 | | Privataufnahme | | Richard Steinweg | |
R. Steinweg 50 Jahre Mitglied der Berliner Schachgesellschaft.
Am 20. Januar 1888 trat ein junger Bankbeamter in die Berliner Schachgesellschaft ein, und am 20. Januar 1938 finden wir ihn, längst pensioniert, noch unter ihren Mitgliedern! Fürwahr ein seltenes Jubiläum. 50 Jahre Schachgeschichte hat der Jubilar bisher miterlebt und z.T. auch mitgestaltet, denn in den Jahren 1889/90 war er Schriftführer und 1899-1909 stellvertretender Vorsitzender des ältesten Berliner Schachvereins. Von 1903-1905 leitete außerdem noch den Allgemeinen Schachbund zu Berlin. R. Steinweg hat sich stets für seinen Verein und für das über alles geliebte Schach eingesetzt; mehr als ein Jahrzehnt gab er zu den Stiftungsfesten der Berliner Schachgesellschaft eine Festzeitung heraus, die er auch mit eigenen humorvollen Beigaben und Scherzaufgaben ausstattete. Zum 75. Jubiläum der Berliner Schachgesellschaft entstand unter seiner Leitung das Heftchen "Berliner Schachlieder", das vor 10 Jahren in wesentlich erweiterter Form als "Deutsches Schachliederbuch" neu herauskam. Im praktischen Spiel verfügt R. Steinweg über eine sehr beachtliche Kampfkraft, die ihm zu manchem schönen Erfolg im Turnier verhalf. Seine eigentliche Neigung und Begabung führte ihn aber zum Problemschach, wobei ihm besonders seine parodistische Ader zustattenkam, die eine ganze Reihe symbolischer Schachaufgaben entstehen ließ. Von 1898 bis 1900 war er an der Problemschriftleitung des "Schachfreund" beteiligt.
Der jetzt 77jährige Jubilar ist auch heute noch, trotz eines vor einigen Jahren erlittenen schweren Straßenbahnunfalls, sehr rüstig und oft in der Berliner Schachgesellschaft zu finden. Sein weißhaariger Charakterkopf ist ein bekanntes Wahrzeichen des Berliner Schachs!
Wir wünschen dem Jubilar, den die Schachgesellschaft aus Anlaß ihres 100jährigen Bestehens zum Ehrenmitglied ernannte, noch recht lange Jahre Freude am Schach und an der schöpferischen Betätigung.
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