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  Carl Oscar Ahues

Lebensdaten

* 26.12.1883 in Bremen
† 31.12.1968 in Hamburg (?)

Carl Ahues 80 Jahre

Am 26.Dezember 1963 feierte der internationale Meister Carl Ahues in körperlicher und geistiger Frische seinen 80.Geburtstag. 1883 in Bremen geboren, siedelte Ahues 1907 nach Berlin über, wo er als Mitglied der damals führenden Berliner Schachgesellschaft bald eine bedeutende Rolle spielte. 1910 wurde er Berliner Meister, aber erst 1920 gewann er beim 20.Kongreß des Deutschen Schachbundes in Berlin in einem der vier Hauptturniere den 1.Preis und erwarb damit die deutsche Meisterwürde. 1929 wurde er dann in Duisburg Meister von Deutschland.

Ahues nahm an zahlreichen internationalen Turnieren teil und gewann mehrfach hohe Preise.

1935 übernahm Ahues in Königsberg den vordem von P.S.Leonhardt geleiteten Schachfunk, kam zu Ausgang des Krieges nach Schleswig-Holstein und ist nun schon seit Jahren in Hamburg ansässig. In zahlreichen westdeutschen Turnieren der Nachkriegsjahre wurde er Preisträger, und bei der Deutschen Meisterschaft 1953 in Leipzig, an der 30 Spieler aus der DDR, aus Westdeutschland und dem damals noch selbständigen Saargebiet teilnahmen (13 Runden Schweizer System), konnte er als Siebzigjähriger hinter W.Unzicker und L.Schmid je 9, B.Koch 8˝, W.Uhlmann, Dr.L.Herrmann und L.Rellstab je 8 mit W.Niephaus und G.Maier bei je 7˝ Punkten immerhin noch den 7. bis 9.Platz einnehmen. Im Jahre 1954 brachten wir in Fortsetzungen seine mit vielen Anekdoten gewürzte Artikelfolge "Aus dem reichen Schatz meiner Erinnerungen".

Besonders schöne Erfolge konnte Ahues von jeher im Blitzspiel erringen. Noch im Alter von 79 Jahren gewann er bei starker Konkurrenz die Hamburger Blitzmeisterschaft.

Nachstehend eine hübsche Partie aus einem Turnier in Berlin 1926.

Ahues,C - von Holzhausen,W [D20]
Berlin, 1926

1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.e3 Mit etwas Selbstironie bezeichnete sich Ahues als eröffnungstheoretisch "unterernährt". Im Grunde genommen war er jedoch ein schlauer Fuchs und wußte recht gut, daß in der Eröffnungsphase einer Partie mit den "zweitbesten" Zügen für ihn zuweilen mehr herauszuholen war, als mit den bestens ausanalysierten. 3...e5 4.Lxc4 exd4 5.exd4 Sc6 6.Sf3 Lg4 7.0-0








7...Df6 [Nichts zu holen war mit 7...Lxf3 8.Dxf3 Sxd4? wegen 9.Dxf7# . Nun aber droht sowohl das Schlagen auf f3 als auch 8. ... 0-0-0. Viel besser war jedoch 7. ... Sf6.] 8.Lg5! Raffiniert gespielt, denn 8. ... Lxf3 würde nach 9.De1+ die Dame verlieren, und 8. ... Dxg5 taugt nichts wegen 9.Lxf7+.








8...Dg6 9.d5! Lxf3 10.Dxf3 Sce7 Auf 10. ... Se5 käme 11.De3, und im Falle 10. ... Dxg5 11.dxc6 droht Weiß Verderben auf b7 und f7. 11.d6! Die schwarze Stellung unter schwerem Beschuß. Es drohen Einschläge auf b7, e7 und gegebenenfalls auf f7.








11...Sc6 Offenbar noch am besten, denn auf 11. ... Dxg5 oder 11. ... cxd6 käme zunächst Dxb7; auf 11. ... Dxd6 aber 12.Lxf7+ nebst 13.Td1. 12.Te1+ Kd7 13.Lxf7!








13...Dxg5 14.Dh3+ Kxd6 15.Sc3 Sf6 Auch andere Züge können die Partie nicht mehr retten. 16.Te6+ Kc5 17.Txf6! Wegen 18.Se4+ darf Schwarz nun auf keine Weise den Tf6 schlagen.








17...Kb6 18.Tf5 Dh6 19.Sa4+ Ka6 20.Dd3+ 1-0

Quelle: SCHACH 2/1964, S.39

BSV © 28.07.2006

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