Hallo Schachfreunde! Ab sofort bei TSG Oberschöneweide jeden 2. und 4. Freitag im Monat ab 19.00 Uhr Training mit FM Rosenthal bzw. FM Postler. Gäste sind herzlich willkommen.
Neun Spielklassen auf Bezirksebene sind zu viel ! Zu dieser Erkenntnis
kam der BFA Schach schon während der Saison 1986/87. Bereits im
Februar 1987 lag der Reformvorschlag vor, die Staffeln neu einzuteilen.
Nur noch sechs Ebenen sollte es ab 1987/88 geben. Damit verkürzte sich
die Zeit für einen Newcomer-Verein, um von der untersten Spielklasse
in die Bezirksliga zu kommen, um drei Jahre.
So sah die neue Staffelverteilung aus:
ALT NEU
Bezirksliga -> Bezirksliga
1.Bezirksklasse -> Bezirksklasse
2.Bezirksklasse -> Stadtliga (A, B)
1.Stadtklasse -> Stadtliga (A, B)
2.Stadtklasse -> 1.Stadtklasse (A, B, C)
3.Stadtklasse -> 1.Stadtklasse (A, B, C)
Hälfte 4.Stadtklasse (A, B) -> 1.Stadtklasse (A, B, C)
Hälfte 4.Stadtklasse (A, B) -> 2.Stadtklasse (A, B, C)
5.Stadtklasse (A, B) -> 2.Stadtklasse (A, B, C)
6.Stadtklasse (A, B) -> 3.Stadtklasse (A, B, C)
Quelle: Dokument aus dem Ordner vom Kurt-Richter-Gedenkturnier 1987
Diese 6 Ebenen existieren auch noch heute (Landesliga, Stadtliga,
1.-4.Klasse), aber natürlich mit weitaus mehr Mannschaften.
Blatt 14 des Adressmaterials fehlt (u.a. mit WBK Berlin, SG Weißensee). In den Originaldokumenten steht zu jedem Funktionär auch Adresse und Telefonnummer.
Weddings zweiter Mannschaftserfolg
Der Sommerwettbewerb der Berliner Schachsparte, ein Mannschafts-K.o.-Turnier, begann mit 46 Mannschaften. In der Vorschlußrunde am 28.August siegten Eckbauer über Prenzlauer Berg und Wedding über Neukölln, je mit 6½:1½, so daß in der Schlußrunde am 4.9.49 Eckbauer und Wedding zusammentrafen. Mit 4½:3½ blieb Wedding knapp erfolgreich und holte sich damit nach der bereits gewonnenen Mannschaftsmeisterschaft auch diesen Wettbewerb (Pfeiffer 1 - Dr.Lehmann 0, Blank 1 - Gumprich 0, Schwabe ½ - Grohmann ½, 0 Hallbauer - Barnikol 1, 0 Wolf - Vogt 1, 1 Groneberg - Jurgschat 0, 0 Göcks - Nawothnig 1, 1 Wasenberg - Wildau 0).
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.10 Oktober 1949, S.147
Größere Schachveranstaltungen führte die Berliner Schachsparte am Bußtag durch. Im Norden spielten Tegel, Reinickendorf-Ost und -West sowie Reinickendorfer Füchse gegen Wedding/Humboldt 33:25. In Spandau blieb Eckbauer mit 22:16 erfolgreich. Im Süden siegte Kreuzberg 21½:12½ über Tempelhof-Mariendorf.
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.12 Dezember 1949, S.190
75. 1948: Fünf sowjetische Großmeister spielen Simultan
Schach an 120 Brettern!
Das Simultanspiel der sowjetischen Großmeister wurde im Haus der Kultur
in vier Sälen bei übervollem Hause durchgeführt.
SMV, Berliner Rundfunk, Leipziger Rundfunk sowie der Grünauer Sender
und die Vertreter der Tagespresse waren erschienen, um das Geschehen
auf den 64 Feldern durch Reportage und Interview einzufangen, auch
die Wochenschau fehlte nicht, um das Ereignis im Bilde festzuhalten.
