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  Chronik des Jahres 1961

09.01.1961  Simultan IM Perez
Der Internationale Meister F.J.Perez, der bei der XIV.Schach-Olympiade am 1.Brett der Mannschaft Spaniens spielte, nahm auf der Durchreise zum internationalen Turnier in Beverwijk kurzen Aufenthalt in Berlin. Bei dieser Gelegenheit spielte er in der Deutschen Sporthalle, Stalinallee, 6 Uhrenpartien gegen Angehörige des TSC Oberschöneweide. Die kurzfristig organisierte Veranstaltung endete mit einem schönen Erfolg der Berliner. Meister Perez remisierte gegen Baumbach und Brameyer, mußte sich jedoch an allen anderen Brettern geschlagen bekennen, gegen Nünchert, Rittner, Starck und Strehlow. [SCHACH 3/1961, S.48]
 
30.01.1961  Problemschachtreffen
Problemabend ab 19 Uhr im Hotel "Albrechtshof", Albrechtstr.17 (nahe Bhf.Friedrichstraße). [SCHACH 2/1961, S.29]
 
27.02.1961  Problemschachtreffen
Problemabend ab 19 Uhr im Hotel "Albrechtshof", Albrechtstr.17 (nahe Bhf.Friedrichstraße). [SCHACH 4/1961, S.59]
 
Februar 1961  Pionierspartakiade
Mit etwa 120 Jungen und Mädchen wurden in den Winterferien in Berlin die Ausscheidungskämpfe für die Pionierspartakiade in Erfurt durchgeführt. Es wurde auf der ganzen Linie hartnäckig um eine gute Plazierung gerungen; fast alle hielten bis zum Ende durch. Gespielt wurde nach dem Treptower System. Hier die Resultate:
Jungen A: 1.Berliner Meister und Anwärter für die Kämpfe in Erfurt: Roderich Strobel 7½, 2.Alexander Ossowski 5½, 3.Reinhard Golke 4½, 4.Jürgen Kadelka 4 Punkte (alle Zentralhaus der Jungen Pioniere).
Jungen B: 1.Bernd Wolff 7, 2.Wolf-Dieter Lehmann 5½, 3.Gregor Ossowski 5 Punkte (alle Zentralhaus der Jungen Pioniere).
Mädchen: 1. mit Fahrkarte für Erfurt: Birgit Neukrantz (Zentralhaus der Jungen Pioniere) 10½, 2.Annerose Böttcher (BSG Post) 10, 3.Monika Heinrich (Zentralhaus der Jungen Pioniere) 9½ Punkte.
Wie das Resultat zeigt, waren die Spieler des Zentralhauses nicht zu schlagen. Die kommenden Mannschaftsausscheide dürften kaum ein anderes Bild ergeben, doch ist mit Überraschungen zu rechnen, da einige Spieler ein gutes Können zeigten und bis zu den Ausscheiden noch etwas Zeit vergeht. [Walter Spengler in SCHACH 7/1961, S.107]
 
27.03.1961  Problemschachtreffen
Problemabend ab 19 Uhr im Hotel "Albrechtshof", Albrechtstr.17 (nahe Bhf.Friedrichstraße). [SCHACH 6/1961, S.94]
 
30.04.1961  2.DSV-Verbandstag
Beim II.Verbandstag des Deutschen Schachverbandes in Halle werden folgende Berliner Funktionäre bestätigt bzw. neugewählt: Horst Rittner, Berlin-Baumschulenweg, Hänselstr.49 (Vizepräsident); Dieter Heym, Berlin-Weißensee, Buschallee 104 (Generalsekretär); Hans Platz, Falkensee, Rotkehlchenstr.26 (Verbandstrainer); Otto Ruppe, Berlin NO 55, Ermländische Str.22 (Agit-Prop.); Berthold Koch, Berlin N 58, Knaackstr.71 (Redaktion SCHACH). [SCHACH 10/1961, S.147]
 
