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Nun steht endlich der Termin für den Lichtenrader Herbst 2010 fest: 16. - 24.10.2010 Die konkrete Ausschreibung folgt demnächst auf unserer Homepage.

  Erneuter Länderkampfsieg für Brandenburgs Senioren am 04. Mai 2002 in Berlin

von Dr.Siegfried Augustat

Bereits zum achten Male traf sich die Brandenburgische Seniorenauswahlmannschaft, diesmal im Berliner Schach-Café „en passant“ in der Schönhauser Allee, um im jährlich einmal stattfindenden Wettstreit mit der Berliner Equipe freundschaftlich um den Wanderpokal zu kämpfen. Den ersten, von Brandenburg gestifteten Pokal hatten 1999 nach der fünften Begegnung die Berliner durch ihren 5,5:2,5-Sieg und insgesamt dreimaligen Gewinn in ihren endgültigen Besitz gebracht, und auch der erste Kampf um den neuen, von Berlin gestifteten Pokal ging im Jahre 2000 mit 3 : 5 für Brandenburg verloren. Die ursprüngliche Überlegenheit der Berliner forderte die Seniorenschachsportler des Brandenburgischen Teams zu großen Anstrengungen heraus, und vor einem Jahr konnten sie einen überraschend hohen 5,5:2,5-Sieg in Potsdam verbuchen (siehe ROCHADE EUROPA 6/2001). Verständlicherweise waren die Bundeshauptstädter nun bestrebt, den Spieß auf eigenem Platze umzudrehen. Mit drei FIDE-Meistern in ihren Reihen – das Brandenburgische Team hatte mit FM Eveline Nünchert und FM Günter Walter “nur“ zwei internationale Titelträger in seinen Reihen – waren die Berliner leicht favorisiert. Betrachtet man die DWZ-Durchschnittswerte beider Mannschaften, so gingen diesmal zwei gleichstarke Teams an die Bretter.

Siegfried Augustat
FM Günter Walter - FM Adolf Delander 1:0, FM Werner Reichenbach - Hubert Walkewitz 1:0

Die Berliner hatten einen Durchschnitt von 2080, die Brandenburger einen solchen von 2083 (im Jahre 2001 war der Durchschnitt der Berliner Auswahl um rund 100 Punkte höher im Vergleich zu den Brandenburgern!). Unter den acht Spielern der Brandenburgischen Auswahl war ein wichtiger Neuzugang zu verzeichnen: „Jungsenior“ FM Günter Walter von Lok Brandenburg wird in diesem Jahre 60 und ist somit schon spielberechtigt. Er hatte einen guten Einstand im Team, denn er konnte FM Adolf Delander am Spitzenbrett in einem mit Weiß gut geführten Damengambit besiegen. Sein Vereinskamerad Klaus Müller wollte ihm nicht nachstehen und siegte am Brett 6 ebenso wie Werner Rudnick vom SC Rathenow an Brett 5. Wertvolle halbe Zähler erkämpften aus teilweise schwierigen Stellungen FM Eveline Nünchert an Brett 4 und Reinhard Nünchert an Brett 7 (beide USV Potsdam) sowie Mannschaft-Coach Hermann Meiling(SV Marzahna 57) an Brett 8. Den vierten vollen Zähler für Brandenburg holte Fro Trommsdorff vom USV Potsdam an Brett 3 mit einer überzeugenden Bekämpfung des Wolga-Gambits. Die wohl schwerste Aufgabe hatte an Brett 2 Hubert Walkewitz vom SV Grün-Weiß Niemegk in seiner Schwarz-Partie gegen FM Werner Reichenbach (Berliner Seniorenmeister 2001 und 2002) zu lösen. Es war mit fast 5 Stunden nicht nur die längste, sondern auch die dramatischste Partie. Lange Zeit hatte der Berliner sich eines heftigen Angriffs zu erwehren und kam in große Zeitnot, denn nur 5 Minuten verblieben ihm für den Rest der Partie, seinem Gegner dagegen 25. Aber Werner Reichenbach ist auch ein guter Blitzspieler (Deutscher Seniorenvizemeister im Blitzschach!) und behandelte das Endspiel mit einem Mehrbauern trotz geringer Bedenkzeit sehr gut. Hubert Walkewitz reklamierte zwei Minuten vor Blättchenfall auf Remis, mußte aber auf Entscheidung des Schiedsrichters Dirk Tauschweiterspielen und verlor schließlich. Werner Reichenbach erzielte somit den einzigen vollen Punkt für Berlin (auch im Jahre 2001 hatte er die einzige Gewinnpartie für Berlin eingefahren!). Damit kam insgesamt ein 5,5:2,5-Sieg für die Brandenburgische Equipe heraus. Im fairen Wettstreit um den neuen Pokal steht es jetzt 2 : 1 für die Brandenburger, und es fehlt “nur“ noch ein Sieg gegen die Berliner Freunde, um ihn endgültig zu erobern. Insgesamt steht es nach acht Länderkämpfen nun 4 : 4, was die Vertreter unserer “Streusandbüchse“ mit Optimismus in die Zukunft schauen läßt.

