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Nun steht endlich der Termin für den Lichtenrader Herbst 2010 fest: 16. - 24.10.2010 Die konkrete Ausschreibung folgt demnächst auf unserer Homepage.

  Berliner Blitz-Mannschaftsmeisterschaft am 8.Januar 2006

von Frank Hoppe

Fotos - von Uwe Pöhle und Frank Hoppe
SwissChess - Turnierdateien im 7er Format

Ruhe vor dem Sturm  

Am Sonntag wartete auf die Turnierleitung eine ungleich größere Herausforderung, denn zum Mannschaftsblitz kommt oft die vielfach größere Teilnehmerzahl. So sollte es auch diesmal sein. Statt 74 wie am Vortag, drängten sich 246 Spieler um die Bretter. 58 Mannschaften gingen an den Start, womit der 2005er Rekord (77) zwar klar verfehlt wurde, aber das Turnier an die Jahre davor erinnerte. 2004 gingen 61 Mannschaften an den Start, 2003 waren es 43.

Der Saal füllt sich  

Das Team um Dr.Joachim Fechner und Bernhard Riess hatte die am Vorabend abgebaute Technik wieder hergerichtet und bemühte sich, das Turnier pünktlich um 10 Uhr zu starten. Doch das war auch diesmal nicht zu schaffen. Eine halbe Stunde mag zwar für die Einteilung der Vorrundengruppen ausreichen, aber nicht für die Eingabe der Mannschaftsaufstellungen. So kam es zu einer etwa halbstündigen Verzögerung, die zum einen ihre Ursache in der verspäteten Abgabe der Aufstellungen, zum anderen in der fehlenden Schnelligkeit der Computerbediener hatte. Unleserliche und unvollständige (z.B. Müller ohne Vorname) Aufstellungen sorgten bei der Turnierleitung für Ratlosigkeit und die zeitintensive Nachfragen.

Vorrunde

Nach welchen Kriterien die Vorrundengruppen eingeteilt wurden, wird ewig ein Geheimnis der Turnierleitung bleiben. Anhand der Aufstellungen geschah es jedenfalls nicht - schon weil keine Zeit dazu war. Vielleicht hätte man wenigstens die Ligazugehörigkeit nehmen sollen.
In Gruppe 3 tummelten sich so plötzlich vier Mannschaften mit einem BWZ-Schnitt von weit über 2100 - dabei gab es nur drei Plätze für das A-Finale. Und 10 der 11 Mannschaften hatten immerhin noch einen Schnitt über 1800. Müßig zu erwähnen, das Lichtenrade 6 mit einem Schnitt von 1054 alle Wettkämpfe 0:4 verlor.

Die Turnierleitung wich jedenfalls während der Vorrunde von der ursprünglichen Regelung ab, das der punktbeste Vierte aus allen Gruppen noch ins A-Finale aufrückt. Platz 4 in "Todesgruppe" 3 bedeutete nun automatisch A-Finale. Darüber war der SK Zehlendorf natürlich besonders glücklich, während TSG Oberschöneweide in Gruppe 1 in den sauren Apfel biß. Das B-Finale ersparten sich die TSG'ler.

Ingo Stark und Dietmar Gieritz scheiterten mit TSG  

Von der unterschiedlichen Einteilung profitierten deshalb auch einige kleinere Mannschaften. In Gruppe 2 versenkte die Betriebsschachtruppe von ZIB/ACCSB (Schnitt 1924) die höhereingestuften Schachfreunde Berlin 3 (2067) und Zitadelle (2026) und in Gruppe 5 erreichte die Zweite von Berolina Mitte (1842!) überraschend Platz 3 vor Zugzwang (1959) und Makkabi (2042), wobei man sagen muß, das bei Berolina das nichteingesetzte 5.Brett den Schnitt nach unten trieb.

Finale

Durch die Mittagspause (nur in der gab es warmes Essen) verschaffte sich die Turnierleitung genug Luft, um die Finalgruppen vorzubereiten. So begannen selbige dann auch relativ im Zeitrahmen liegend. Wenn es denn etwas zu bemängeln gab, dann waren es vor allen Dingen die fehlenden Tischmarkierungen (rot-weißes Absperrband auf den Tischen - aber ohne Tischnummern !), die fehlenden Durchgänge zwischen den Tischen und die Herabsetzung des A-Finales, dessen Stand ausgerechnet über den lichtschwächsten Beamer auf eine Behelfsleinwand abseits von der großen Leinwand geworfen wurde.

Zusätzliches Tohuwabohu entstand, als die 2.Runde des A-Finales beginnen sollte und irgendjemand falsches Weiterrutschen beanstandete. Das ich daran meinen Anteil hatte, will ich nicht bestreiten. Vielleicht wollte ich auch nur mal die Streßresistenz der beiden Verantwortlichen Uwe Pöhle und Ronald Fiedler testen ...
Jedenfalls ging es nach einiger Zeit normal weiter, nachdem nochmal alles kontrolliert wurde. Das A-Team (sik! ) erholte sich aber nicht mehr richtig von der Unterbrechung und kam mit der Ergebniseingabe immer weiter in Rückstand. Erst als der "Meister aller Turnierleiter", Bernhard Riess das Steuer übernahm (sein D-Finale war inzwischen beendet), lag das A-Team wieder auf Kurs.

Vor- und Endrunden oder Schweizer System ?