April 1961  Lok Pankow gewinnt in Oranienburg
DDR-Liga-Vertreter Lok Pankow gewinnt in Oranienburg an Karfreitag ein Mannschaftsblitzturnier überlegen mit 99 Brettpunkten. Pankow spielte u.a. mit Heinrich 22/23, Thiede 19, Kerkow 18, Brettschneider 17 und Dieckow 13½. Jedem Team gehörten 6 Spieler an. [SCHACH 8/1961, S.128]
 
01.05.1961  Blitzturnier im Berolinahaus
Im Zentrum Berlins, im Berolinahaus am Alexanderplatz, trafen sich mehr als 30 Schachfreunde, zumeist Nichtorganisierte, um sich wieder einmal an dem herrlichen Spiel zu erfreuen. Es wurde ein Blitzturnier organisiert, das Br.Ullrich vor Lange (Fortschritt Berlin), Strehlow (TSC Oberschöneweide) und Strobel (Zentralhaus der Jungen Pioniere) gewann. Von den übrigen 15 Teilnehmern des Turniers gehörten nur drei einer Schachsektion an! Die vier Erstplazierten erhielten vom DTSB gestiftete Preise. Die Spieler und zahlreiche Kiebitze äußerten ihre Befriedigung über die gelungene Veranstaltung. [SCHACH 10/1961, S.159]
 
01.05.1961  Simultan Otto Ruppe
Mit Unterstützung des DTSB Kreis Friedrichshain und des Zentralen Klubs der Sportler und der Jugend wurde vor der Deutschen Sporthalle ein großes Simultanspiel durchgeführt. Jeder hatte hier Gelegenheit, gegen Sportfreund Ruppe zu spielen. Dieser erzielte das schöne Resultat von 53½:1½. Sein Bezwinger war der Sportfreund Rudzianski, das Unentschieden errang Sportfreund Lentschu.
Diese beiden Sportfreunde unterstützten dann Sportfreund Ruppe, indem sie an weiteren 20 Brettern gegen neu hinzugekommene Schachfreunde simultan spielten. Außerdem fanden 30 bis 40 freie Partien statt. Die anderen Sportarten wie Radrennen, Kegeln, Judo und Leichtathletik, die zu gleicher Zeit in der Nähe Veranstaltungen durchführten, konnten den Schachspielern in keiner Weise Abbruch tun. Während des ganzen Spieles waren deren Tische von zahlreichen Zuschauern umlagert.
Besonderer Dank gebührt unserem alten Schachveteranen Richard Scholz, der die Veranstaltung vorbildlich leitete. [SCHACH 11/1961, S.176]
 
14.05.1961  Oberschöneweide Deutscher Meister
In einer zentralen Endrunde in Halle wird TSC Oberschöneweide zum dritten Mal hintereinander Deutscher Mannschaftsmeister. Der TSC spielte u.a. mit Hans Platz, Friedrich Baumbach, Reinhart Fuchs, Werner Golz, Olaf Thal, Lothar Kollberg und Franz Stahl. [SCHACH 11/1961, S.161ff]
 
28.05.1961  Oranienburg
Die BSG Einheit Oranienburg hatte zu einem Viererturnier (Motor Ost Berlin, Berliner Glühlampenwerk, Empor Mitte Nauen und Einheit Oranienburg) nach Birkenwerder eingeladen, das mit Achter-Mannschaften und verkürzter Bedenkzeit (40 Züge in 1½ Stunden) gespielt wurde. Die Vorrunde ergab: Motor Ost Berlin - Empor Mitte Nauen 6:2, Berliner Glühlampenwerk - Einheit Oranienburg 3:5. Nach der Mittagspause entschieden die Siegermannschaften Einheit Oranienburg - Motor Ost Berlin mit 6:2 den Kampf um den 1. und 2.Platz, während die Paarung Berliner Glühlampenwerk - Empor Mitte Nauen 6:2 den 3. und 4.Platz klärte.
In den Nebenräumen, von Schachfreund Wilke betreut, kämpften die Allerjüngsten und die Frauen genauso verbissen um den Sieg wie die Vatis nebenan. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen; es wäre bei Sonnenschein und Badewetter am schönen Boddensee noch viel netter gewesen. Aber auch so blieben Gäste und Gastgeber in froher Runde noch lange beisammen und tauschten Erinnerungsgeschenke aus. [SCHACH 12/1961, S.192]
 
