichtlich in Stuttgart stattfinden. Es gibt gleich mehrere Jubiläen zu feiern: das des Landesverbands und das des DSB. Zudem ist 2027 womöglich das Jahr der Fusion von Baden und Württemberg zum Schachverband Baden-Württemberg. Grund genug, das größte Ereignis des DSB dort stattfinden zu lassen. Ich wünsche Carsten Karthaus, dem Präsidenten des Württembergischen Schachverbandes, ein glückliches Händchen bei der Vorbereitung und Durchführung des Gipfels. Es wartet eine Menge Arbeit, aber das kann ein richtig großartiges Ereignis werden.
Und nun zu den Personalthemen.
Bereits am Vorabend stand fest, dass eine Mehrheit der Verbände Ingrid Lauterbach als Präsidentin des Deutschen Schachbundes abwählen würde. Als potenzielle Nachfolger standen Niklas Rickmann, Präsident von Mecklenburg-Vorpommern, und Paul Meyer-Dunker bereit, das schwere und verantwortungsvolle Amt zu übernehmen. Ebenfalls verständigten sich die Verbände darauf, dass Jürgen Klüners (Vizepräsident Sport) und Jannik Kiesel (Vizepräsident Verbandsentwicklung) im Amt bleiben sollten. Der Abwahlantrag aus Baden wurde entsprechend modifiziert – eine gute Entscheidung.
Am Samstag wurde Ingrid Lauterbach schließlich mit 57 % der Stimmen abgewählt. In der folgenden Neuwahl setzte sich Paul Meyer-Dunker mit 116:114 Stimmen denkbar knapp gegen Niklas Rickmann durch. Als Vizepräsident Finanzen folgt der badische Vizepräsident und DSB-Kassenprüfer Jürgen Gersinska auf Alexander von Gleich, der sich in den vergangenen Jahren sehr um den DSB verdient gemacht hat. Dass unter anderem die Senioren-Team-WM 2027 an den DSB vergeben wurde, ist ein Verdienst, der ihm nicht ausreichend zugeschrieben wurde. Vielen Dank für dein Wirken, Alexander!
Dem neuen DSB-Präsidium wünscht der Berliner Schachverband alles Gute!
Persönlich möchte ich anmerken: Lieber Paul, als eSportler weißt du ja: Heavy is the crown! Das muss dich aber gar nicht abschrecken, denn du hast drei motivierte und fachlich versierte Mitstreiter an deiner Seite. Macht was draus!
Kevin Högy
BSV-Präsident
Kategorien: DSB, Personalien