Obwohl die diesjährige BBMM deutlich flüssiger als 2005 über die Bühne ging - Dank an die Turnierleitung ! - so bleibt doch ein großer Nachteil bestehen: mit so vielen Teilnehmern (das gilt auch für die BBEM) dürfen einfach keine Gruppenturniere durchgeführt werden. Die Gruppeneinteilung wird immer ungerecht sein, ebenso die Qualifikationsbedingungen. Ideal wäre ein Rundenturnier mit allen, doch dürfte das nur bei bis zu 30 Teilnehmern in Frage kommen. Sind es mehr Teilnehmer, ist nur ein Schweizer System gerecht. Außerdem hat es dann die Turnierleitung einfacher, wenn nur noch in einer Gruppe gespielt wird. Und TSG Oberschöneweide hätte nicht nach Hause fahren müssen ...

A-Finale

1.Platz: SK König Tegel mit GM Robert Rabiega, GM Mladen Muse, FM Torsten Sarbok, FM Rainer Tomczak (v.l.)  

König Tegel ließ nichts anbrennen und verteidigte überlegen den Berliner Titel. Nur in der Vorrunde wurde der einzige Mannschaftspunkt beim 2:2 gegen Berolina Mitte abgegeben.

Vorberechtigt für die Norddeutsche Meisterschaft sind König Tegel, der SC Kreuzberg und Rotation Pankow. Zusätzlich qualifizierten sich die Sfr.Berlin, der SK Zehlendorf und der SC Friesen Lichtenberg für die Norddeutsche Meisterschaft.

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 15. Runde
Rang Mannschaft TWZ S R V Man.Pkt. Brt.Pkt
1. König Tegel 1 2305 15 0 0 30-0 52.0
2. Sfr. Berlin 1 2359 13 0 2 26-4 44.0
3. Rotation Pankow 1 2251 9 2 4 20-10 39.0
4. SK Zehlendorf 1 2199 8 4 3 20-10 36.0
5. SK Gillette 2269 7 5 3 19-11 35.0
6. Sfr. Berlin 2 2255 7 4 4 18-12 32.5
7. SC Friesen 1 2179 7 4 4 18-12 32.0
8. Müller & Schneide 2136 5 4 6 14-16 29.5
9. Rotation Pankow 3 2093 6 1 8 13-17 25.5
10. Berolina Mitte 1 2161 2 8 5 12-18 25.5
11. SC Friesen 2 2064 3 5 7 11-19 25.0
12. SC Kreuzberg 1 2128 2 7 6 11-19 24.5
13. SV Empor 1 2131 5 0 10 10-20 24.5
14. SG Lasker 1 2050 2 3 10 7-23 21.5
15. Berolina Mitte 2 1842 1 4 10 6-24 19.0
16. ZIB/ACCSB 1924 2 1 12 5-25 14.5

B-Finale

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 15. Runde
Rang Mannschaft TWZ S R V Man.Pkt. Brt.Pkt
1. Sfr. Nord-Ost 1 1954 10 3 1 23-5 32.5
2. BSC Rehberge 1 2059 9 3 2 21-7 37.0
3. SC Weisse Dame 1 2011 8 4 2 20-8 36.5
4. Sfr. Berlin 3 2006 8 4 2 20-8 33.5
5. Zitadelle Spandau 2005 8 2 4 18-10 32.5
6. TuS Makkabi 1 2042 7 4 3 18-10 32.5
7. Rotation Pankow 2 1991 6 4 4 16-12 33.0
8. SC Zugzwang 1959 6 3 5 15-13 29.0
9. SG Hermsdorf 1980 6 1 7 13-15 28.5
10. Chemie Weißensee 1957 5 2 7 12-16 25.5
11. SW Lichtenrade 1 1964 4 3 7 11-17 26.5
12. GW Baumschulenweg 1680 3 2 9 8-20 24.5
13. CFC Hertha 06 1876 2 4 8 8-20 20.0
14. BA Tempelhof 1809 2 1 11 5-23 16.5
15. SC Rochade 1 1751 1 0 13 2-26 12.0

C-Finale

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 11. Runde
Rang Mannschaft TWZ S R V Man.Pkt. Brt.Pkt
1. Chemie Weißensee 1836 8 1 2 17-5 31.0
2. Treptower SV 1730 8 1 2 17-5 30.5
3. Queer-Springer 1957 6 5 0 17-5 30.0
4. Zitadelle Spandau 1647 6 3 2 15-7 29.5
5. Berl. Gehörlosen 1726 6 3 2 15-7 27.0
6. SK Präsident 1 1884 5 4 2 14-8 28.5
7. SG Lichtenberg 2 1624 5 2 4 12-10 28.0
8. Königsjäger SW 1 1851 5 2 4 12-10 27.0
9. Königsjäger SW 2 1285 3 0 8 6-16 13.5
10. Sfr. Siemensstadt 1624 2 1 8 5-17 14.5
11. SW Lichtenrade 6 1070 1 0 10 2-20 4.5
12. Rotation Berlin   0 0 11 0-22 0.0

D-Finale

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang Mannschaft TWZ S R V Man.Pkt. Brt.Pkt
1. SK Zehlendorf 2 1839 5 1 1 11-3 19.5
2. SC Kreuzberg 2 1879 5 1 1 11-3 18.5
3. SW Lichtenrade 2 1612 4 2 1 10-4 17.0
4. Sfr. Nord-Ost 2 1663 3 2 2 8-6 17.5
5. BSR 1801 2 3 2 7-7 14.0
6. SK Zehlendorf 3 1456 2 1 4 5-9 14.0
7. SW Lichtenrade 4 1588 1 2 4 4-10 9.5
8. SW Lichtenrade 5 1294 0 0 7 0-14 2.0

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des Berliner Schachverbandes Ende 1996 ins Leben gerufen und betreut diese seitdem alleinverantwortlich. Er war außerdem von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes und von 2003 bis 2009 Referent der Wertungszentrale des Deutschen Schachbundes. Seit 2007 ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes und seit 2010 Redakteur des BSV-Mitteilungsblattes.

webmaster@berlinerschachverband.de

BSV © 13.04.2007

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