Mai 1961  Wildau - Treptow
In Anwesenheit einiger Mitglieder des BFA Groß-Berlin trafen sich am Himmelfahrtstag in Wildau (Kreis Königs Wusterhausen) die Spieler von Motor Berlin-Treptow und Motor Wildau zu einem Freundschaftskampf. Der in sehr herzlicher Atmosphäre ausgetragene Vergleich endete mit einem hohen 9½:3½-Erfolg der Berliner. Nach dem Mittagessen wurde von den Unentwegtesten ein kleines Mannschaftsblitzturnier organisiert. [SCHACH 12/1961, S.192]
 
04.06.1961  1400 Simultanpartien anläßlich des Pressefestes des ND
Eine riesige Massenveranstaltung im Schach wurde während des Pressefestes des ND in Berlin durchgeführt. Mit einem freien Schachverkehr an über 40 Brettern begann das Treffen schon am frühen Morgen. Dann stellten sich die Sportfreunde Golz, Ruppe, Wilke, Schipke, Lange, Tölg, Ullrich u.a. als Simultanspieler zur Verfügung. Sie spielten fast durchweg über 100 Partien. Sportfreund Wilke allein gegen 100 Kinder.
Tausende von Zuschauern umrahmten die gelungene Veranstaltung, die in ihrer Art für sie sicher ein bisher einmaliges Erlebnis war. Dabei wurden an die tausend Broschüren von der XIV.Schach-Olympiade unter ihnen verteilt. Das "Neue Deutschland" schrieb von einem "Mekka der Schachspieler" im Berliner Friedrichshain.
Auch viele Westberliner Schachfreunde haben an dieser Veranstaltung teilgenommen. Nach ihrer Meinung war diese Veranstaltung einmalig und stellt in ihrer Beteiligung einen Rekord dar.
Die Sportfreunde des BFA unterhielten sich mit vielen Teilnehmern, gaben Auskünfte und empfahlen, sich einer Schachsektion anzuschließen. Auch mit einigen Eltern wurde Rücksprache geführt, ihre Kinder ständig Schach spielen zu lassen. Lehrer aus Berliner Schulen verpflichteten sich, Arbeitsgemeinschaften Schach in ihren Schulen einzurichten. Damit hat diese Riesenveranstaltung dazu beigetragen, den Schachsport in Berlin noch mehr zu popularisieren. [Otto Ruppe in SCHACH 13/1961, S.202]
 
11.06.1961  Erfurt - Berlin 14:12
Der Vergleichskampf Berlin gegen Erfurt, der in Zukunft zur Tradition werden soll, trug einen freundschaftlichen Charakter. Das Treffen war vor allem dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch gewidmet, um beide Fachausschüsse in ihrer Arbeit voranzubringen.
Erfurt siegte an 26 Brettern überraschend mit 14:12 Punkten. Bei den Männern endete der Kampf 8½:7½ für Berlin, bei den Frauen 2½:1½ für Erfurt und bei der Jugend 4:2 für Erfurt. An den ersten acht Brettern (Berlin zuerst genannt): 1. Brameyer ½ Franz, 2. Tiemer ½ Kampfhenkel, 3. Wergin 0 Dr.Winter, 4. Kollberg 1 Friedrich, 5. Igney 1 Voß, 6. Frohß ½ Vogler, 7. Seiffert 1 Lange, 8. Hoppensack 0 König. [Otto Ruppe in SCHACH 13/1961, S.202]
 
02.07.1961  Strausberg
Am diesem Sonntag wurde ein Vergleichskampf zwischen der einheimischen BSG Medizin und der BSG Motor Treptow ausgetragen. Trotz tropischer Temperaturen wurden harte Kämpfe geliefert. Nach vierstündigem Ringen gewann Motor Treptow knapp mit 8:7 Punkten.
Bei dieser Gelegenheit wurde für den 24.September ein Mannschaftskampf an mindestens 30 Brettern zwischen dem Kreis Strausberg und dem Berliner Stadtbezirk Treptow vereinbart. Auch die Schüler und Jugendlichen werden ihre Kräfte messen. Austragungsort dieser Großveranstaltung ist Strausberg. [SCHACH 15/1961, S.240]
 
