| 75 Jahre Alfred Seppelt |
Montag, den 12.Juli 2004 um 11:30 Uhr im Hotel Berlin, Lützowplatz 17 in 10785 Berlin
Quelle: http://www.chessbase.de/nachri[...]hten.asp?newsid=3355
Wir gratulieren ganz herzlich Alfred Seppelt, der
am Montag seinen 75. Geburtstag feierte. Seit 1984, zwanzig Jahre
lang, hatte Alfred Seppelt dem Berliner Verband als Präsident
vorgestanden und im Laufe seiner Amtszeit viele Turniere organisiert
- das berühmteste ist sicherlich der Berliner Sommer, seinerzeit das
größte Open der Welt. In jüngster Zeit hat er das
Poltikerschachturnier wieder auferstehen lassen, das für die
Politiker und das Schach gleichermaßen eine schöne Werbung ist. Zur
Feier des Tages erschienen gestern im Hotel Berlin viele Prominente
des Berliner Schachlebens, darunter der frühere DSB-Präsident Alfred
Kinzel, und gratulierten dem Jubilar. Dagobert Kohlmeyer
berichtet.
 |  | Alfred Seppelt - 75 und kein bisschen leise | |  |
von Dagobert Kohlmeyer
 | | Alfred Seppelt | |
20 Jahre
herrschte er über fast 70 Schachvereine mit ca. 2 600 Mitgliedern.
Die Rede ist von Alfred Seppelt, der in dieser Woche 75 Jahre alt wurde. Zur
Gratulationscour kamen zahlreiche Schachfreunde, Sportfunktionäre
und Politiker ins Hotel Berlin, um den langjährigen Vorsitzenden des
Berliner Schachverbandes zu ehren. Seppelt hatte den Verband seit
1984 mit viel Engagement geführt und das Amt erst Anfang April
an seinen Nachfolger Dr. Matthias Kribben übergeben.
 | | Dr. Matthias Kribben | |
Der Neue würdigte den Jubilar in einer Laudatio als einen ausdauernden,
manchmal unbequemen Funktionär der königlichen Spiels, der
unter anderem das internationale Schachturnier "Berliner Sommer" und
das Turnier "Politiker spielen Schach" ins Leben gerufen hat.
Seppelt, der früher selbst ein starker Schachspieler war, wurde 1960
Berliner Meister und 1978 Berliner Pokalsieger.
 | | Dr. Matthias Kribben gratuliert Alfred Seppelt | |
Der Redner verwies darauf, dass der Geehrte für seine Verdienste um das Schach
erst vor kurzem die Silberne Plakette des Landessportbundes Berlin
erhalten hat.
Seppelt hatte das Schachspiel im 2. Weltkrieg von seinem Vater erlernt, kam 1948
mit 19 Jahren zum ersten Mal in einen Schachverein. Das war in
Berlin-Wilmersdorf. Er begann ganz unten in der C-Klasse und spielte
sich schnell bis zur Meisterklasse hoch. Mit der Schachgemeinschaft
Eckbauer war er einmal deutscher Mannschaftsmeister. Legendär waren
die Fahrten dieses Vereins in den 50er Jahren durch ganz Europa:
Brüssel, Kopenhagen, München, Zürich, Wien, Graz und Istanbul hießen
nur einige Stationen.
Mit Alfred Seppelt im gleichen Verein spielte kein Geringerer als Alfred
Kinzel, der langjährige DSB-Präsident, der es sich trotz seiner 91
Jahre nicht nehmen ließ, an diesem Tage zu gratulieren.
 | | Gerhard Mietzelfeldt | |
Gerhard Mietzelfeldt, der zur Wendezeit den Ostberliner Schachverband geführt
hatte, hielt eine kurze, aber emotionale Rede. Darin lobte er das
gute Zusammengehen beider Verbände, die es nach harten Verhandlungen
geschafft hatten, innerhalb kurzer Zeit den Spielbetrieb in ganz
Berlin reibungslos zu organisieren. So ein enges Zusammenwirken
wünsche man sich auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft.
 | | Hanns-Ekkehard Plöger | |
Zu den Gratulanten gehörten unter anderen: Gabriele Wrede, Vizepräsidentin
des Landessportbundes Berlin, Horst Metzing, Geschäftsführer
des DSB und Staranwalt Hanns-Ekkehard Plöger, ein langjähriger
Freund Seppelts. Die prominenten Schachfreunde Richard von
Weizsäcker und Otto Schily hatten auch eine Einladung, ließen sich
aus Termingründen aber entschuldigen.