Siegfried Augustat
Yosip Shapiro - FM Eveline Nünchert ½:½, Fro Trommsdorff - FM Harald Lieb 1:0

Siegfried Augustat
Rainer Nünchert - Peter Bogomolnyi ½:½, Bernd Hiller - Hermann Meiling ½:½

Die äußeren Spielbedingungen im Schach-Café „en passant“ waren nicht die besten: Kleine Spielräume, schlechte Beleuchtung an einigen Spieltischen, geräuschintensive Atmosphäre wegen des angrenzenden Schankraumes. Dieter Schiemann, der als Referent für Seniorenschach im Berliner Schachverband vor Beginn des Wettkampfes beide Mannschaften freundlich begrüßt hatte, sagte mir im Anschluß an den Wettkampf, daß dieses Spiellokal für einen weiteren Seniorenwettkampf nicht mehr in Frage käme, was aus Sicht der Gastequipe durchaus zu begrüßen ist. Bei der Siegerehrung nahm Karl-Heinz Langer, der Vorsitzende des Senioren-Schachvereins Brandenburg e.V., den Wanderpokal für unsere erfolgreiche Mannschaft entgegen und lud die Berliner zu unseren kommenden Seniorenveranstaltungen herzlich ein.

Siegfried Augustat

Hier die Einzelergebnisse an den 8 Brettern in übersichtlicher Form und -

Br.BerlinErg.Brandenburg
1.FM Delander,Adolf (2116)0:1FM Walter,Günter (2235)   
2.FM Reichenbach,Werner (2315)1:0Walkewitz,Hubert (2200)
3.FM Lieb,Harald (2294)0:1Trommsdorff,Fro (2142)
4.Shapiro,Yosip (2048)½:½FM Nünchert,Eveline (2126)
5.Nietsch,Horst (2023)0:1Rudnick,Werner (2119)
6.Schüler,Wolfgang (1945)0:1Müller,Klaus (2037)
7.Bogomolnyi,Peter (1986)½:½Nünchert,Reinhard (2029)
8.Hiller,Bernd (1916)½:½Meiling,Hermann (1777)

für unsere Internet-Freunde hier noch zwei interessante Partien aus dem Wettkampf.

Abschließend bleibt festzustellen: Wichtiger als alle Mannschafts- und Einzelergebnisse sind die freundschaftlichen Verbindungen zwischen den Senioren Brandenburgs und Berlins, die nicht nur durch diese traditionellen Länderwettkämpfe gefestigt werden. Auch durch die gegenseitige Teilnahme an Einzelturnieren kommt es immer wieder zu schönen Begegnungen am Brett und zahlreichen freundschaftlichen Kontakten. So freuen sich beispielsweise die Organisatoren Karl-Heinz Langer und Dr. Dieter Schenk aus der „Streusandbüchse“, daß auch am 11. Brandenburgischen Seniorenturnier vom 16. bis 25. Juni 2002 im polnischen Ostseebad Rowy (Nähe Słupsk/Stolp) eine ganze Reihe von Berlinern teilnehmen wird, zum Teil mit mitgebrachter Dame als „Talisfrau“. Und wenn dann noch das Ostseewetter mitspielt, Schachherz, was willst Du mehr?

Last-minute-Meldungen sind unter Tel. 0331-2703900 noch möglich!

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