Berlins Schachgemeinde war zahlreich erschienen, um als Teilnehmer
und Kiebitz zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen. Die Meister
hatten harten Widerstand zu brechen, die hohe Zahl von 37
unentschiedenen Partien beweißt es, 15mal zeichneten die Berliner
als Sieger, während in 69 Partien die Meister siegreich blieben.
Nach 5 1/4 stündigem Kampf, wurde die letzte Partie beendet.
Fast identisch berichtete die Schach-Welt Wochen vorher. Nur waren
es dort 121 Bretter, Alatorzew gewann nur acht Partien und SMV hieß
Rias. Berichterstatter war Vogt.
76. 1891: Karl August Walbrodt mischt die Schachszene auf
In einem kleinen Wettkampf zwischen E.Schallopp und A.Walbrodt
blieb letzterer Sieger mit fünf Gewinnpartieen bei drei Verlustpartieen
und einer Remise. Der Match begann für Walbrodt äusserst ungünstig.
Schallopp gewann die erste, dritte und vierte Partie, die zweite
endete mit Remis, dann verlor aber der bekannte Meister fünf Partieen
hintereinander gegen seinen jugendlichen Gegner.
Auch zwischen K.Holländer und C.v.Bardeleben wurde gleichzeitig ein
Wettkampf zum Austrag gebracht. Holländer gewann denselben mit drei
zu zwei Gewinnpartieen bei sieben Remisen.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.8 August 1891, S.253
Herr A.Walbrodt, welcher in Folge seines Sieges im Wettkampf mit
Schallopp von sich reden machte, hat auch Herrn von Scheve zu einem
Match herausgefordert. Der Kampf begann am 14.October d.J. und endete
die erste Partie nach hartnäckigem Streite remis.
Der Einsatz beträgt 100 Mark. Sieger ist, wer zuerst 5 Partieen
gewinnt; die ersten drei Remispartieen zählen nicht; gespielt wird
Mittwoch und Sonnabend Nachmittags im Schillergarten, Bellevuestr.20.
Am 18.September d.J. gab A.Walbrodt in der Berliner Schachgesellschaft
eine Simultanproduction an 20 Partieen, von denen er binnen 4 Stunden
18 gewann, 1 verlor und 1 zum Remis führte.
Ende August hat A.Walbrodt auch H.Keidanski in einem kleinen
Wettkampf mit dem schliesslichen Resultat von +5 zu +1 besiegt.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.11 November 1891, S.354
Der Wettkampf v.Scheve - Walbrodt ist als unentschieden abgebrochen
worden, nachdem jeder Spieler 4 Partieen gewonnen hatte und 2 mit
Remis endeten.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.12 Dezember 1891, S.381
77. 1906: Hauptversammlung des Allgemeinen Berliner Schachbundes
Am 24. September hielt der "Allgemeine Berliner Schachbund" in den Räumen des Schachklubs "Nord" seine Hauptversammlung ab. Herr W. Pape erstattete den Jahresbericht, aus welchem zu entnehmen ist, daß der Bund, welcher im letzten Jahre 109 neue Mitglieder gewonnen hat, jetzt über 500 Mitglieder zählt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren F. W. Leonhardt (2. Vorsitzender), H. Ranneforth (2. Schatzmeister) und Dr. Böhmer (Schachwart) wurden durch Zuruf wiedergewählt. Herr Th. Bretschneider wurde als Vertrauensmann des Bundes im Verkehr mit dem Vorstande des Deutschen Schachbundes bestimmt.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.10 Oktober 1906, S.314
78. 1922: Gründung des Brandenburgischen Schachverbandes
Die Mitgliederversammlung der "Freien Vereinigung Großberliner
Schachvereine" hat am 31.März beschlossen, nach Ostern als Vorprüfung
für die Berliner Meisterschaft Turniere um die Bezirksvorkämpferschaften
stattfinden zu lassen; das Meisterschaftsturnier soll bereits im
September und Oktober zum Austrag kommen und auf 11 Partien
beschränkt werden. Wegen vorgerückter Stunde mußte die wichtige Frage
der Bildung eines Brandenburgischen Landesverbandes auf den 6.April
vertagt werden.