Alfred Seppelt und Alfred Kinzel
Alfred Seppelt bedankte sich für alle Glückwünsche und bekannte, dass ihm
nach so vielen Jahren das Loslassen als Schachfunktionär schwer
gefallen sei. Seine jetzige Maxime lautet: "Ich stehe mit viel Rat
und wenig Tat zur Verfügung." Ganz untätig ist der Jubilar aber
immer noch nicht. Seppelt ist bereits mit Elan dabei, das nächste
Politikerturnier am 27. November vorzubereiten.
 | | Alfred Seppelt mit Gattin | |
 |  | Berlin soll deutsches Schachzentrum werden | |  |
Interview mit Dr. Matthias Kribben
von Dagobert Kohlmeyer
Matthias, Du stehst noch voll im Beruf. Wie bringst du Job
und neues Amt unter einen Hut?
Das ist eine Sache der Koordination. Wir haben in Berlin sehr viele
engagierte Vereinsvorsitzende, die Leute im Präsidium arbeiten sehr
aktiv und die Referenten machen ihre Arbeit ausgezeichnet. Auch Frau
Carl in der Geschäftsstelle ist engagiert. So lässt sich das alles
unter einen Hut bringen.
Einmal in der Woche fahre ich hin, sehe die entsprechende
Post durch, ansonsten bin ich mit Frau Carl in ständigem
Telefonkontakt. Wenn wichtige Dinge anliegen, dann informiert sie
mich.
Was war gut an Alfred Seppelt, was möchtest du
verändern?
Vorbildlich bei Herrn Seppelt waren und sind noch heute sein
Engagement und seine Hartnäckigkeit. Wie er bestimmte Ziele und
Projekte umgesetzt und zum Erfolg geführt hat. Für mich ist es
wichtig, in Zukunft alle Bereiche des Schachs anzusprechen, das
heißt sowohl für die Spitze, als auch für die Basis wieder
interessantere Turniere in Berlin zu veranstalten,
Vergleichbar mit der Hamburger
Meisterschaft?
Ja, so ungefähr. Dass wir auch in der Hauptstadt eine große offene
Meisterschaft haben. Und das Angebot sollte so sein, dass man jeden
Tag irgendwo Schach spielen kann.
Ein hoher Anspruch:
Berlin ist so eine große Stadt. Da muss man einfach, wenn man
Lust hat, jeden Abend irgendwo Schach spielen können. Ich denke
nicht nur an die Vereine, sondern auch an Schachcafes, wie in der
Kurfürstenstraße oder der Schönhauser Allee. Es muss jeden Tag
irgendwo etwas los sein in Berlin. Wir müssen bei allen
Veranstaltungen dabei sein. Bei jedem Straßenfest sollte es einen
Schachstand geben, wo die Leute spielen können. Wir müssen noch mehr
präsent sein. Der Tag des Schachs ist unsere nächste große
Aktion.
Wie wichtig sind Sponsoren für das Berliner
Schach?
Sehr. Herr Seppelt organisiert ja immer noch das
Politikerturnier und gewinnt auch weiterhin erfolgreich Sponsoren
dafür, darunter ChessBase. Für andere Veranstaltungen bin ich gerade
dabei, Unterstützer zu finden. Einen ersten Erfolg kann ich auf
Grund meiner geschäftliche Kontakte bereits vermelden: Die Firma
Swiss Life wird dem Berliner Schachverband für seine Aktivitäten im
zweiten Halbjahr eine beträchtliche Summe zur Verfügung stellen.
Andere namhafte Unternehmen aus dem Finanzbereich werden uns auch
helfen. Die Dinge sind praktisch
unterschriftsreif.
Wird es künftig wieder ein Turnier a la "Berliner
Sommer" geben?
Wir wollen entweder das internationale Turnier "Lichtenberger
Schachsommer" weiter ausbauen der eine neue Veranstaltung im Zentrum
der Stadt organisieren. Unser langfristiges Ziel ist es, dass Berlin
eines der großen Schachzentren in Deutschland wird, so wie es
Dresden und Dortmund im Augenblick sind.
BSV © 28.07.2006
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