† Günter Ahlberg

Nachruf an Günter Ahlberg (*11.03.1929 ; † 13.12.2016)

Die Berliner Schachszene verlor am 13. Dezember 2016 ein Urgestein. Trotz seiner stolzen 87 Jahre kam Günters Tod unerwartet. Nur wenige Tage zuvor spielte Günter in bester Verfassung im Schachcafé eine exzellente Partie während der Feierabendliga. Wie immer konnte sich die Mannschaft auf Günter verlassen. Nach einem plötzlichen gesundheitlichen Rückschlag während des Mannschaftswettkampfes am 11. Dezember verstarb Günter im Krankenhaus nach zweitägigem Kampf.

Mit Günter verliert die SG Weißensee 49 ihre beste und älteste Seele. Schon knapp drei Jahre vor der offiziellen Anerkennung des Vereins nach alliiertem Recht formte sich die Schachgruppe der späteren SG Weißensee. Damit war Günter nicht nur das letzte verbleibende Gründungsmitglied des Vereins, sondern blieb der SG Weißensee auch fast siebzig Jahre treu.

Günters erster großer schachlicher Erfolg war der Sieg in der Berliner Jugendmeisterschaft 1947, in der er sämtliche Endrundenpartien gewann. 

Wolfgang Thormann
Auszug aus der Schachexpress mit Bericht über Günters Sieg bei der Berliner Jugendmeisterschaft

Seitdem wirkte Günter neben seiner herausragenden spielerischen Leistung als Stammspieler der 1. Mannschaft, in der er über Jahre hinweg das Spitzenbrett belegte, auch aktiv an der Vereinsentwicklung mit. So war Günter seinerzeit sowohl Vorsitzender als auch Spielleiter des Vereins.

Nicht nur lokale Namen verzweifelten Laufe im seiner Schachgeschichte an seiner Caro-Kann Verteidigung sondern auch internationale Größen bissen sich an Günter die Zähne aus wie die nachfolgende Partie, gespielt während der Seniorenweltmeisterschaft 1992 in Bad Wörishofen gegen GM Efim Geller, zeigt:

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Am Ende der Weltmeisterschaft belegte Günter den 29. Platz mit 6,5 Pkt. (E. Geller siegte mit 8,5 Pkt.). Seine daraufhin im Jahre 1993 erworbene ELO Zahl von 2275 verteidigte Günter stets eisern. Bis zum Schluss hielt er sie bei über 2000. In den Jahren 1994 und 1995 gewann Günter die Berliner Senioreneinzelmeisterschaften, an welchen er bis zuletzt erfolgreich teilnahm. So erreichte er 2014 ungeschlagen mit 6,5/9 Pkt. den 10. Platz und 2015 den geteilten 1.-5. Platz mit 7/9 Pkt. sogar noch vor seinem langjährigen Freund Werner Reichenbach (6.5/9 Pkt.).

Für die 1. Mannschaft der SG Weißensee war Günter immer ein Erfolgsgarant. So versprach auch der bisher verlustfreie Start in diese Saison wieder ein erfolgreiches Schachjahr für ihn zu werden.

Günter lebte für das Schachspiel. Doch nicht nur am Schachbrett war Günter ein Unikat. Seine unerschütterliche gute Laune steckte nahezu jeden in seiner Umgebung an. Günter war stets korrekt und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wir werden das leise gelassene Pfeifen vermissen, dass verriet dass Günter sich in der Stellung wohlfühlte kurz bevor seine Springer einen überrannten.

 

Günter, du wirst uns sehr fehlen!

 

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Donnerstag, den 22. Dezember um 12 Uhr auf dem Auferstehungsfriedhof, Indira-Gandhi-Straße 110-123 in 13088 Berlin-Weißensee statt.

 

Rico Schmidt im Namen der SG Weißensee

Bearbeiter: | | Archiv: Verein SG Weißensee | ID: 2423

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Kommentare

Kommentare

Peter Baranowsky am :

Wie schade,
mein Mitgefühl gilt seinen Söhnen mit ihren Familien, dem Verein und der ganzen Berliner Schachgemeinde.
Günter, du wirst uns allen fehlen.
In stiller Trauer
Peter Baranowsky

Frank Hoppe am :

Leider kann ich bei der Trauerfeier heute nicht dabei sein, aber ich bin in Gedanken bei Günter und werde das Grab in den nächsten Tagen besuchen.

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