16.07.1961  Simultan Reinhart Fuchs
An diesem Freitag spielte Meister Reinhart Fuchs in der SG Friedrichshagen an 17 Brettern simultan mit dem Ergebnis +14, =2, -1. Für die Niederlage sorgte Glatzel. Remis spielten Wullstein und Menard. [SCHACH 16/1961, S.256]
 
August 1961  Lok Ost gegen Bremen
Durch einen Fernschachwettkampf waren zwischen Lok Ost Berlin und Werder Bremen die ersten Beziehungen geknüpft worden. Und Anfang August war es dann soweit: Die Schachfreunde aus Bremen weilten zu einem Vergleichskampf in Berlin. An 21 Brettern spielten sie gegen eine Kombination von Lok Ost und Fortschritt Berlin. Die Bremer, die bei den letzten Stadtmeisterschaften den 2.-3.Platz belegt hatten, mußten sich mit 9½:11½ geschlagen geben. An den ersten zehn Brettern trennte man sich 5:5. Besondere Beachtung fand die Begegnung der beiden ältesten Schachfreunde Last (Bremen) und Scholz (Berlin), die zusammen mehr als 140 Jahre alt waren. Nach abwechslungsreichem Partieverlauf trennten sich die Alterspräsidenten mit einem freundschaftlichen Unentschieden. Das Vergleichstreffen verlief in sehr herzlicher Atmosphäre und das anschließende gemütliche Beisammensein ließ es zur Gewißheit werden, daß auch die Schachspieler aus beiden deutschen Staaten einander freundschaftlich verbunden sind und sich gern zu einer Partie Schach zusammenfinden. [SCHACH 18/1961, S.287]
 
26.12.1961  Köpenick
In aller Stille hat unser Schachfreund Heinrich Hausold heute sein 75.Lebensjahr vollendet. Er wird vielen Schachfreunden bekannt sein durch seine scharfen Partien, die er mit ihnen in den verschiedenen Kämpfen ausgefochten hat. Weniger bekannt dürfte sein, daß es ihm zu verdanken ist, daß seit 1910 in Köpenick Schach gespielt wird. War er doch einer der Mitbegründer des ersten Schachvereins in Köpenick. Aus dem ersten Weltkrieg kehrte er als Kriegsbeschädigter heim, doch sein Schach ließ ihn nicht ruhen, und so sehen wir ihn bald wieder eifrig tätig. Auch nach dem unsinnigen Geschehen des zweiten Weltkrieges, dem sein Sohn zum Opfer fiel, war er wieder einer der ersten beim Wiederaufbau. Nur wer sein Wirken für das Schach kennt, kann ermessen, was er geleistet hat. Wir wünschen Dir, lieber Heinrich, noch ein recht langes Zusammensein im Kreise Deiner Schachfreunde. [Hg. in SCHACH 2/1962, S.34/63]
 
27.-31.12.1961  Pionierturnier
Im Zentralhaus der Pioniere "German Titow" fand das 2.Weihnachts-Einladungsturnier für Pioniere statt.
 
1961  Brandenburger Tor - Pirna
Die SG Dynamo Brandenburger Tor unterliegt in einem Vergleich bei der SG Dynamo Pirna mit 9½:10½ (2½:7½ und 7:3). Der Berliner Rausch erzielte 2 Punkte. [SCHACH 9/1961, S.143]
 
1961 München
Anläßlich der 125-Jahr-Feier des Münchener Schachklubs 1836 wurde ein Vierstädtekampf durchgeführt. Ergebnis: Westberlin 19 Punkte (aus 30 Partien), Wien 16½ (H), München 16 (H), Zürich 7½. An den Spitzenbrettern endeten alle Partien zwischen Unzicker, Dr.Lehmann, Beni und Keller unentschieden. [SCHACH 20/1961, S.320]
 

BSV © 19.07.2007

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