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.4 15.April 1922, S.61
Die Freie Vereinigung Groß-Berliner Schachvereine hat am 6.April die Bildung eines Brandenburgischen Schachverbandes beschlossen. Die Freie Vereinigung soll unter dem Namen Berliner Schachverband als Unterverband bestehen bleiben. Als weitere Unterverbände sind der Lausitzer Schachbund für den Süden und Osten, ein Märkischer Schachbund für den Norden und ein Havelländischer Schachbund für den Westen um Berlin gedacht. Der Brandenburgische Schachverband hat die Forderung im § 3 der neuen Turnierordnung des Deutschen Schachbundes, daß alle seine Mitglieder satzungsgemäß auch Mitglieder des Deutschen Schachbundes sind, verwirklicht; er wird daher seine Anerkennung als Landesverband beim Bundesvorstand beantragen. Der Berliner Schachverband hat für den Sommer verschiedene Veranstaltungen beschlossen, u.a. einen Ausflug nach Tegel und einen Schachabend im Sportklub Charlottenburg. An den Bezirksvorkämpferschaften beteiligen sich 20 Berliner Vereine, die in 6 Gruppen in der Berliner Schachgesellschaft und im Berliner Schachverein spielen.
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.5 15.Mai 1922, S.84
Brandenburgischer Schachverband.
In der Vorstandssitzung am 25. 11. wurde die Generalversammlung des Berliner Schachverbandes auf Mitte Januar festgesetzt. Die schachlichen Veranstaltungen sollen nach Ostern mit den Turnieren um die Bezirksvorkämpferschaften beginnen; gleichzeitig finden allgemeine Turniere sämtlicher Klassen statt. Spieler, die verschiedenen Vereinen angehören, müssen erklären, für welchen Verein sie 1923 im
Berliner Schachverbande kämpfen wollen. Im Juli wird der erste Brandenburgische Schachkongreß in Berlin abgehalten werden. Der Havelländische Schachverband, der westliche Unterverband des Brandenburgischen, hielt am 26. 11. seine erste Sitzung
in der Berliner Schachgesellschaft ab. Mewes (Rathenow) wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ende Mai findet der erste Kongreß in Potsdam statt, bei dem die Havelmeisterschaft zum Austrag kommt. Für diese finden zurzeit in den angeschlossenen Vereinen Ausscheidungskämpfe statt.
Im Lausitzer Schachbund hat sich unter dem neuen Vorsitzenden Müller-Spremberg ein äußerst reger Schachbetrieb entwickelt. Am Bußtage spielte Meister E. Post in seiner Heimatstadt Cottbus unter großem Andrang des Publikums gleichzeitig 51 Partien simultan gegen eine aus den
Vereinen des Lausitzer Schachbundes zusammengestellte Mannschaft.
Auch im Osten Berlins ist der Ostmärkische Schachverband als Unterverband des Brandenburgischen ins Leben getreten. Im ersten Städtewettspiel Landsberg a/W. gegen Frankfurt a./O siegte am Bußtage Landsberg mit 10:8 Punkten.
Der Brandenburgische Schachverband umfaßt nunmehr über 50 Vereine mit mehr als 2000 Mitgliedern.
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.12 15.Dezember 1922, S.200/201
Richard Teichmann verstorben
Teichmann, der starke deutsche Meister, der über ein Menschenalter das
deutsche Schach in internationalen Turnieren und in Wettkämpfen mit Ehren
vertreten, ist am 14. Juni im Virchow-Krankenhaus zu Berlin nach viermonatlichem Leiden verschieden. Als ich [Paul Krüger ?] ihn um die Jahreswende in Berlin traf, war er bereits schwer leidend, das Treppensteigen und Gehen machte ihm große Beschwerden, und ich hatte die Ahnung, daß ich ihn nicht wiedersehen würde. Er war ein klarer Geist von großem Wissen auf vielen Gebieten, seine Rede war scharf, doch sein Auftreten stets bescheiden. Sein Spiel war nicht blendend wie das eines
Marshall, aber tiefdurchdacht und von großer Feinheit. Sein größter Erfolg war der erste Preis im Turnier zu Karlsbad 1911, einem der stärksten Turniere aller Zeiten. Als Schachschriftstelier bot er ausgezeichnete Leistungen, ebenso als Problemkünstler. Die Schnelligkeit, mit der er Aufgaben löste und kritisch beurteilte, ist wohl kaum von einem andern erreicht worden. Sein Andenken wird in der gesamten Schachwelt fortleben.
Quelle: Deutsche Schachblätter Nr.13 1.Juli 1925, S.304
Richard Teichmann, vor 120 Jahren geboren - am gleichen Tag, Monat
und Jahr wie der Rekordweltmeister Dr.Emanuel Lasker -, am 24.Dezember
1868, war ein Berliner Original, um das sich manche Anekdote rankt.
Meist landete er auf dem 5.Rang, was ihm das Prädikat "Richard V."
einbrachte. Der manchmal fehlende Ehrgeiz des Berufsschachspielers und
Sprachlehrers war auf sein Augenleiden zurückzuführen (auf einem
Auge blind). Teichmann feierte seinen größten Sieg beim Karlsbader
Turnier 1911, an dem alle damaligen Koryphäen teilnahmen.
80. 1906: Schachgesellschaft 4:4 oder 3:4 gegen die Augustea Leipzig
Leipzig. Die Schachgesellschaft "Augustea" hat sich entschlossen,
den Wettkampf mit der Berliner Schachgesellschaft telephonisch auszufechten. Der Wettkampf wird am 4. März vor sich gehen.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.2 Februar 1906, S.57
Leipzig. Am 4. März wurde der telephonische Wettkampf zwischen
der Leipziger "Augustea" und der Berliner Schachgesellschaft ausgefochten. Die Paarung der Gegner war folgende: I. H. Caro (Berlin) — E. Swiderski (Leipzig), II. A. Moewig (L.) — E. Cohn (B.), III. H. Ranneforth (B.)—H. Kirschner (L.), IV. H. Kramer (L.) — Dr. M. Lewitt (B.), V. A. Bauer (B.) — H. Petzold (L.), VI. P. Spänig (L.) — Lampert (B,), VII. Hartenheim (B.) — O. Valentiner (L.), VIII. Fuckner (L.) — Kempner-Hochstädt (B.). Auf Seite der Berliner siegten Caro und Cohn, auf Seite der Leipziger Kirschner, Petzold und Spänig. Die Partie Kramer—Lewitt wurde in folgender Stellung:
den Schiedsrichtern O. S. Bernstein und J. Mieses unterbreitet, welche die Partie für remis erklärten. Die Partie Fuckner—Kempner-Hochstädt wurde remis gegeben. Der Wettkampf endete nach Berliner Auffassung als unentschieden 4 zu 4, nach Leipziger mit dem Sieg Leipzigs 4 zu 3. Diese
Meinungsverschiedenheit wird durch die nicht zu Ende geführte Partie auf
Brett VII: Partie Hartenheim (Berlin)—Valentiner (Leipzig), ein Ruy-Lopez, in dem der Nachziehende in einem Endspiel mit gleichen Läufern einen Bauer vor hatte, veranlaßt, die Berlin unter Berufung auf Zeitüberschreitung für sich als gewonnen in Anspruch nimmt. Leipzig war der Ansicht, daß für 50 Züge drei Stunden vereinbart seien, während Berlin annahm, daß 30 Züge in zwei Stunden, dann 15 Züge die Stunde zu machen seien. Berlin beansprucht infolgedessen die Partie auf Brett VII, für die Leipzig nach dem 30. Zuge 2 Stunden 17 Minuten in gutem Glauben als verbrauchte Zeit gemeldet hattte, als gewonnen, während Leipzig der Meinung ist, daß bei Weiterspiel die Partie für Leipzig gewonnen worden wäre. Es ist wünschenswert, daß zukünftig bei derartigen Wettkämpfen die Bedingungen schriftlich vorher festgelegt und so Verstimmungen nachträglich vermieden werden.
Quelle: Deutsche Schachzeitung Nr.3 März 1906, S.88/89